Funkmast
Mobilfunkmast in Halen steht

Lotte -

Das Fundament wurde schon vor gut zwei Monaten gelegt, jetzt hat die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH auf dem Esch in Halen einen nach Auskunft der Monteure 40 Meter hohen Stahlmasten für Hochleistungs-Mobilfunkantennen errichtet.

Freitag, 22.12.2017, 16:12 Uhr

Seit Mittwoch steht der Mast für die Hochleistungs-Mobilfunkantennen auf dem Halener Esch.
Seit Mittwoch steht der Mast für die Hochleistungs-Mobilfunkantennen auf dem Halener Esch. Foto: Angelika Hitzke

Einige Bürger aus Halen stören sich daran: Unter anderem in sozialen Netzwerken beklagen sie eine Verschandelung der Landschaft und befürchten schädliche Strahlenbelastung durch den nach ihrer Meinung zu geringen Abstand zur Wohnbebauung. „Es ist ein Skandal, was dort geschieht. Mitten in der schönen Landschaft wird dort ein 45 Meter hoher Mast gebaut. Wir Bürger sind überrascht. Wir wurden nicht gefragt. Außerdem steht dieser Mast circa 150 Meter von den Wohngebieten entfernt. Welchen Strahlungen sind wir Menschen ausgesetzt?“, wollte bereits Anfang November ein Anlieger der nahen Wohnstraße Barenbreede wissen. In der Facebook-Gruppe „Die Halener“ fand eine Nutzerin: „Der Funkturm ist dort an der Stelle total doof.“ Auf Chat-Nachfrage, warum sie das finde, postete sie: „Weil er die schöne Aussicht blockiert.“

Fakt ist: Der Mobilfunkmast steht nördlich der beiden Windkraftanlagen auf freiem Feld und mehr als 200 Meter vom nächsten Haus entfernt. Warum er gerade an dieser Stelle errichtet wird, erklärt Christian Fischer von der Telekom so: „Dem Bau eines solchen Masts geht die Funknetzplanung voraus. Dabei werden optimale Standorte für Mobilfunkantennen ermittelt, um eine gute Netzabdeckung erzielen zu können. Dafür muss man im Hinterkopf behalten, dass mehr als 90 Prozent aller Notrufe, die heutzutage getätigt werden, von einem Mobiltelefon aus erfolgen. Allein schon deshalb haben Kommunen ein hohes Interesse daran, ein möglichst flächendeckendes Mobilfunknetz zu haben.“

Lottes Bauamtsleiterin Astrid Hickmann bestätigte auf Anfrage, dass die Deutsche Funkturm Anfang 2017 den Bauantrag gestellt habe. Genehmigt werde dieser aber nach Prüfung von der Bundesnetzagentur; die Gemeinde werde lediglich angehört. Der Telekom-Pressesprecher erläutert, wie das genau läuft: „Die für Genehmigung und Kontrolle zuständige Behörde ist die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA). Die Bundesnetzagentur bewertet jede Mobilfunk-Basisstation bis ins Detail. Nach der Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) ermittelt die Bundesnetzagentur die Sicherheitsabstände um jede Sendeanlage herum. Außerhalb dieser Bereiche sind die Grenzwerte eingehalten, und Menschen können sich ohne Bedenken dauerhaft dort aufhalten.

Sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, genehmigt die Bundesnetzagentur durch die Standortbescheinigung die Mobilfunk-Basisstation. Auch nach Erteilung der Standortbescheinigung kontrolliert die Bundesnetzagentur die Einhaltung der Vorschriften und Grenzwerte – stichprobenartig und unangemeldet – während des Betriebs.

Jede neue Basisstation und jede Änderung an einer Sendeanlage müssen bei der Bundesnetzagentur beantragt und von ihr genehmigt werden. Vor Aufnahme des Sendebetriebs durchläuft jede Mobilfunk-Basisstation mehrere Stufen des Standortgenehmigungsverfahrens. Dadurch wird die Einhaltung der Grenzwerte bei jedem Mobilfunk-Standort zuverlässig sichergestellt. Die Deutsche Telekom plant und reicht alle für die Sicherheitsbetrachtung notwendigen Planungsdaten zur Prüfung an die Bundesnetzagentur weiter.

Basierend auf diesen Unterlagen berechnet die Bundesnetzagentur, ab welchem Abstand der gesetzlich festgelegte Grenzwert unterschritten wird. Sie geht dabei von der größtmöglichen Sendeleistung und der maximalen Zahl von Funkkanälen aus und ermittelt die Summe aller elektromagnetischen Felder vor Ort. So werden zusätzlich zu den Funkfeldern der neuen Anlage auch alle bereits vorhandenen Felder, zum Beispiel der benachbarten Mobilfunk-, Fernseh- und Rundfunksender, in die Berechnung einbezogen. Die Bundesnetzagentur prüft, ob der berechnete Sicherheitsabstand auch tatsächlich eingehalten werden kann und ob der Sicherheitsbereich für die Öffentlichkeit unzugänglich ist. Wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, erteilt sie die Standortbescheinigung, die den anlagenspezifischen Sicherheitsabstand angibt. Danach darf die Anlage installiert und der Sendebetrieb aufgenommen werden.“

All diese Voraussetzungen, so betont Christian Fischer, seien in Halen erfüllt, sodass für diesen Standort die Genehmigung der Bundesnetzagentur vorliege. Der Telekom-Sprecher verweist auch darauf, dass der vorgeschriebene Sicherheitsabstand hier „horizontal etwa 22 Meter, vertikal etwa sechs Meter“ betrage. Der Mast sei aber sogar 200 Meter von der Bebauung entfernt. Und er betont: „Das deutsche Genehmigungsverfahren für den Mobilfunk ist weltweit eine der umfassendsten Methoden zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern.“

Und was ist mit der ästhetischen Beeinträchtigung des Blicks über die Landschaft? Die muss wohl in Kauf nehmen, wer jederzeit volle Leistung auf seinem Smartphone haben will. Übrigens: Der Stahlgittermast wurde am Mittwoch aufgestellt. Was jetzt noch fehlt, sind die Schaltschränke und Verkabelungen der LTE-Antennen.

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