Einbrecher-Trio vor dem Landgericht
Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Lengerich/Münster -

Von Dezember 2016 bis März 2017 drangen sie in teilweise wechselnder Beteiligung und mit unterschiedlichen Tatbeiträgen in Wohnungen ein. Immer auf der Suche nach Bargeld und Goldschmuck. Verschlossene Fenster oder Terrassentüren waren kein Hindernis. Die wurden kurzerhand aufgehebelt.

Montag, 08.01.2018, 19:01 Uhr

Die drei Angeklagten im Alter von 24, 42 und 47 Jahren ( zwei Albaner und ein Italiener mit Wohnsitz in Hamm) sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen einer Vielzahl an Delikten in Sachen Wohnungseinbrüchen und wegen Bandendiebstahl für drei Jahre und neun Monate, für sechs Jahre beziehungsweise für sieben Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Damit befindet sich der Prozess in der entscheidenden Phase.

Innerhalb der Bande habe eine Struktur bestanden, in der der 42-Jährige der Bestimmende gewesen sei. Der Jüngste habe nur abgenickt, zog die Vertreterin der Anklage am Montag Bilanz. Dem 47-Jährigen kreidete sie zudem an, das bestehende Vertrauensverhältnis zu einer Geschädigten missbraucht zu haben. In ihrer Beweiswürdigung ließ die Staatsanwältin die Folgen für einzelne Opfer nicht unerwähnt.

So schlief eines der Einbruch-Opfer über vier Monate nach der Tat noch mit einem Dreizack neben seinem Bett. Bei einem anderen Geschädigten wurde das Haus zu einem Sicherheitstrakt aufgerüstet. Für die Staatsanwältin stand nach den Zeugenaussagen, der Funkzellenauswertung, anhand einer DNA-Spur und dem weitgehenden Geständnissen der Angeklagten zur Täterschaft bei den Wohnungseinbrüchen in Lengerich, Greven, Lotte und darüber hinaus bis hin nach Bayern, die Schuld fest. Die Beute soll in drei Fällen über Zehntausend Euro betragen haben.

Während die Staatsanwältin keine Reue bei den Angeklagten erkennen konnte und drastische Strafen und für die beiden Albaner die Aufrechterhaltung des bestehenden Haftbefehls beantragte, plädierten die Verteidiger auf ein mildes Urteil. Was die Staatsanwältin „rausgehauen“ hat, wollte er nicht unwidersprochen stehenlassen. „Ein Geständnis ist ein Geständnis. Ob von Reue getragen oder nicht.“ In der Quantität seien die Angeklagten zwar Weltmeister. In der Qualität aber keine Profis, sagte er.

Auf die Aussage der Polizei zu setzen, reiche nicht aus. Entgegen den Feststellungen der Staatsanwältin lägen auch keine gesicherten Erkenntnisse vor , dass die beiden Albaner nur eingereist seien, um Einbruchsdiebstähle zu begehen. Die Straftaten hätten erst begonnen, als sie keine Arbeit fanden.

Das Urteil wird am kommenden Donnerstag verkündet.

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