Ortsentwicklung
Jedes Mosaiksteinchen zählt

Lotte -

Was bringt das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) für die Gemeinde Lotte und für ihre Bürger? Bürgermeister Rainer Lammers, Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer und Margarete Lersch vom Bauamt geben Antworten.

Donnerstag, 11.01.2018, 17:01 Uhr

Ein durchgehender Düteauenweg, vielleicht auch ein Dorfsee, wären für Margarete Lersch, Bürgermeister Rainer Lammers und Joana Watermeyer (v.l.) denkbare Projekte im Rahmen des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes.
Ein durchgehender Düteauenweg, vielleicht auch ein Dorfsee, wären für Margarete Lersch, Bürgermeister Rainer Lammers und Joana Watermeyer (v.l.) denkbare Projekte im Rahmen des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes. Foto: Angelika Hitzke

Was bringt das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) für die Gemeinde Lotte und für ihre Bürger? Warum ist es so wichtig, dass sich alle Altersgruppen aus allen Ortsteilen einbringen in die Erarbeitung einer Gesamtstrategie für die künftige Entwicklung der Kommune?

Das erläuterten Bürgermeister Rainer Lammers , Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer und Margarete Lersch vom Bauamt jetzt in einem Pressegespräch.

Hintergrund ist die Übergabe der Förderbescheide für Leader-Regionen und Dorfentwicklung durch Regierungspräsidentin Dorothee Feller am 28. Dezember. Dabei erhielt unter anderem die Gemeinde Lotte für die Erstellung eines Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) 20 625 Euro. Lammers und Lersch nahmen den Bescheid entgegen.

Die Gesamtkosten für die Konzepterstellung durch ein externes Büro werden mit 32 725 Euro veranschlagt. „Das wurde ausgeschrieben. Wir sind nun im Auswahlverfahren“, berichtete Watermeyer.

„Die klassische Dorferneuerung gibt es nicht mehr“, erklärte Lersch. Ziel der IKEK-Förderung sei ein gesamtkonzeptioneller Ansatz: die Verzahnung der örtlichen mit der regionalen Entwicklung, der Brückenschlag zwischen kommunal-strategischen Zielen und der Umsetzung konkreter (Leit-) Projekte unter Einbeziehung und Beteiligung der Menschen an der Basis, nämlich der Bürger. So werde die Erarbeitung des Konzeptes mit 75 Prozent gefördert. Die Gemeinde erhält für die Umsetzung von Projekten daraus 65 Prozent Förderung; Vereine und Privatpersonen wie zum Beispiel Hauseigentümer können für einzelne Maßnahmen 35 Prozent Zuschuss bekommen.

Der von der Politik und Verwaltung erarbeitete Masterplan und die Dorfinnenentwicklungskonzepte (DIEK) für Alt-Lotte und Wersen sind laut Lersch und Lammers kein Widerspruch, sondern parallele Ergänzungen zu IKEK. „Im Prinzip“, so Lersch, entstanden aus dem Wunsch, das Ortsmarketing wiederzubeleben, das Ehrenamt zu stärken, Aufgaben, die sich „nicht so richtig einem Ressort“ zuordnen lassen, besser zu bündeln und „an der Basis zu verorten“, soll IKEK das Ortsteildenken auflösen helfen und „Türöffner“ sein für nachhaltige Gemeinschaftsprojekte mit den Bürgern.

Was darunter zu verstehen sein könnte, erläuterten Watermeyer und Lersch mit einer Reihe konkreter Beispiele: So gehe es etwa bei der Elly-Heuss-Begegnungsstätte in Büren oder der Bahnhofstraße in Lotte darum, den Bürgerwillen zu erfragen, Projekte zu entwickeln und einen Zeithorizont zur Umsetzung festzulegen. Unter dem Motto „Lotte summt“, so Lersch, könnten beispielsweise Staudenbörsen, die Verteilung von Wildblumensamen oder Pflanzaktionen dem Insektenrückgang entgegenwirken. Die Ausweisung von Wander- und Radwegen, die Anlage eines Düteauenweges oder eines Dorfsees, eine E-Bike-Ladestation mit Straußwirtschaft, Streuobstwiesen mit Saftpress- und -verkaufsaktionen – all das seien weitere Ideen, um Umwelt, Tourismus und Nachhaltigkeit in der Gemeinde zu fördern.

Das gehe aber nur, wenn „die Bürger das leben“ und verstünden, dass ihre Kreativität gefordert sei: „Jedes kleine Mosaiksteinchen ist wichtig für das Ganze“, betonten Lersch und Lammers.

Watermeyer skizzierte, wie es jetzt weitergehen soll: Bis Ende Januar soll das Auswahlverfahren für das externe Planungsbüro abgeschossen sein. Dann werden die Konzeptgrundlagen anhand verschiedener Indikatoren wie vorhandene Infrastruktur und Wirtschaftskraft und in Ortsbegehungen erarbeitet.

Diese werden dann in einer öffentlichen Veranstaltung für die gesamte Gemeinde vorgestellt und diskutiert. Anschließend befassen sich Dorfwerkstätten in den einzelnen Ortsteilen damit. Deren Ergebnisse fließen dann wieder auf kommunaler Ebene in das Konzept ein, aus dem sich Handlungsperspektiven und Projekte ergeben, für die „Kümmerer“ als Ansprechpartner ein Netzwerk bilden sollen: „Wir hoffen, Ende des Jahres ein Ergebnis zu haben“, sagte Lersch. Und Watermeyer unterstrich: „Wir hoffen, dass es von allen Bürgern gut angenommen wird.“ Ihrer Kreativität jedenfalls sind keine Grenzen gesetzt, Ideen jederzeit willkommen.

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