Integriertes kommunales Entwicklungskonzept Lotte
Jetzt haben die Bürger das Wort

Lotte -

Ab jetzt sind Ideen gefragt. In Lotte beginnt in diesen Tagen ein mit EU- und Landesmitteln gefördertes Projekt für ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept, kurz IKEK. Ausgerechnet hinter diesem bürokratischen Wortungetüm verbirgt sich Bürgernähe.

Freitag, 02.03.2018, 18:12 Uhr

Hereinspaziert: Bürgermeister Rainer Lammers und Joana Watermeyer laden am Dienstag zu einem Informationsabend in den Golfclub Dütetal. Es geht um die Zukunft der Gemeinde. Vorgestellt wird ein integriertes Entwicklungskonzept. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wünsche der Bürger.
Hereinspaziert: Bürgermeister Rainer Lammers und Joana Watermeyer laden am Dienstag zu einem Informationsabend in den Golfclub Dütetal. Es geht um die Zukunft der Gemeinde. Vorgestellt wird ein integriertes Entwicklungskonzept. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wünsche der Bürger. Foto: Andreas Wenk

Die Idee hinter dem Konzept ist, dass die Bürger ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie sind aufgefordert, ihre Vorstellungen und Vorschläge einzubringen, wie die Gemeinde Lotte und jeder einzelne Ortsteil künftig aussehen soll.

Die Koordination des Projekts übernimmt die „Plan­invent“ aus Münster. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Entwicklung im ländlichen Raum. Jetzt haben sich Geschäftsführer Frank Böckling und Helena Boos zunächst einen Eindruck von Wersen und Büren verschafft, Rundgänge durch die anderen Ortsteile folgen. Vonseiten der Verwaltung begleiten Joana Watermeyer als Wirtschaftsförderin und Margarete Lersch von der Bauplanung das Projekt als Ansprechpartner für Bürger und Planinvent.

Die Auftaktveranstaltung ist am Dienstag, 6. März, um 19 Uhr im Golfclub Dütetal. Dort stellt sich zunächst „Planinvent“ – Motto: „Das Büro für räumliche Planung“ – vor. Dann geht es darum, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten und Chancen das Verfahren für die Gemeinde und ihre Bürger eröffnet.

Im zweiten Schritt folgen dann weitere Veranstaltungen in den einzelnen Ortsteile, um die Ideen der Bürger zu sammeln. „Das ist die Wünsch-Dir-was-Phase“, so Watermeyer. Auch Privatleute können dabei nicht nur ihre Vorstellungen einbringen, sondern möglicherweise auch Zuschüsse für ihre eigenen Vorhaben beantragen. Voraussetzung ist allerdings, dass jede der Einzelmaßnahmen in das Gesamtkonzept passt.

Wie das am Ende aussieht, weiß vorab niemand. Schließlich gilt es, mehrere Aspekte in eine strategische Gesamtplanung einzubringen. Dabei müssen so unterschiedliche Bereiche wie Umweltschutz, Tourismus und Wirtschaft ebenso berücksichtigt werden wie Bildung und Kultur bis hin zur sozialen Infrastruktur.

„Welche Schwerpunkte und Akzente schließlich gesetzt werden, ist noch völlig offen“, so Watermeyer, „schließlich kommt es auf die Bürger, ihre Ideen und die örtlichen Gegebenheiten an.“ Derzeit mag sie nicht einmal Beispiele nennen. Die freie Willensbildung der Bürger soll auf keinen Fall beeinflusst werden.

Termine

► IKEK-Auftaktveranstaltung: Dienstag, 6. März, 19 Uhr, Café-Restaurant Golfclub Dütetal

► Dorfwerkstatt Büren: Dienstag, 20. März, 19 Uhr, Elly-Heuss-Begegnungsstätte

► Dorfwerkstatt Wersen: Dienstag, 20. März, 19 Uhr, Ratssaal der Gemeinde Lotte

► Dorfwerkstatt Lotte inkl. Osterberg: Mittwoch, 21. März, 19 Uhr, Haus Hehwerth

► Dorfwerkstatt Halen: Mittwoch, 21. März, 19 Uhr im Vereinsheim des SC Halen

...

Planinvent wird aus den verschiedenen Bausteinen ein Konzept herauskristallisieren und erst dann ist wieder die Kommunalpolitik gefragt, um das Paket zu verabschieden. Im Grunde ist das Procedere vergleichbar mit dem Grundsatzprogramm einer Partei. Die Mitglieder stellen Anträge, eine Kommission arbeitet diese auf und am Ende wird das Programm beschlossen. Eine weitere Parallele: Auch wenn das aktuelle Projekt zunächst bis 2022 angelegt ist, die vereinbarten Ziele und Schwerpunkte entfalten eine langfristige Bindungswirkung.

Für Bürgermeister Rainer Lammers ist es deshalb „umso wichtiger, dass sich die Bürger aktiv einbringen und den Diskussionsprozess mitgestalten. Wer nicht mitmacht, ist am Ende selbst schuld“, wenn die eigenen Interessen später dann nicht berücksichtigt werden.

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