Neue Kreisstraße 23
„Jahrhundertbauwerk“ in Halen offiziell eröffnet

Lotte-Halen -

Nach 40-jährigen Bestrebungen ist sie nun offiziell freigegeben, die Kreisstraße 23, die durch die Lotter Ortschaft Halen führt. Mit einem Familienfest auf dem Hof Thies wurde sie von den Verantwortlichen ihrer Bestimmung übergeben.

Montag, 16.04.2018, 13:04 Uhr

Rund 120 Menschen feierten am Samstag auf dem Hof Thies die offizielle Freigabe der Kreisstraße 23. Neben Führungen durch die Bauerschaft gab es auch viele Aktionen für Kinder. Der SC Halen sorgt für Getränke, die Bauerschaft Halen für Kaffee und Kuchen.
Rund 120 Menschen feierten am Samstag auf dem Hof Thies die offizielle Freigabe der Kreisstraße 23. Neben Führungen durch die Bauerschaft gab es auch viele Aktionen für Kinder. Der SC Halen sorgt für Getränke, die Bauerschaft Halen für Kaffee und Kuchen. Foto: David Ebener

„Es ist ein Jahrhundertbauwerk, das es in Halen wohl so schnell nicht mehr geben wird“, erklärte Bürgermeister Rainer Lammers und zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis.

„In 40 Jahren gab es Zeiten, da waren wir sicher auch verzweifelt und haben nicht mehr an einen Erfolg geglaubt“, räumte Lammers ein. Konstruktive Gespräche mit dem Kreis und den anliegenden Bauern hätten letztlich den Durchbruch gebracht. Lammers dankte allen Beteiligten, im Speziellen den allen Bauern, die Teile ihrer Grundstücke abgetreten hatten.

Ein Jahr haben die Bauarbeiten letztlich gedauert. Inoffiziell war die neue Straße seit dem 22. Dezember 2017 freigegeben. 2,4 Millionen Euro betrugen die Baukosten, die sich Land, Kreis und Gemeinde geteilt hätten, sagte Landrat Klaus Effing. „Das Geld ist sehr gut investiert“.

Das Problem mit dem Verlauf der alten Kreisstraße 23 war, dass sie als Ortsdurchfahrt an einer engen Stelle zwischen den Grundstücken zweier Bauernhöfe führte. Begegnungsverkehr, insbesondere mit Lastwagen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, führte zu Verkehrsproblemen zwischen Wersen und Halen. Zumal die Kreisstraße auch als Umleitungsstrecke für die Autobahn 1 genutzt wird, wie zuletzt beim Abbruch der Dütebrücke.

Im Rahmen der Bauarbeiten wurden mehrere Maßnahmen umgesetzt. Einerseits wurde der Engpass beseitigt, indem ein 200 Meter langes Teilstück um beide Höfe herum neu gebaut wurde. Für diesen neuen Abschnitt hat Bauer Hartmut Meyer einen halben Hektar seines angrenzenden Waldstückes abgetreten. Dabei gab es unerwartete Hilfe. Denn Orkan Kyrill habe vor elf Jahren einen Teil dieses Waldes verwüstet. „Da habe ich den Bürgermeister gefragt, ob ich wiederaufforsten soll“, erklärt Meyer. Lammers habe ihn daraufhin gebeten, davon abzusehen.

Neben dem neuen Teilstück wurde die Straße auf insgesamt 800 Metern Länge zusätzlich auf einen Querschnitt von 6,50 Meter verbreitert. Außerdem entstand ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg. Es sei ursprünglich nicht vorgesehen gewesen, dass dieser Weg durchgängig verläuft, so der Bürgermeister, sondern dass die Radfahrer an einer Verkehrsinsel die Seiten wechseln. Da sich die Familie Steinmann bereit erklärt habe, einen Teil ihres Grundstückes „vor der Dielentür“ abzugeben, sei dies jedoch nun nicht nötig. Weitere Teilstücke des Radweges nach Büren und Hollage sollen künfitg noch gebaut werden, so Lammers.

Neben dem Radweg wurden auch eine Bushaltestelle und die Straßenbeleuchtung erneuert. Damit sei die Ortsdurchfahrt durch Halen nun sehr viel sicherer betonte Lammers. Auch der aus Lotte stammende EU-Abgeordnete Markus Pieper betonte, dass die neue Kreisstraße eine „optische und verkehrstechnische Aufwertung“ mit sich bringe. „Jetzt lebt man noch lieber hier in Halen“, so seine Worte.

Für die Bauerschaft Halen sprach am Samstag Christian Thies. „Zwei Generationen hat uns die K 23 beschäftigt. Nun möchte ich Dankeschön sagen“. Vor allem zwei Aspekte lagen ihm am Herzen. So sei er froh, dass die historischen Bruchsteinmauern, die das Ortsbild von Halen entscheidend prägen, mit viel Aufwand erhalten werden konnten. Denn für den Umbau mussten eine 25 Meter und eine 70 Meter lange Mauer in Teilstücken komplett versetzt werden. All dies unter Berücksichtigung der ökologischen Aspekte. In einer Führung erläuterten Experten später, dass hier selten Farne, Flechten und Moose, die teils auf der roten Liste stehen, wie etwa der Streifenfarn, angesiedelt seien. Auch Tiere wie Spinnen, Käfer und Schmetterlinge würden hier eine Unterkunft finden.

Thies betonte weiter, dass durch die neue Straße Halen zusammenwachse. So sei früher von der Bauerschaft und der Siedlung Halen gesprochen worden. Nun habe der Ortsteil die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln, da auch durch die Arbeit des Bürgerradwegeverein viele Radwege entstanden seien.

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