Varieté in den Ratsstuben
Ein Abend mit Gesang und Clowns

Lotte-Wersen -

Eine abendfüllende Unterhaltung bot jetzt das „Einzige Lotteraner Clown-Varieté“ in den Wersener „Ratsstuben“. Mehr als drei Stunden sah ein zufriedenes Publikum Clownerie, Tanz, Schauspiel und Gesang.

Montag, 28.05.2018, 15:22 Uhr

Die Clowns Sascha und Kurti M Punkt wussten nicht recht, was sie mit einer Gitarre anstellen sollen.„Two Generations“ sangen Stücke der Comedian Harmonists
Die Clowns Sascha und Kurti M Punkt wussten nicht recht, was sie mit einer Gitarre anstellen sollen.„Two Generations“ sangen Stücke der Comedian Harmonists Foto: Jannik Zeiser

Eine gelungene Clownsnummer braucht nicht viele Worte – im Gegenteil. Mit Pantomime, ausladender Körpersprache und ausdrucksstarker Mimik alles Nötige zu sagen, darin liegt die Kunst. Der Lotter Thomas Wolf , auch bekannt als Clown Tonto, hatte zwei Kollegen für den Abend in den Ratsstuben gewonnen, die diese Kunstform ebenso gut beherrschen wie er selbst: Sascha Weingran und Michael Springel alias Kurti M Punkt.

Die drei bildeten den Kern des Varietéprogramms und wurden immer wieder auf der Bühne abgelöst durch Künstlerkollegen. Wirt Thomas Engel rundete die Veranstaltung thematisch passend mit einer exklusiven Speisekarte ab. Darauf fanden sich Gerichte wie „Dummer August“ oder „Die lustige Träne.“

Gleich zu Beginn des Abends fand sich das Publikum inmitten der Aufführung wieder: Die Clowns Tonto und Sascha suchten ihren Kollegen Kurti M Punkt und gingen dazu mit einem Foto des Gesuchten von Tisch zu Tisch, bis sie schließlich frustriert und verzweifelt aufgaben – und Kurti schließlich auf der Bühne antrafen, wo dann die Show ihren Lauf nahm. Deutlich wurde auch: Clowns sind keineswegs nur etwas für Kinder – die meisten der Gäste hatten ihre Kindheit längst hinter sich gelassen und wurden trotzdem gut unterhalten.

In ihren Nummern stellten die Clowns ganz menschliche Erfahrungen und Gefühle in komischer Weise dar: Wer kennt nicht die nervende Langeweile, auf einen Bus oder Zug warten zu müssen? Clown Sascha vertrieb sich die Zeit, indem er den Inhalt seiner Nasenlöcher – pantomimisch – begutachtete und damit in höchst unangemessener Weise zu spielen begann. Als er dann viel Wasser trank, war quälender Harndrang sein nächstes Problem. Saschas ausdrucksreiche Darstellung dieses „Bedürfnisses“ veranlasste das Publikum zu mitfühlendem Lachen.

Clown Tonto zeigte unter anderem originelle Möglichkeiten, Wäsche in einen Korb zu verfrachten. Klingt nach einer einfachen Aufgabe, aber für den Clown ergaben sich einige Hürden: Warum folgte das Behältnis nicht auf Pfiff wie ein Hund? Und wem gehörte eigentlich das freizügige Damenoberteil? Als Moderator verband Kurti M Punkt die verschiedenen Auftritte und schlüpfte außerdem in unterschiedliche Rollen.

Einzige Lotteraner Clown-Varieté

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  • „Two Generations“ sangen Stücke der Comedian Harmonists.

    Foto: Jannik Zeiser
  • Oliver Caster und Frauke Hessels traten als Duo „Humans“ auf.

    Foto: Jannik Zeiser
  • Die Tänzerin Dipikas Das Weingran.

    Foto: Jannik Zeiser
  • Philipp Steimel spielt sowohl Romeo als auch Julia in einer abgewandelten Adaption.

    Foto: Jannik Zeiser
  • Clown Tonto versucht sich mit Fernsteuerung am Wäschekorb.

    Foto: Jannik Zeiser

Ebenfalls ausdrucksstark war die Tanzaufführung von Dipika Das Weingran. Sie werde eine klassische indische Tanzaufführung zeigen, kündigte sie an. Eigentlich dauere eine solche Nummer bis zu drei Stunden, aber: „So viel Zeit haben wir heute nicht.“ Nacheinander stellte sie in zwei Tänzen die Emotionen Freude und Trauer eindrucksvoll mimisch und gestisch dar, bewegte sich in fließenden Bewegungen zur Musik und ließ rhythmisch die Schellen an ihren Füßen klirren.

Der Schauspieler Philipp Steimel zeigte eine abgewandelte Version der Todesszene aus „Romeo und Julia“. In seiner Fassung verkörperte er die Rollen beider Liebhaber, deren Selbstmorde ein ums andere Mal misslangen. Das Drama wurde so zur Komödie und endete in einem Ehestreit, in dessen Verlauf sich beide gegenseitig umbringen.

Oliver Casper und Frauke Hessels spielten als „Humans“ Coversongs verschiedener Bands, von den Sportfreunden Stiller über David Bowie bis hin zum Osnabrücker Duo „Two Hearts in Ten Bands“. Während Oliver Casper an der Gitarre begleitete, machte Frauke Hessels den Gesang und animierte das Wersener Publikum zum Mitsingen.

Mit Musik traten auch „Two Generations“ auf, die vierköpfige Gruppe sang Lieder unter anderem von „Truck Stop“ und den „Comedian Harmonists“. Die Gruppe brachte die Stücke unterhaltsam dar, sang jedoch buchstäblich eintönig: unisono und in einer Stimmlage. Die reizvollen Harmonien von A-cappella-Gesang blieben dabei auf der Strecke.

Nicht alle Gäste verfolgten das Varieté bis in den späten Abend hinein. Die Anwesenden jedoch spendeten sowohl großzügigen Applaus als auch Geld für die eintrittsfreie Veranstaltung. Engel zog ein erfreutes Fazit: „Es war unterhaltsam, eine tolle Sache.“

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