Rundfahrt durch Lotte mit der neuen Regierungspräsidentin Dorothee Feller
„Auch mal kurzen Dienstweg gehen“

Lotte -

Sympathisch, flexibel, stets ein offenes Ohr für Belange der Kommune(n) – so präsentierte sich die neue Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Münster, Dorothee Feller, bei ihrem Antrittsbesuch in Lotte.

Donnerstag, 23.08.2018, 17:06 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.08.2018, 17:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 17:06 Uhr
Gruppenbild mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller (im grauen Hosenanzug) und Blick auf die DüteaueIm Frimo-Stadion erläuterte Bürgermeister Rainer Lammers der Chefin der Bezirksregierung Münster den Masterplan 2030 für das Sportzentrum Lotte.
Gruppenbild mit Regierungspräsidentin Dorothee Feller (im grauen Hosenanzug) und Blick auf die DüteaueIm Frimo-Stadion erläuterte Bürgermeister Rainer Lammers der Chefin der Bezirksregierung Münster den Masterplan 2030 für das Sportzentrum Lotte. Foto: Angelika Hitzke

Wie bereits ihr Vorgänger Reinhard Klenke vor anderthalb Jahren informierte sie sich im Gespräch mit Bürgermeister, Fraktionsvorsitzenden und Fachdienstleitern auf einer dreistündigen Rundfahrt über Entwicklungen und Probleme vor Ort.

„Ich kannte Lotte vorher nicht. Jetzt habe ich eine Vorstellung bekommen von einer lebendigen, wachsenden Gemeinde mit selbstbewussten Ortsteilen“, resümierte sie beim Abschlussgespräch im denkmalgeschützten Haus Hehwerth , an dem auch Vize-Bürgermeisterin Helga Strübbe teilnahm. Sport habe einen hohen Stellenwert; es sei schön, zu sehen, dass auch „in den einzelnen Ortsteilen die Sportstätten in einem guten Zustand sind“, meinte Dorothee Feller , die von Mitarbeiterin Katrin Koitka begleitet wurde und sich ebenfalls als sportlich outete: „Ich laufe Marathon.“

Anderswo hätten Kommunen in Grenzlage zu einer größeren Stadt wie Osnabrück Angst, Arbeitsplätze an diese zu verlieren, hier sei es eher umgekehrt, ließ sie mit Blick auf die Gewerbeansiedlungen durchblicken. Aufgefallen sei ihr auch, „dass Politik und Verwaltung sich eng miteinander austauschen“. Lob hatte sie für Gemeinsinn und ehrenamtliches Engagement, ob in der Flüchtlingshilfe, bei den Bürgerradwegen oder in der Kommunalpolitik.

Vorangegangen war eine Tour durch Wersen, Halen, Büren und Lotte. In der Düteaue hinterm Rathausplatz stellten Bürgermeister Rainer Lammers und Margarete Lersch vom Bauamt im Beisein von Ordnungsamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp, Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer, Vize-Bürgermeister Walter Ottens, CDU-Fraktionschef Werner Schwentker, FDP-Fraktionschef Friedhelm Pösse und Friedel Glüder von den Grünen die Idee vom Dorfsee vor und berichteten über den Ikek-Prozess.

Zur Frage nach Förderung entweder im Rahmen des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (Ikek) oder der Wasserrahmenrichtlinie meinte die Regierungspräsidentin, dass hier Letztgenanntes eher angebracht sei: „Ich halte von Gesamtkonzepten sehr viel, aber beim Ikek ist die Entwicklung abzuwarten“, so Feller. Gefördert würden voraussichtlich eher einzelne Projekte.

Mit dem Bus ging es dann zum Markant-Markt. Die ihr dort vor Augen geführte Problematik der einzig möglichen Erweiterung nach Norden, der Ertüchtigung des Hochwasserschutzwalls und der Notwendigkeit, Stiegemeyers Wiese aus dem vorläufigen Überschwemmungsgebiet herauszunehmen, um eine Tauschfläche zu haben, ließ die Regierungspräsidentin spontan zum Smartphone greifen, um die entsprechenden Mitarbeiter ihrer Behörde zu kontaktieren.

In Halen wurden insbesondere die Themen Bus-Bahn-Verknüpfung, Bürgerbus, Bürgerradweg Halen-Hollage und Sportplatzerweiterung angesprochen, die am benachbarten FFH-Gebiet scheitert.

In Büren wurden vor allem die Nordbahn-Reaktivierung, ein mögliches, noch nicht spruchreifes Areal für Wohnbebauung und Kindergartenbau, die Folgen der Entwicklung des Landwehrviertels im benachbarten Osnabrück, die an den Kosten scheiternde Fuß- und Radwegverbindung unter oder über den Bahndamm hinweg, die energetische Quartierssanierung und die stadtklimatischen Probleme einer Innenverdichtung thematisiert.

Weitere Stationen waren das Hochhaus an der Bringenburg in Wersen als städtebauliches Negativbeispiel, die neue provisorische Kita am Hohen Esch und das Gewerbegebiet Heuers Moor. Nach einem Schlenker vorbei an den privaten Krüger-Schulen, der Wersener Sporthalle, dem Jugendtreff und dem Schulzentrum steuerte der Bus das Gewerbegebiet Pätzkamp in Alt-Lotte an.

Wie Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer berichtete, liegen der Gemeinde insgesamt rund 250 Anfragen von ansiedlungswilligen Gewerbebetrieben vor. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir nicht jeden nehmen müssen und viele Anfragen ablehnen können“, freute sich der Bürgermeister. Ein Problem für die weitere Entwicklung, auch für den Kindergartenbau, sei der Grunderwerb, da private Eigentümer sich häufig weigerten, zu verkaufen. Das gelte auch für ein 13-Hektar-Areal an der Bahn hinter der Straße Im Westerfeld, das im Flächennutzungsplan bereits als Industriegebiet ausgewiesen sei.

Im Frimo-Stadion erläuterte Bürgermeister Rainer Lammers der Chefin der Bezirksregierung Münster den Masterplan 2030 für das Sportzentrum Lotte.

Im Frimo-Stadion erläuterte Bürgermeister Rainer Lammers der Chefin der Bezirksregierung Münster den Masterplan 2030 für das Sportzentrum Lotte. Foto: Angelika HitzkeIm

An der Kinderland-Kita und Edeka-Cordt vorbei ging es dann zum Frimo-Stadion, wo Bürgermeister Lammers den Masterplan 2030 Sportzentrum Lotte vorstellte. Zuvor hatte die Regierungspräsidentin die gepflegten Sportplätze in Halen und Büren in Augenschein nehmen können. Letzte Station war dann die Bahnhofstraße mit dem Haus Hehwerth.

Da die Zeit nicht reichte, auch die Wersener Mühlen oder den südlichsten Ortsteil Osterberg zu besuchen, luden Bürgermeister Lammers und Mühlenvereinsvorsitzender Schwentker die Regierungspräsidentin ein, noch einmal wieder zu kommen. Die forderte die Gemeinde Lotte im Gegenzug dazu auf, auch mal den kurzen Dienstweg zu gehen: „Rufen Sie an, wenn etwas ist“, bot sie ihre Unterstützung bei der Vereinbarung kurzfristiger Gesprächstermine mit den Fachleuten der Behörden an.

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