Treffen des Lotter Grundschuljahrgangs 1950
Einladung zur Klassenkeilerei

Lotte -

Irmgard Hornung hatte ihre Mitschüler humorvoll eingeladen: „Sei dabei bei der nächsten Klassenkeilerei.“ Diesen Aufruf setzten die 15 Teilnehmer natürlich nicht wortwörtlich um, sondern sie genossen den Tag mit Frühstück, Mittag und Kaffee trinken im Café am Goldbach.

Sonntag, 16.09.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 18:00 Uhr
Alle Jahre wieder steht ein Klassentreffen der ehemaligen Grundschüler an.
Alle Jahre wieder steht ein Klassentreffen der ehemaligen Grundschüler an. Foto: Erna Berg

Klaus Wendlandt hatte die weiteste Fahrt. Er kam aus dem Harz angereist. Es sei schon komisch zu sehen, wie sich die Heimat in den Jahren immer wieder verändere.

Das erste Treffen der Gruppe gab es 1970 mit Lehrern und Partnern. 1978 feierten die ehemaligen Volksschüler „20 Jahre nach der Entlassung“. 1996, zum 70. Geburtstag ihres Lehrers Hermann König, hatte sich Irmgard Hornung als Schülerin mit Schürze und Tornister verkleidet und plauderte aus dem Schulnähkästchen. Ein Jahr später trafen sie sich wieder – allerdings zu einem traurigen Anlass: zur Beerdigung des beliebten Lehrers. In unregelmäßigen Abständen, die immer kürzer wurden, trafen sich die einst 26 Grundschüler. Heute leben noch 20 von ihnen.

Wie es häufig in den Nachkriegsjahren so war, saßen damals zwei Klassen in einem Klassenraum. Die erste Klasse wurde von Fräulein Goldstein unterrichtet, dann übernahm Junglehrer König die Schüler. „Es war trotz 50 Kindern sehr leise im Raum, es herrschte Zucht und Ordnung, aber im positiven Sinne“, berichteten die ehemaligen Schüler. Der Lehrer sei damals eine Respektsperson gewesen.

„Es war eine liebevolle Leitung unter Lehrer König, aber wir mussten auch richtig pauken. Wenn uns die Köpfe tüchtig qualmten, ließ er die Fenster öffnen, und es wurde gesungen“, erinnerte sich Irmgard Hornung gerne zurück. Außerdem übten sie mit König Stücke für Theateraufführungen ein. „Er legte dadurch wichtige Wurzeln für ein soziales Miteinander im Leben.“ Prügelstrafen habe es auch gegeben, aber nicht bei Lehrer König. Die Mädchen bekamen Schläge in die Hände oder wurden an den Ohren gezogen oder in die Wangen gekniffen. Den Jungen sei der Hintern mit einem Stock versohlt worden, „ein Mitschüler war regelmäßig dabei....

Geteilt nach evangelischer und katholischer Religion wurden sie sie in diesem Fach unterrichtet. „Wir waren eine Diaspora“, berichtete Wendlandt. Die größte Sportskanone in der Grundschulzeit, besonders in Leichtathletik, sei der im vergangenen Jahr verstorbene Gerd Strübbe gewesen. Das nächste Treffen ist für 2020 geplant – 70 Jahre nach der Einschulung in die evangelische Grundschule Lotte.

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