Rat diskutiert Nachwuchssorgen der Vereine
Wertschätzung für alle

Lotte -

Viele für die dörfliche Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl wichtige Vereine in Lotte haben Nachwuchsprobleme, bangen um ihre Existenz. Warum jetzt auf Antrag der CDU eine Strategie für die Vereinsförderung erarbeitet werden soll, erläuterte deren Fraktionschef Werner Schwentker in der jüngsten Ratssitzung.

Montag, 12.11.2018, 17:24 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 12.11.2018, 17:24 Uhr

Bereits vor zwei Jahren habe man den Antrag gestellt und im vorigen Jahr interfraktionelle Gespräche geführt, woraufhin sich ein Arbeitskreis gebildet habe. „Lotte kann sich aus unserer Sicht glücklich schätzen, diese Vereine zu haben“, betonte Schwentker mit Blick auf die Bandbreite vom DRK über die Seniorenhilfe bis zu Gesang- und Schützenvereinen. Deren Unterstützung werde nicht nur im Masterplan gefordert; es brauche auch Richtlinien für die Vereinsförderung im Hinblick auf die anstehenden Haushaltsberatungen.

Dabei machte der CDU-Fraktionschef deutlich, dass es nicht nur um finanzielle oder sonstige materielle, sondern auch um ganz praktische Unterstützung gehe. Wichtig sei die Wertschätzung des Ehrenamtes. Die Menge aktueller Vereinsprobleme sei leider ein Indiz dafür, dass es vielen Vereinen nicht gut geht. Funktionierende Vereine aber seien ein Schatz für jede Gemeinde. Die Richtlinien sollten deshalb die Frage beantworten, wie und in welchem Umfang die Gemeinde vorhandene Vereine und Initiativen stärken könne.

Förderung könne zum Beispiel bedeuten, Räume, Energie, Mobiliar, Technik oder Dienstleistungen in Form von Genehmigungen, Ausschilderungen, Absperrungen, Beratungsleistungen, Hilfestellung beim Marketing für Veranstaltungen, Vermittlung von Wissen und Beziehungen, Informationen etwa zum Versicherungsschutz zu Verfügung zu stellen. Sie könne auch ideell in Form von Wertschätzung, Anerkennung oder Besuchen gewährt werden. Oder eben auch nicht: „Entscheidend sollte sein, ob der Verein ein Produkt hat, das für unsere Gemeinde nützlich ist“, so Schwentker. Das Konzept sollte die Verwaltung beim Treffen der Vereine am 22. November vorstellen.

Dem konnte Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer zwar „grundsätzlich“ zustimmen; er stieß sich jedoch am Zeitrahmen: Die von der Verwaltung erarbeiteten Richtlinien sollten erst der Politik und dann den Vereinen präsentiert werden, meinte er. Er machte erneut deutlich, dass ihm besonders die Förderung des Breitensports am Herzen liegt.

Joana Watermeyer, Wirtschaftsförderin und Ikek-Verantwortliche in der Verwaltung, wies darauf hin, dass die Ergebnisse erst im Arbeitskreis, dem ja Politiker aller Fraktionen angehörten, vorgestellt würden. Erst dann präsentiere man sie beim Treffen der Vereine und arbeite deren Anregungen ein, um dann erneut in die politische Beratung zu gehen. Mit diesem Vorgehen erklärten sich alle Fraktionen einverstanden.

Horst Petersson ( CDU ) bestand mit Blick auf Hörnschemeyer auf „Wertschätzung für alle“, also auch den Verein Sportfreunde Lotte mit der Abteilung Profi-Fußball, deren sportliche Erfolge der Gemeinde eine enorme Imageverbesserung gebracht hätten.

Stefan Kunz (SPD) kündigte als Vorsitzender des Schützenvereins Osterberg für das Vereinetreffen einen Vorschlag zur Imageverbesserung der um Nachwuchs kämpfenden Schießsportler an, die oft auf „Bier trinken“ und Schützenfest reduziert würden.

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