Geburtstagskonzert des MGV Wersen
Vom Te Deum bis zum Trinklied

Wersen -

90 Jahre alt ist der Männergesangverein Wersen. Die Wersener Dorfkirche war schon eine halbe Stunde vor Beginn des Geburtstagskonzerts rappelvoll. Dicht gedrängt genossen die Gäste eine bewegende musikalische Feier mit vier Chören und zwei Solisten und bedankten sich immer wieder begeistert mit lautem Applaus. Das Programm reiche vom Te Deum bis zum Trinklied.

Dienstag, 13.11.2018, 15:52 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 15:52 Uhr
Geballte Sängerpower mit MGV Wersen und Nahne und der Kantorei Wersen unter Dirigentin Valentina Schneider.
Geballte Sängerpower mit MGV Wersen und Nahne und der Kantorei Wersen unter Dirigentin Valentina Schneider. Foto: Erna Berg

Von der Empore aus eröffneten Wolfgang Amelingmeyer mit Trompete und Franz-Josef Schlie an der Orgel das Jubiläumskonzert des MGV Wersen mit dem „Prelude aus dem Te Deum“ und begleiteten dann Ernst Gebhardts „Ambrosianischen Lobgesang“, gemeinsam gesungenen von Kantorei und den Männergesangvereinen Wersen und Nahne, dirigiert von Valentina Schneider .

Viele Ehrengäste begrüßte Friedhelm Pösse, Vorsitzender des MGV Wersen, und verriet, dass alle Geburtstagswünsche in Erfüllung gegangen seien, denn seine musikalischen Wunsch-Gäste, die Kantorei, der Posaunenchor, die „Jungs aus Nahne“ sowie die Solisten Helen Katja Rothfuss und Andreas Liebrecht hatte der MGV zum Mitmachen gewinnen können. Er bedankte sich herzlich bei allen, die zum Gelingen dieser Feier beigetragen hatten.

Gemeinsam mit dem MGV Nahne und der Kantorei sangen die Wersener Männer voller Dynamik. Als dann noch der Posaunenchor einsetzte, war die kleine Dorfkirche erfüllt von Musik, die unter die Haut ging. Immer in Sichtkontakt mit ihren Chören blieben die Chorleiterinnen Valentina Schneider, Katja Rothfuss und Silke Nagel. Rudi Kamlage, einst selber Sänger im MGV, gefiel „diese Fülle an Stimmen und Instrumentalisten“.

Die Sänger aus Wersen und Nahne unterhielten die Gäste mit Ludwig van Beethovens „Die Himmel rühmen“ und Bob Dylans „Blowin’ In The Wind“ mit deutschem, so aktuellem Text: „Ja, und wie viele Male müssen Kanonenkugeln fliegen, bevor man für immer sie bannt?“ „Welch ein Geschenk“ von Reinhard Mey, „One Way Wind“ und dem Colonel Bogey-Marsch gehörten ebenso zum abwechslungsreichen Programm. Die Zuhörer ließen sich gerne mitnehmen und summten oder klatschten im Rhythmus mit.

Gute Trinklieder gehören zu einem runden Geburtstag dazu. Mit fröhlicher Sangeslust, vielleicht war es auch die Vorfreude auf ein geselliges Beisammensein nach dem Konzert, trugen die Männer voller Inbrunst „Erhebet das Glas“ von Giuseppe Verdi und das „Chiantilied“ von Gerhard Winkler vor. Einige Gäste sangen beschwingt voller Lebensfreude den Refrain mit.

Blumen für Chorleiterinnen Silke Nagel, Helen Katja Rothfuss und Valentina Schneider. Nur Küsterin Brigitte Schulte fehlte, sie hatte die Kirche mit Blumen schön geschmückt.

Blumen für Chorleiterinnen Silke Nagel, Helen Katja Rothfuss und Valentina Schneider. Nur Küsterin Brigitte Schulte fehlte, sie hatte die Kirche mit Blumen schön geschmückt. Foto: Erna Berg

Liebrecht begeisterte das Publikum nicht nur mit einem Klaviersolo von Sergei Rachmaninov, er überraschte es auch mit einer persönlichen Note, seiner Eigenkomposition, „Childhood“, die die eigene Kindheit mit Klavierklängen Revue passieren ließ. Das strahlende Lächeln der Sopranistin Helen Katja Rothfuss spiegelte sich in ihren Liedern „Panis angelicus“ und „Over The Rainbow“ hörbar wider, gefühlvoll begleitet von Liebrecht.

Gerade noch solo in Richtung Publikum gesungen, kehrte die Sängerin ihm nun den Rücken zu und dirigierte ihre Kantorei, die mit „Schau auf die Welt“ von John Rutter und die Hymne aus der Oper „Iphigenie in Aulis“ den Gästen einen Hörgenuss bot. Der Posaunenchor spielte fast unsichtbar, aber mit geballter Bläserpower, auf der Empore im Seitenschiff und schickte unter Leitung von Silke Nagel schwungvolle Melodien mit fetzigen Zwischentönen ins Publikum: „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ und „I Got Rhythm“ von George Gershwin.

Eine kleine Unterbrechung, denn Erwin Brinkmeier vom Sängerkreis Nordwestfalen ehrte Friedhelm Pösse für 50 Jahre und Walter Grothaus für 60 Jahre Mitgliedschaft beim MGV Wersen. Als besonderes Geschenk hatte er ein altes Dokument aus dem Jahre 1938, in dem der MGV erwähnt wird, mitgebracht.

Lange dabei: Walter Grothaus (links) und Friedhelm Pösse (rechts) werden von Erwin Brinkmeier vom Sängerkreis Nordwestfalen, für 60- und 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Lange dabei: Walter Grothaus (links) und Friedhelm Pösse (rechts) werden von Erwin Brinkmeier vom Sängerkreis Nordwestfalen, für 60- und 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: Erna Berg

Zum Mitsingen des Irischen Segenswunsches luden die Männerchöre die Zuhörer zum Ende des Konzertes ein. „Möge die Straße uns zusammenführen.“ Überbordende „Klänge der Freude“ nach Edward Elgars Melodie „Pomp and Circumstance“ erschallten – gemeinsam gesungen von allen Künstlern und Gästen– durch die alten Mauern der schönen Dorfkirche, zum Geburtstag und zum Lobe des Schöpfers.

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