„Lese-Engel“ fördern Selbstvertrauen Lotter Kinder
Üben, um Ängste abzubauen

Alt-Lotte -

Dem adventlichen Lesementorentreffen im Lehrerzimmer der Alt-Lotter Grundschule schlossen sich fast alle der 18 Unterstützer beim Lesenlernen an. Deutlich wurde einmal mehr: Sie sind längst ein enorm wichtiger Teil des Schullebens geworden.

Dienstag, 18.12.2018, 17:26 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 17:28 Uhr
„Lese-Engel“ trafen sich bei Plätzchen und Kuchen im Lehrerzimmer der Alt-Lotter Grundschule.
„Lese-Engel“ trafen sich bei Plätzchen und Kuchen im Lehrerzimmer der Alt-Lotter Grundschule. Foto: Ursula Holtgerwe

Das beschrieb die kommissarische Schulleiterin Magdalena Dassau folgendermaßen: „Sie sind nicht mehr wegzudenken und haben sich mit Ihrer Unterstützung zu wichtigen Förderern unserer Kinder entwickelt.“

Auf jedem Platz standen „Lese-Engel“ als symbolisches Dankeschön zum Mitnehmen. Auch für die Koordinatorinnen Beate Diesel und Jutta Hartmann gab es so eine kleine Aufmerksamkeit. Bei Kaffee, Tee und Selbstgebackenem ließ jeder Lesementor das Jahr mit seinem Schützling Revue passieren. Das hat sich bewährt: Im Austausch mit den Klassenlehrern können so kleinere Probleme diskutiert und Lösungen gefunden werden.

Zum Beispiel gibt es jetzt laminierte Karten, die während der Förderstunden an den Türen befestigt werden. Drauf steht: „Pst!! Bitte nicht stören! Hier wird gelesen.“ Auslöser waren die Schüler, die aus der Betreuung in die eigentlich besetzten Klassen kamen, um Vergessenes für ihre Hausaufgaben zu holen. „Das stört ungemein“, beschrieb Renate Giebel die nervigen Unterbrechungen.

Dass die Raumnot der Schule in voraussichtlich eineinhalb Jahren nicht mehr bestehe, berichtete Magdalena Dassau der Gruppe. Sechs Räume sollen angebaut werden. „Dann gibt es auch mehr Rückzugsmöglichkeiten für unsere Lesementoren“, betonte sie.

Bei den Berichten stellte sich heraus, dass den Kindern mehr Unterstützung in den Elternhäusern guttun würde. Das ist indes bei Familien mit Migrationshintergrund schwierig, wenn die Eltern die deutsche Sprache nicht oder nur unzureichend sprechen.

Jedenfalls genießen die Mädchen und Jungen während der Leseförderung eine Schulstunde lang die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Erwachsenen. Manche Kinder lassen sich schnell ablenken und können sich deshalb nur kurz konzentrieren. „Dann machen wir zwischendurch etwas anderes und lesen anschließend weiter“, hieß es mehrfach.

Auch Lesehausaufgaben werden in der Förderstunde erledigt, damit das Kind weiß, dass es den Text vorlesen kann. Und es gibt Kinder, die ehrgeizig sind und rasch erfreuliche Fortschritte machen beim Lesen. Diese Rückmeldung erhielten die Lesementoren auch von Lehrerin Sabine Weichold. Derartige Fortschritte, so die Pädagogin, helfen den Schülern, Selbstvertrauen aufzubauen und die Angst zu verlieren, etwas falsch zu lesen und zu sagen. „Es gibt Kinder, die dann lieber schweigen“, berichtete sie.

Manche Kinder lesen gut, wenn sie „einen guten Lauf haben“, berichteten die Mentoren; andere sind stets „mit Feuereifer dabei“ und haben ihre Fertigkeit so gefestigt, dass sie mit Betonung und flüssig lesen und damit Textverständnis erkennen lassen. Weil der Bedarf gerade bei Zweitklässlern groß ist, wie die Liste der Kinder mit Förderbedarf zeigte, fanden sich spontan einige Unterstützer für ein weiteres Kind. Über dieses „engelsgleiche“ Verhalten freute sich Dassau: „Ich habe das Gefühl, dass sie und die Kinder im Großen und Ganzen gut harmonieren. Ich kenne keine Schule, die so viele tolle Lesementoren hat wie wir!“

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