Bürgermeister beim SFL-Neujahrsempfang visionär: Sporthotel, Schwimmschule, Skaterbahn
„Sportpark 2030“ und viel Arbeit

Lotte -

Mit „Stolz und Demut“, so Vorsitzender Ulrich Saatkamp, gehen die Sportfreunde Lotte ihr 90-jähriges Bestehen an.

Sonntag, 06.01.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 07.01.2019, 17:06 Uhr
Das Miteinander von Politik und Verwaltung dokumentierten bei den Sportfreunden (von links) Landrat Klaus Effing, Vize-Bürgermeisterin Helga Strübbe, Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Horst Petersson, Rainer Lammers und Markus Pieper.
Das Miteinander von Politik und Verwaltung dokumentierten bei den Sportfreunden (von links) Landrat Klaus Effing, Vize-Bürgermeisterin Helga Strübbe, Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Horst Petersson, Rainer Lammers und Markus Pieper. Foto: Manfred Mrugalla

Doch gedanklich sind sie bereits über ihren 100. Geburtstag hinaus. Beherrschendes Thema des bedeutendsten Neujahrsempfangs in der Gemeinde Lotte war am Sonntag im VIP-Club 1929 des Frimo-Stadions nämlich das Projekt „Sportpark 2030“, dem sich Verein und Gemeinde gleichermaßen verschrieben haben. Das dokumentierte Bürgermeister Rainer Lammers , indem er bei seinem Grußwort ins Detail ging.

Neben dem Bau einer im Grundsatz bereits beschlossenen Dreifachsporthalle zwischen Stadion und Grundschule kündigte er Sanierungen unter anderem an der Tennishalle wie am TuS-Vereinsheim an. Als Visionen benannte er eine Schwimmschule, Bogenschieß- und Skateranlage, „vielleicht sogar ein Sporthotel“ mit Wellnessbereich.

Klaus Effing , den Sozialdemokrat Lammers als seinen „Lieblingslandrat“ umwarb, begegnete dessen Ansinnen, künftig auf die Kreisumlage aus Lotte zu verzichten, damit das Geld direkt den Sportfreunden zufließe, allerdings zurückhaltend: „Das lohnt sich nicht bei dem bisschen Geld, das Lotte da bezahlt; die 13,50 Euro habe ich ja im Portemonnaie“, flachste der Christdemokrat. Der Verein sei ein Aushängeschild, aber auch ein Wirtschaftsunternehmen, als das er spezieller Förderung bedürfe und sie auch erhalte. Effing lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Sportfreunden, Kreisverwaltung und Polizei vor allem bei Risikospielen. Und als Replik auf den Bürgermeister: „Lotte liegt zwar nicht im Herzen des Kreises Steinfurt, aber ich trage es im Herzen.“

Markus Pieper, CDU-Europaabgeordneter aus Halen und traditionell Lammers‘ humorvoller Widerpart beim SFL-Neujahrsempfang, fragte, ob denn im Mai Europawahl oder Kommunalwahlen stattfänden. Angesichts der Vielzahl von Projekten, die der Bürgermeister über den Sportpark hinaus benannt habe, gerate er ins Zweifeln. „Die Aufbruchstimmung ist ja positiv, aber die nötigen Investitionen sind aus den zwei Millionen Euro im Jahreshaushalt kaum darstellbar.“

Wie Lammers und Effing zuvor bedankte sich auch Pieper bei allen Ehrenamtlichen, die das Herz des Gemeinwesens darstellten. Er werde hier im Wahljahr keine Parteiwerbung betreiben, fordere aber eindringlich dazu auf, im Mai jene Kräfte im EU-Parlament zu stärken, die Europa gegen die Machenschaften von Trump, Putin oder Erdogan schützen wollten. In Europas stehe nicht alles zum Besten, aber der Brexit zeige den Wert, den die EU für die Wirtschaft und damit für die Bürger habe.

Ulrich Saatkamp warnte vor zu hohen sportlichen Erwartungen an die Drittliga-Mannschaft. Nach dem Start mit einem Punkt aus sieben Spielen und dem Pokal-Aus sei mit dem neuen Trainergespann der Klassenerhalt das realistische Ziel. Ein WDR-Film mit dem Titel „Die Helden von Lotte“ habe ihn ebenso irritiert wie die „Sport-Bild“-Überschrift „Der größte Sauhaufen des deutschen Fußballs“. Saatkamp: „Wir sind weder Helden noch ein Sauhaufen.“ Um solche Attribute zu vermeiden, wolle der Verein mit Stolz, aber in Demut arbeiten. Hierfür danke er allen ehrenamtlichen Funktionären und Helfern. Exemplarisch nannte er da Horst Petersson, Mitglied des Aufsichtsrates und seit 50 Jahren aktiver Schiedsrichter, der erneut durchs Programm führte.

Dessen Versuch, den sportlichen Leiter Manfred Wilke in einem Interview zur Preisgabe neuer Spielernamen oder von Einblicken in die Vorbereitung auf die Rückrunde zu veranlassen, schlug aber erwartungsgemäß fehl. Stattdessen appellierte der SFL-Macher an die Gäste, sich für das von Rainer Lammers benannte Projekt des Sportparks 2030 zu engagieren: „Nicht nur reden, tun! Und tun heißt wirklich machen, also arbeiten. Es gibt da viel zu tun. Wer dabei sein will, wende sich an unseren PR-Chef Marco Ostendorf.“

Für Einblicke in die Trainingsarbeit sorgten doch noch Cheftrainer Nils Drube und sein Co Sven Hozjak. Da es nur drei Wochen bis zum Neustart am 25. Januar seien, werde teils dreimal am Tag hart trainiert. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fänden noch Spiele in Enschede, Paderborn und Oldenburg statt. Hozjaks Tipp gegen 1860 München: 3:1.

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