Regenbogenschule Büren
Wenn Katzen plötzlich einen Salto machen

Lotte-Büren -

Erste Vorbereitungen für die spätere Mitarbeit im Informatikunterricht – so sieht Michael Habermann sein Angebot an der Regenbogenschule in Büren. Er leitet dort eine Computer-AG.

Dienstag, 08.01.2019, 20:21 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 20:50 Uhr
Oh nein!“, spielt Lukas, einen Fehler gemacht zu haben. Luan (von links) arbeitet konzentriert weiter. Matteo, Michael Habermann und Junis sind amüsiert.
Oh nein!“, spielt Lukas, einen Fehler gemacht zu haben. Luan (von links) arbeitet konzentriert weiter. Matteo, Michael Habermann und Junis sind amüsiert. Foto: Ursula Holtgrewe

Einen Klick braucht es nur, dann kann die Katze von Lukas einen Salto vorführen. „Ich schaff das mit meiner Katze nicht ganz. Kannst du mir mal helfen“, wendet sich Junis an Michael Habermann . Dieser nickt lächelnd. Er leitet zum zweiten Mal eine Computer-AG im Forscherstübchen der Bürener Regenbogengrundschule.

Gerade haben Matteo, Junis, Lukas und Luan das Programm „Scratch“ hochgefahren und sich angemeldet. Ein kleines gezeichnetes Bild mit einem Hintergrundbild und Figuren erscheint auf jedem Laptop-Bildschirm – selbst programmiert mit Hilfe der leicht zu lernenden Sprache „Scratch“.

„Ich finde das Programmieren mega cool. Es ist ganz leicht, Befehle einzugeben. Aus der Bibliothek kann man sich ein Bühnenbild runterladen und Figuren dazu stellen, die sich bewegen können“, begeistert sich Luan. Er tüftelt nun auch daran, dass sich sein Drache auf der Stelle dreht.

Matteo ist zur Musikanwendung gewechselt. „Ich mag das Programm dance magic“, sagt er. Ein musikalisch dissonanter Takte-Mix verbreitet sich im Forscherstübchen.

„Man kann sich eine neue Welt bauen und bestimmen, wie der Hintergrund aussehen soll“, erzählt Junis. Derweil verzweifelt Lukas fast daran, dass er den Schneemann immer in ein Päckchen verwandelt. Michael Habermann weiß Rat: „Geh mal unter den Link ,Kostüme‘ und schneide das Geschenk aus.“ Geht doch. Lukas ist zufrieden.

Inzwischen hat Junis überlegt und probiert - und strahlt zufrieden: Die Katze kann Saltos.

Als zweifacher Vater lässt Michael Habermann die Kinder gelassen agieren. Der Softwareentwickler bei Honeywell Elster in Büren erinnert sich: Anstoß für das Informatikangebot an der Regenbogenschule sei ein Bericht über Grundschulen gewesen, an denen die Schüler mit dem einfachen Programm „Scratch“ erste Erfahrungen mit dem Programmieren machen können.

„Es ist eine gute Vorbereitung für den späteren Informatikunterricht. In der ersten Stunde habe ich Theorie vermittelt mit Bits und Bytes, aber wirklich nur Grundlagen fürs Verständnis, was ein Computer ist und dass viele Dinge drinstecken“, berichtet Habermann.

Jeder Kursteilnehmer hat sich fürs Erlernen von „Scratch“ auf der zugehörigen Homepage angemeldet. Das kann übrigens jeder Interessierte von zuhause aus.

„Diese Kinderprogrammiersprache kann man spielerisch erlernen, erforschen und ausprobieren. Was sich die Schüler selbst erarbeiten, das bleibt besser haften“, betont der Softwareentwickler. „Wenn ich ihnen Tricks zeige, dann werden die in der Gruppe weitergegeben. Die Kinder lernen voneinander, gucken sich Handgriffe ab.“

Wieso ist Michael Habermann Softwareentwickler geworden? Er blickt lachend zurück: „Als ich zwölf Jahre alt war, standen im Elektroniksupermarkt Computer zum Ausprobieren. An denen konnte man nur programmieren. Davor stand ich häufig mit einem Kumpel, der schon einen PC hatte und programmieren konnte. Das fand ich so cool, dass ich das auch gelernt habe.“

Nach dem Studium der Elektrotechnik habe es noch einige Zeit gedauert, bis für ihn klar gewesen sei, dass er beruflich Programme schreiben werde. „Heute programmiere ich Kleinstcomputer in Gaszählern“, berichtet Habermann und verrät, dass er auch in diesem Jahr noch eine Computer-AG an der Bürener Grundschule anbieten wird.

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