Seniorenhilfe Lotte-Westerkappeln informiert über Pflegegrade
Eigenständiges Leben fördern

Lotte/Westerkappeln -

Was tun, damit Patienten einen Pflegegrad zuerkannt bekommen? Wo gibt es beratende Unterstützung? Zu dem komplexen Thema referierte Ronja Schüttken bei „Hand in Hand – Seniorenhilfe Lotte-Westerkappeln“ in der Mensa der Wersener Gemeinschaftsschule. Früher habe es drei Pflegestufen gegeben und vier Bereiche, die von der Pflegekasse der Krankenkassen eingestuft wurden, blickte die examinierte Altenpflegerin und Pflegewissenschaftlerin Ronja Schüttken zurück.

Sonntag, 13.01.2019, 15:30 Uhr
Reges Interesse bei Ronja Schüttkens (am Laptop) Vortrag. Bei der technischen Einrichtung haben der Hand-in-Hand-Vorsitzende Achim Jakob (stehend, links) und Klaus Kluge (stehend, rechts) geholfen.
Reges Interesse bei Ronja Schüttkens (am Laptop) Vortrag. Bei der technischen Einrichtung haben der Hand-in-Hand-Vorsitzende Achim Jakob (stehend, links) und Klaus Kluge (stehend, rechts) geholfen. Foto: Ursula Holtgrewe

„Es hat im Pflegestärkungsgesetz II ein Perspektivwechsel stattgefunden. Seit zwei Jahren gibt es fünf Pflegegrade. Berücksichtigt wird seitdem, dass dementiell Erkrankte und kognitiv eingeschränkte Personen einen höheren pflegerischen Zeitaufwand benötigen als körperlich Beeinträchtigte“, erklärte die Mitarbeiterin des Pflegedienstes Hassel.

Ziel der Pflege sei es, die Mobilität und die Fähigkeiten des Patienten sowie dessen Leben im vertrauten heimischen Umfeld so lange wie möglich zu fördern, hob Schüttken heraus. Es gelte: „Je mehr jemand eingeschränkt ist, umso mehr ist jemand pflegebedürftig.“ Ein dementer Mensch mit Weglaufdrang könne nur daran gehindert werden, wenn die Pflegeperson sich die Zeit nehmen kann, dessen Gedanken behutsam in eine andere Richtung zu lenken. „Es kann schon mal sein, dass ein Waschlappen nach einem geworfen wird. Da hat es sich als sinnvoll erwiesen, etwas später erneut auf diesen Menschen zuzugehen“, beschrieb sie ein Praxisbeispiel.

Geprüft wird bei der Einstufung in Pflegegrade auch die Fähigkeit, inwieweit der Patient sich noch selbst versorgen kann. Dazu gehören eigenständiges Trinken und die Verrichtung der eigenen Körperpflege. „Je nachdem wie groß die Einschränkung ist, erfolgt eine entsprechende Gewichtung“, betonte Schüttken.

Ein Anruf bei der Pflegekasse reicht in der Regel aus, damit der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) ins Haus kommt zur Begutachtung. Hilfreicher kann es sein, den Antrag schriftlich reinzureichen, denn für einen Leistungsanspruch gilt rückwirkend das Antragsdatum.

Ronja Schüttken räumte ein, dass sich Patienten häufig zusammenreißen, wenn fremder Besuch zu Hause ist: „Dann öffnen sie angekleidet die Haustür und können plötzlich wieder eigenständig aus einem Glas trinken.“ Sinnvoll sei es, dass zum Beispiel ein Mitarbeiter des Pflegedienstes beim Gespräch dabei ist. Das könne einen Widerspruch bei einer eventuell zu niedrigen Einstufung erleichtern. „Ein guter Gutachter wird, sofern vorhanden, Einsicht in die Pflegedokumentation nehmen“, so die Fachfrau.

Es kann bis zu drei Monaten dauern, bis das Gutachten vorliegt. Professionelle Pflegeberatung und Informationen gibt es bei Kranken- beziehungsweise Pflegekasse, bei Pflegestützpunkten, zum Beispiel bei der Knappschaft, bei unabhängigen Pflegeberatungen, bei Pflegediensten und als Einstieg in die Materie unter www.pflegelotse.de.

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