Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn
Vorstand stellt sich breiter auf

Lotte/Westerkappeln/Mettingen -

Mit Optimismus und einem neu gewählten, erweiterten Vorstand breiter aufgestellt geht die Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn ins neue Vereinsjahr.

Mittwoch, 16.01.2019, 18:00 Uhr
Mit Optimismus in die Zukunft blickt der neu gewählte Vorstand des Vereins Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn (von links): Kassierer Manfred Berghaus, der 2. stellvertretende Vorsitzende Bernd Anneken aus Mettingen, Schriftführer Reinhard Kampling, 1. Vorsitzender Ingo Hoppe und der stellvertretende Kassierer Jürgen Will aus Westerkappeln.
Mit Optimismus in die Zukunft blickt der neu gewählte Vorstand des Vereins Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn (von links): Kassierer Manfred Berghaus, der 2. stellvertretende Vorsitzende Bernd Anneken aus Mettingen, Schriftführer Reinhard Kampling, 1. Vorsitzender Ingo Hoppe und der stellvertretende Kassierer Jürgen Will aus Westerkappeln. Foto: Angelika Hitzke

Neu ist, dass in der Führungsriege des 2015 auf Betreiben des ehemaligen Landrates Martin Stroot und des Recker Heimatvereins Zusammenschlusses der Reaktivierungs-Befürworter jetzt auch Lotte, Mettingen und Westerkappeln vertreten sind.

Zur Hauptversammlung im Golfclub Osnabrück-Dütetal in Lotte konnte Vorsitzender Ingo Hoppe neben 20 der 100 Mitglieder auch Johann Ubben von der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH und Bereichsleiter Eisenbahn bei der RVM (Regionalverkehr Münsterland GmbH) begrüßen, der über den aktuellen Stand der Planungen zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn (TN) berichtete.

In seinem Jahresbericht hob Hoppe insbesondere das Gespräch mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im März 2018 hervor. Der Minister unterstütze das Anliegen der Initiative und habe zugesagt, sich dafür einzusetzen, dass die Maßnahme möglichst schnell gefördert werde. Hauptthema auf dem Frühjahrsmarkt in Mettingen im April seien das Verhalten und die Aussagen von Coppenrath &Wiese (Cowi) gewesen. Die Mettinger Tiefkühlbäckerei lehne die Reaktivierung ab und versuche, „die Politik zu erpressen“, so Hoppe: „Die Gegner konnten wir nicht überzeugen, aber insgesamt haben wir viel Zuspruch bekommen.“

Positive Resonanz habe man auch bei einer Reihe weiterer Info-Veranstaltungen, Einladungen zu Fastabenden, Gesprächen mit Politikern und einer Podiumsdiskussion an der Fürstenberg-Schule in Recke bekommen, wo sich die 160 Schüler sehr aufgeschlossen gezeigt hätten. Auch am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen habe man die Diskussion angeboten. Die Reaktivierungsgegner, so betonte Hoppe, führten immer die gleichen Argumente ins Feld: „Sie stellen Behauptungen auf, die nicht wahr sind.“ Das hätten zum Beispiel die Tests zu den Schrankenschließzeiten nachgewiesen.

Ob Stände und Info-Veranstaltungen, die derzeit laufenden Gespräche mit dem Landrat oder Pflege der Homepage und des Facebook-Auftritts – der Vorstand habe gemerkt, dass er Verstärkung insbesondere von jungen Leuten brauchen könne. Um die Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen, habe man die Aufstockung von vier auf sieben Vorstandsmitglieder beschlossen und sich darauf geeinigt, das bisher mit Reckern besetzte Gremium durch Kollegen aus den Kommunen Mettingen, Westerkappeln und Lotte zu ergänzen.

Die vorgeschlagenen Kandidaten Bernd Anneken aus Mettingen, Jürgen Will aus Westerkappeln und Philip Middelberg aus Lotte, der zwar nicht anwesend war, sich aber laut Hoppe zur Verfügung gestellt hatte, wurden einstimmig auf die neu geschaffenen Vorstandsposten 2. stellvertretender Vorsitzender, stellvertretender Kassierer und stellvertretender Schriftführer gewählt. Vorsitzender Ingo Hoppe, sein 1. Stellvertreter Georg Ostendorf, Kassierer Manfred Berghaus und Schriftführer Reinhald Kampling wurden ebenso einhellig in ihren Ämtern bestätigt. Zuvor hatte der Kassenbericht für dieses Jahr ein finanzielles Polster in Höhe von rund 1794 Euro ausgewiesen.

Moderne Schienen, modernes Gleisbett, moderne Haltepunkte, moderne Züge – so soll das auch auf der Tecklenburger Nordbahn irgendwann mal aussehen.

Moderne Schienen, modernes Gleisbett, moderne Haltepunkte, moderne Züge – so soll das auch auf der Tecklenburger Nordbahn irgendwann mal aussehen. Foto: ZVM

„Die optimistische Grundstimmung darf nicht dazu führen, dass wir jetzt arrogant werden“, leitete Johann Ubben seinen Vortrag ein. Viel Neues konnte er nicht verkünden, verdeutlichte aber, dass man jetzt „auf die Tube drücken“ müsse, weil man nicht wisse, ob die Konstellation in drei oder fünf Jahren noch so günstig sei. Die Planung sei „im Prinzip getan.“ Zur Diskussion in Lotte sagte er, man habe die Planung „gerne angepasst“, um der Gemeinde Verkehrsraum zur Verfügung zu stellen. Nur auf den letzten 500 Meter am Strotheweg könne man wenig machen: „Da geht es nicht mit dem Zollstock, sondern mit der Schieblehre“, so Ubben.

Der Eisenbahner hofft, dass die Gutachten bis Ende März geschrieben sind. Dann könne das Land NRW den Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) errechnen, von dem die Priorisierung im Bedarfsplan und die Förderung abhänge. Das werde etwa ein halbes Jahr dauern. Liege der NKI über 1, gingen die überarbeiteten Unterlagen ins Regionalparlament und dann in den Verkehrsausschuss, sodass im Herbst mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Ubben räumte aber auch ein: „Wenn der NKI unter 1 liegt, ist das Projekt tot.“

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