Neuanschaffungen im Bereich E-Mobilität
Lotte „stromert“ im Kreis vorn mit

Lotte -

In Sachen E-Mobilität gibt die Gemeinde Lotte ganz schön „Gas“. Vorgesehen ist, dass mithilfe von Fördermitteln im Jahr 2020 sieben kommunale Fahrzeuge mit Akkuunterstützung unterwegs sind. Erwartet wird eine jährliche CO²-Ersparnis von rund 12,76 Tonnen.

Montag, 04.02.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 17:32 Uhr
Ran an die Stromzapfsäule: Zuversichtlich sind Marc-Philipp Nikolay (links) und Rainer Lammers, dass im nächsten Jahr voraussichtlich sieben E-Fahrzeuge zum kommunalen Fuhrpark in Lotte zählen.
Ran an die Stromzapfsäule: Zuversichtlich sind Marc-Philipp Nikolay (links) und Rainer Lammers, dass im nächsten Jahr voraussichtlich sieben E-Fahrzeuge zum kommunalen Fuhrpark in Lotte zählen. Foto: Ursula Holtgrewe

Das politische Okay hatte es vor rund eineinhalb Jahren gegeben: Der Verkehrs- und Umweltausschuss hat im Juni 2017 auf Antrag von CDU und Grünen die Teilumstellung des kommunalen Fuhrparks auf sechs E-Fahrzeuge beschlossen, inklusive Wall-Boxen zum Laden in der Garage und Batteriespeicher, der Solarstrom vom Dach des Servicebetriebs speichern wird. In den kommunalen Haushalt wurden insgesamt 265 000 Euro eingestellt, verteilt auf drei Jahre.

„Wir haben diskutiert, welche Fahrten, mit welcher Motorausstattung denkbar sind“, blickt Bürgermeister Rainer Lammers zurück. Für die Errechnung der Einsparungen nahm Lottes Klimamanager Marc-Philipp Nikolay die Fahrtenbücher als Grundlage und ermittelte weiterhin, dass die 12,76 Tonnen CO-Ersparnis in etwa der Menge entspreche, die von 1000 alten Bäumen pro Jahr gebunden werden können. „Perspektivisch rechnen wir mit erheblichen Einsparungen bei Betriebs-, Fix- und Werkstattkosten“, betont Nikolay und gibt zu bedenken, dass es Förderungen gibt, die ausschließlich Kommunen vorbehalten sind; andere Unterstützungsmaßnahmen Kommunen attraktivere Konditionen bieten als Privatverbrauchern.

Zwei Fahrzeuge sind in Lotte bereits einsatzbereit: Seit dem Nikolaustag zählt der Kia Niro Plug-In Hybrid als „unser großer Dienstwagen“ (Lammers) zum Fuhrpark. „Das ist ein Hybridfahrzeug, das einen Akku hat und einen mit Superkraftstoff versorgten Verbrennungsmotor. Nach den Laborwerten verbraucht er 1,3 Liter Super auf 100 Kilometer, wenn der Elektromotor mitläuft“, erklärt Lottes Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay.

Seit Jahresbeginn ist ein VW e-up! als rein akkuangetriebener Pkw und daher fast lautlos im Einsatz . Der ist, so Lammers, „der kleine Dienstwagen für kurze Strecken in Lotte und bis kurz hinter die Gemeindegrenzen.“ Mit einem technischen Kniff kann der kleine Wagen beim Fahren Energie produzieren. „Der Up arbeitet mit Rekuperation. Beim Bremsen und wenn er rollt wird Energie in den Akku eingespeist“, erklärt Nikolay.

Für den Servicebetrieb wird die Auslieferung von zwei Nissan e-NV 200 Evalia erwartet. Diese Nutzfahrzeuge sind dann für den Personentransport und für leichteres Material im Einsatz. „Mithilfe des Stromspeichers für den Servicebetrieb können die Fahrzeuge dann zum großen Teil mit selbst produziertem Strom fahren“, blickt Lottes Klimaschutzmanager in die Zukunft.

Für diese vier Fahrzeuge erhielt die Gemeinde Lotte eine Bundesförderung von 50 Prozent des Anschaffungspreises, gefördert im Rahmen der „nationalen Klimaschutzinitiative“ durch das Bundesumweltministerium. „Leasingfahrzeuge hätten wir nicht gefördert bekommen“, erklärt Nikolay. Und, dass er die Förderung nur habe beantragen können, weil Lotte die Stelle eines Klimaschutzmanagers besetzt habe.

Geräuschlos mit E-Motor können Verwaltungsmitarbeiter nun ihrer Wege fahren. Rasante Beschleunigungsmanöver verbieten sich, weil das zulasten der Akku-Kapazitäten und damit der Reichweite geht.

Das gilt auch für die Fahrzeuge Nummer fünf und sechs, für deren Förderung von beachtlichen 80 Prozent Lottes Klimaschutzmanager die Bewilligung aus einem zweiten Fördertopf mit der Bezeichnung „Kommunaler Klimaschutz.NRW“ beantragt hat. Den Fonds dazu hat die Europäische Union aufgelegt. „Wir möchten zwei weitere Wagen für den Servicebetrieb in Betrieb nehmen und hoffen, dass wir die Zusage Ende April erhalten“, ist Nikolay optimistisch, auf diese finanziell attraktive Weise die E-Mobilität des Servicebetriebes noch einmal erweitern zu können.

Auch ein drittes Förderprogramm, getitelt „progres.nrw – Emissionsarme Mobilität“, hat der Klimaschutzmanager aufgetan. Unter „progres.nrw“ hat das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium ein breit angelegtes Förderprogramm für regenerative Energien aufgelegt. „Ein siebtes E-Fahrzeug für den Abwasserbetrieb ist in Planung. Hier wird ein Förderantrag beim Land NRW gestellt. Wir rechnen mit einem Zuschuss von 40 Prozent aus dem Förderprogramm“, ist Marc-Philipp Nikolay zuversichtlich, dass die Gemeinde Lotte im nächsten Jahr mit sieben Fahrzeugen ein deutliches Signal pro E-Mobilität setzen kann.

„Im Kreis Steinfurt stromern wir mit unserer Umrüstung ziemlich weit vorn mit“, resümiert er zufrieden darüber, dass die kommunale E-Mobilität in Lotte rasant Fahrt aufnehmen wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6370239?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Polizei Münster erteilt Auskunft
Polizeipräsidium Münster
Nachrichten-Ticker