Geldstrafe und Führerscheinentzug
Den eigenen Sohn vorsätzlich verletzt

Lotte/Tecklenburg -

Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro hat das Amtsgericht Tecklenburg jetzt einen Mann aus Lotte verurteilt. Er musste zudem noch direkt im Sitzungssaal für sechs Monate seinen Führerschein abgeben. Er hat nach Überzeugung des Richters seinen eigenen Sohn vorsätzlich verletzt

Sonntag, 10.02.2019, 15:42 Uhr aktualisiert: 10.02.2019, 16:44 Uhr
 
  Foto: dpa

Zum Tatgeschehen des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall kam es im Juni 2018, als der 62-Jährige vor dem Geschäft seiner Ex-Frau in Lotte den gemeinsamen Sohn als „Loser“ beschimpfte, der nichts auf die Reihe bekomme.

Der 26-Jährige wollte das nicht so stehen lassen und lief hinterher, als sein Vater, zu dem er seit der Scheidung der Eltern vor 15 Jahren nur sporadisch Kontakt hat, sich in sein Auto setzte. Als der junge Mann die Beifahrertür öffnete, um noch einmal mit dem Vater zu reden, fuhr dieser so abrupt an und wieder zurück, dass der Sohn sich nur durch einen Sprung zurück retten konnte. Er trug Abschürfungen am rechten Oberarm davon.

Er wisse nicht, ob sein Vater mit Absicht oder in Panik gehandelt habe, räumte der 26-Jährige ein. „Ich traue ihm aber zu, dass es Absicht war“, fuhr er fort. Das bestreitet der Angeklagte vehement. Er habe sich bedroht gefühlt, habe wegfahren wollen und auch müssen, weil ein Bus kam, sagte der 62-Jährige aus. „Auf jeden Fall nicht mit Vorsatz“, versicherte er nachdrücklich.

Das sieht das Gericht anders. „Es ging Ihnen darum, ihrem Sohn zu zeigen, was eine Harke ist, und Sie haben billigend in Kauf genommen, dass er dabei zu Schaden kommt“, zeigte sich der Richter überzeugt.

Er stützte sich auf die Zeugenaussagen des Sohnes, der Ex-Frau und nicht zuletzt einer Kundin. Die beiden Frauen hatten das Geschehen durch das Schaufenster verfolgt. „Da war nichts“, sagte die Kundin auf die Frage, ob der Angeklagte wegen der Ankunft eines Busses habe losfahren müssen. „Warum sagen sie eigentlich die Unwahrheit“, ging der Angeklagte daraufhin die Zeugin an.

Seine Unbeherrschtheit war auch ein Grund für das Gericht, seinen Führerschein zu kassieren. Wer sich selber nicht im Griff habe, sei zum Führen eines Kraftfahrzeugs ungeeignet, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Zudem monierte er, dass der 62-Jährige kein Bedauern über die Verletzungen geäußert hatte. Das Gericht blieb mit seiner Geldstrafe von 1800 Euro deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Deren Vertreterin hatte sich für eine Bewährungsstrafe von acht Monaten ausgesprochen.

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