Pastor Detlef Salomo sorgte für viele „Lacher“ im Gottesdienst
Humor als Gabe Gottes

Lotte -

Pastor Detlef Salomo entließ keinen Gottesdienstbesucher aus der evangelischen Kirche, wenn er nicht wenigstens einmal herzhaft gelacht hatte.

Dienstag, 05.03.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 17:02 Uhr
Spaß verstehen und nicht alles immer so bitterernst zu nehmen, rief Pastor Detlef Salomo jetzt seiner Kirchengemeinde in Lotte zu.
Spaß verstehen und nicht alles immer so bitterernst zu nehmen, rief Pastor Detlef Salomo jetzt seiner Kirchengemeinde in Lotte zu. Foto: Peter Selter

„Es darf gelacht werden, gerade auch hier in der Kirche“, betonte Pastor Detlef Salomo . Den Zusammenhang von Glauben und Humor in dem Gottesdienst am Karnevalssonntag zu thematisieren, sei keine Schnapsidee eines modernen Pastors, nein, vielmehr habe bereits Martin Luther gesagt: „Wenn ich wüsste, das Gott keinen Spaß versteht, sollte ich nicht in den Himmel kommen“, so Detlef Salomo.

Er habe nicht die Kanzel mit der Bütt verwechselt, auch wenn er am Karnevalswochenende einen Witz und nicht einen Bibeltext an den Anfang seiner Predigt stelle. Er wolle über die Fröhlichkeit eines Christenmenschen und über den Humor sprechen. „Wir Protestanten haben da einen ziemlichen Nachholbedarf, was das Zusammenspiel von Glaube und Humor angeht“, so der Pastor.

Gute protestantische Witze über die Kirche hätten Seltenheit. Dabei hätten alle doch immer wieder allen Grund zur Heiterkeit und das nicht nur in der „fünften“ Jahreszeit. Er erinnerte an den Apostel Paulus, der in seinem Brief an die Thessalonicher geschrieben habe: „Seid allezeit fröhlich“. Das sei kein Ratschlag für Menschen mit einem sonnigen Gemüt oder einem unverbesserlichen Optimismus, sondern gelte für alle Menschen. Glaube und Humor seien Geschwister.

Das Gemeindeoberhaupt ließ die Themen Humor und Lachen sich nicht nur wie einen roten Faden durch alle Teile des Gottesdienstes, von der Begrüßung über die Predigt bis hin zu den Fürbitten ziehen, sondern bot immer wieder einzelne Witze, bis er sein „Versprechen“ eingelöst hatte. Das lautete, dass kein Besucher den Gottesdienst verlassen würde, bis er nicht einmal herzlich gelacht habe. Er behielt Recht. Bei der Auswahl der Witze war – zu sehen und zu hören – für jeden etwas dabei.

Es gebe zu viele humorlose Zeitgenossen. Wer sich selbst auch nur ein bisschen kenne, der wisse: „Manchmal stehen wir uns ganz schön selbst im Weg“, so der Pastor. Mit Sinn für Humor sei es leichter, das Unangenehme zu tolerieren, mit dem Unerwarteten fertig zu werden und das Unerträgliche zu überstehen. Denn es sei nicht so, dass besonders fromme gleichzeitig auch besonders fröhliche Menschen seien. Deshalb habe der Apostel Paulus seinen Worten auch hinzugefügt: „Seid dankbar in allen Dingen“.

Dankbarkeit biete ein Gespür für viele Freundlichkeiten im Alltag. Wer darauf achte, werde vielleicht nicht immer etwas zu lachen haben, aber auf jeden Fall aufmerksamer werden für Gott und seine Gaben. Der Humor sei eine davon und sicherlich eine der schönsten, so Detlef Salomo.

Beim anschließenden Kirchenkaffee im Gemeindehaus trafen sich noch einige Gottesdienstbesucher und tauschten sich auch über den Gottesdienst aus. Ob die ehemalige Lotterin Irma aus Gaste oder der Freundeskreis von Auguste, Inge, Erwin, Heinz und Heinz-Georg, sie alle waren sich einig, dass es ihrem Pastor wieder einmal gelungen sei, alle Altersgruppen im Gottesdienst anzusprechen. So ein Thema so im Gottesdienst aufzugreifen, erfordere auch eine „gewisse Courage“.

„Das Eis muss doch zu brechen sein“, habe er sich gedacht und das Thema des Gottesdienstes ausgewählt, sagte Pastor Detlef Salomo, der seinen Talar und das „Beffchen“, den kleinen weißen Schal unter dem Hals zwischenzeitlich gegen eine große Schwarz-rot karierte Fliege getauscht hatte. Woher er die vielen Witze kenne, fragten die Kaffeegäste. Er habe viele Bücher dazu gelesen, erzählte der Pastor. Sein Lächeln verriet, dass er wohl noch einige Witze mehr in Petto hätte.

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