Grenzbebauung am Boyersweg
Baugebiet soll sich in die Lotter Umgebung einpassen

Lotte -

Erklärtes Ziel der Politik – auch vor Ort in Lotte – ist es, dem Wunsch der Bevölkerung nach mehr Wohnraum zu entsprechen. Deshalb standen zwei Wohnbauflächen in Alt-Lotte als zentrale Punkte auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses in Lotte in der Sitzung am Donnerstag im Rathaus.

Freitag, 15.03.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 18:32 Uhr
Hier soll gebaut werden: eine Baulücke zwischen Ringstraße, Torfkuhlenweg (rechts) und Boyersweg.
Hier soll gebaut werden: eine Baulücke zwischen Ringstraße, Torfkuhlenweg (rechts) und Boyersweg. Foto: Angelika Hitzke

Mit dem „Bebauungsplan 53 Boyersweg“, so die amtliche Bezeichnung für eine Ackerfläche zwischen Boyersweg und Torfkuhlenweg, ist man in der Planung schon weit vorangeschritten. Sehr ausführlich erläuterte Norbert Reimann vom Planungsbüro Hahm aus Osnabrück den Planungsstand.

In dem von einem Investor erworbenen Baugebiet ist eine relativ starke Verdichtung vorgesehen, erläuterte Reimann, während die Umgebungsbebauung lockerer ist. In der Praxis heißt das, dass bis zu 40 Prozent des Grundstücks bebaut werden können. Vorgesehen ist eine Gebäudehöhe von bis zu 10,5 Meter mit zwei Vollgeschossen und einem möglichen Staffelgeschoss. Reimann zeigte auf, dass mit einer Maximalhöhe von acht Metern an den Rändern des Baugebietes auch an eine harmonische Anpassung an die Umgebungsbebauung gedacht wurde.

Erschlossen wird die Fläche über eine Verlängerung des Krokuswegs. Im Norden wird das Baugebiet begrenzt von einem ehemaligen Gehöft mit einer anschließenden Streuobstwiese. Hier ist ein Steinkauz beheimatet. Die artenschutzrechtlichen Untersuchungen haben ergeben, dass einer Bebauung nichts im Wege steht, wenn man einen fünf Meter breiten naturnahen Schutzstreifen belässt. Dem wurde seitens der Planung nach Reimanns Worten auch entsprochen.

Alle Fraktionen begrüßten die bauliche Verdichtung. Skepsis kam aber bezüglich der Einfriedungen auf. Plastikzäune rund um das Neubaugebiet sah Werner Schwentker (CDU) – genau wie die anderen Ausschussmitglieder – als eine schreckliche Vision. Thomas Schmitt (Grüne) brachte ein Beispiel aus Remscheid oder Wolfenbüttel ein, wo Nistkästen für Mauersegler und Fledermäuse als Pflichten für die Bauherren auferlegt wurden. Damit fand er keine ausreichende Zustimmung im Ausschuss. Nach sehr lebhafter Diskussion einigten sich die Mitglieder darauf, in der Grenzbebauung zu öffentlichen Verkehrsflächen bis zu einer Höhe von einem Meter festes Material zu gestatten. Bei einer Höhe von bis zu 1,80 Meter wird eine Hecke aus einheimischen Pflanzen vorgeschrieben. Mit dieser Ergänzung wird bei einstimmigem Beschluss der Bebauungsplan kurzfristig zur Bürgerbeteiligung öffentlich ausgelegt.

So weit wie am Boyersweg ist man mit der zweiten Fläche, dem „Bebauungplan Nr. 3 Mersch“, noch nicht. Der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahre 1979 sei aufgrund der städtebaulichen Entwicklung mittlerweile überholt, erläuterte Margarete Lersch, Mitarbeiterin des Bauamts. Die Gemeinde will auf die Kompetenzen des sogenannten Flächenpools NRW zurückgreifen. Die Kosten beschrieb Lersch mit rund 8000 Euro für die Gemeinde als sehr überschaubar. Insbesondere stellte sie heraus, dass es sich um Fachleute beim Landesbetrieb handelt. In Aussicht gestellt wurde seitens des Landes auch eine schnelle Bewilligung binnen nur drei Monaten. Alle Fraktionen begrüßten die Zusammenarbeit im dem Flächenpool. Damit wurde der einstimmige Beschluss gefasst, den Förderantrag bis zum 29. März beim Flächenpool NRW zu stellen.

In der Einwohnerfragestunde wurde deutlich, dass das Thema baulicher Veränderungen bei den Anwohnern sehr sensibel gesehen wird – rund 20 Bürger waren zu dem Thema erschienen.

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