Tonto macht Appetit aufs zweite „Clown Varieté“ in Lotte
Diesmal wird‘s auch zauberhaft

Lotte -

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr organisieren die drei Thomasse – Thomas Wolf alias Clown Tonto, der Bürener Werbeberater Thomas Baumann und der Wersener Ratsstubenwirt Thomas Engel – auch in diesem Jahr das „Einzige Lotteraner Clown Varieté“. Es findet am Samstag, 30. März, ab 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) im Saal der Ratsstuben statt. Wie er überhaupt Clown wurde, wie er auf die Idee mit dem abendfüllenden Showprogramm kam und was die Besucher erwartet, verrät Tonto im Gespräch.

Dienstag, 19.03.2019, 18:30 Uhr
Bunt wie sein Gartenzaun ist das Programm der zweiten Auflage des „Einzigen Lotteraner Clown Varietés“, das der BürenerThomas Wolf alias Clown Tonto am 30. März in den Wersener Ratsstuben organisiert und mitbestreitet.
Bunt wie sein Gartenzaun ist das Programm der zweiten Auflage des „Einzigen Lotteraner Clown Varietés“, das der BürenerThomas Wolf alias Clown Tonto am 30. März in den Wersener Ratsstuben organisiert und mitbestreitet. Foto: Angelika Hitzke

Herr Wolf , Sie wohnen seit fast neun Jahren in Büren, arbeiten als Krankenpfleger in Schloss Haldem, einer Fachklinik für suchtkranke Straftäter, und sind seit 2013 als Clown Tonto unterwegs. Warum haben Sie sich zum Clown ausbilden lassen ?

Thomas Wolf: Der Grund ist, dass wir in Haldem eine Theatertherapie installiert haben. Der entscheidende Impuls war ein Vortrag der Neurologin, Pantomimin und Clownin Dr. Petra Klaps zum Thema „Humor in der Pflege“. Aus diesem Vortrag heraus entstand die Idee, dass vielleicht mit den Inhalten der Clownerie im eigentlichen Sinne etwas für die Patienten erreicht werden kann.

Was heißt Clownerie im eigentlichen Sinne?

Wolf: Das ist die ursprüngliche Philosophie. Ganz, ganz früher gab es den ganzheitlichen Gegenteiler – jemand, der sein Gegenüber spiegelt und dafür sorgt, dass der Anführer des Stammes nicht über die Stränge schlägt. Zum Teil hatte er auch die Rolle des Heilers. Der Hofnarr im Mittelalter ist daraus entstanden. Aus diesem Berufsstand hat sich dann entwickelt, was wir heute als Clownerie verstehen, vom eher akrobatischen Zirkusclown mit Jonglage bis hin zum Klinik-Clown.

Was ist der Unterschied zwischen Clownerie und Comedy ?

Wolf: Clownerie macht sich nicht über jemanden, sondern mit jemandem lustig. Grundlage ist eine positive Weltanschauung, ein wertschätzender Umgang mit den Menschen und ihren Schwächen. Es ist Körper- und Gefühlstheater. Das ist nicht nur gespielt, sondern das, was ich in dem Moment empfinde. Der Clown erzählt aus Spaß am Scheitern skurrile Situationen und Geschichten aus dem Alltag. Comedy, auch Kabarett, sind oft sehr politisch und nicht immer wertschätzend den Menschen und der Gesellschaft gegenüber. Da gibt es zum Beispiel das komische Meckern über Beziehungen und manchmal auch sehr derbe Verbalisierungen. Der Clown ist grundsätzlich positiv, er gibt nie auf, versucht, auf verschiedensten Wegen zu einer Lösung zu kommen – meistens mit Happy End.

Wo haben Sie ihre Clownausbildung gemacht und was genau haben Sie da gelernt ?

Wolf: Im Kolibri-Institut in Köln bei Frau Dr. Klaps. Die ist gelernte Physiotherapeutin, hat als Kind eine Ballettausbildung absolviert, sich in Paris insgesamt sieben Jahre lang bei Marcel Marceau zur Pantomimin und bei Jacques Lecoq zum Clown ausbilden lassen, hat dann ein Medizinstudium drangehängt, ist Neurologin geworden und nach zehn Jahren in Berlin, wo sie die mobile Aidshilfe und eine Theatergruppe in Tegel aufgebaut hat, in ihre Heimatstadt Köln zurückgekehrt. Dort hat sie das Kolibri-Institut gegründet. Da habe ich mit zwei Kollegen zweieinhalb Jahre lang berufsbegleitend, also einmal im Monat ein Wochenende, gelernt, wie man authentisch eine Geschichte erzählt, Emotionen thematisiert, weckt und rüber bringt. Der Schwerpunkt war nicht Zirkusclown mit Jonglage und so, mehr der Bühnenclown. Ein großer Anteil war Selbsterfahrung, denn emotional macht man sich sehr nackig als Clown. Jeder hat einen Clown in sich, das innere Kind. Der Tonto ist nicht gespielt, sondern ein Teil von mir.

Treten Sie lieber für Kinder oder für Erwachsene auf ?

Wolf: Das ist völlig egal, ich mache beides gerne. Für Walking Acts auf Stadtfesten oder Clownerie im Kindergaren habe ich ein eigenes, rotes , kariertes Kostüm und meine Handpuppe Mr. Buckle. Als Bühnenclown bin ich in Schwarzweiß eher pantomimisch angehaucht.

Wie unterscheiden sich denn die Reaktionen von Kindern und Erwachsenen ?

Wolf: Kinder sind gnadenlos ehrlich, man kriegt hundertprozentig direktes Feedback. Das ist eigentlich das, was ein Künstler braucht, wenn er sich weiter entwickeln will. Das ist bei Erwachsenen eher selten so; die applaudieren auch, wenn sie es nicht so toll finden. Wenn ich immer höre, das war super, obwohl es gar nicht so ist, fahre ich irgendwann gegen die Wand. Kinder machen auch bedenkenlos mit, die überlegen nicht, ob sie sich womöglich blamieren. Als ich zum Beispiel beim Sit-In-Jubiläum auf dem Rathausplatz in Wersen die Einnahmen aus dem Hut, der bei der Clown-Varieté-Premiere rumging, überreichen und daraus eine kleine Nummer machen wollte, habe ich die erwachsenen Zuschauer, die alle ziemlich weit wegstanden, gebeten, näher heranzukommen, damit die Distanz nicht so groß ist. Es hat sich keiner gerührt, und so habe ich auch nicht gespielt. Kinder haben da weniger Hemmungen: Die spielen mit; manchmal ist man selbst überrascht, was dabei herauskommt. Und wenn es ihnen nicht gefällt, stehen sie einfach auf und gehen weg.

Wie ist die Idee zum Clown-Varieté entstanden ?

Wolf: Das war meine Idee. Aber ohne Thomas Baumann mit seiner Erfahrung, wie man so etwas plant und Plakate und Werbung dafür macht, und ohne Thomas Engel, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und vergangenes Jahr mit einer speziellen Speisekarte und einem super Ambiente für den passenden Rahmen gesorgt hat, wäre das nicht machbar. Er hat auch ein ganz tolles Serviceteam. Neben meinen Kinderprojekten und Walking Acts auf Festen, wo man mehr situationsabhängig improvisiert, hatte ich immer den Wunsch, als Bühnenclown eine Geschichte zu erzählen. Improvisationstheater ist natürlich immer dabei, man versucht, mit der Stimmung im Publikum mitzuschwingen. Aber auf der Bühne habe ich einen roten Faden, ein ausgearbeitetes Thema.

Können Sie uns schon etwas über das Programm am 30. März verraten?

Wolf: Kurti M Punkt wird wieder Moderator sein. Monsieur Momo ist mit seinem Programm „Magic“ dabei, Clown Tic mit seinem Alphorn. Für den musikalischen Part sorgen wieder die „Humans“ und die „Two Generations“. Ich mache viel ohne reden, mehr mit Geräuschen und Bewegung. Da jeder seinen eigenen Clown entwickelt hat, ist es ein buntes Programm. Wir alle möchten Spaß haben mit euch. Und das ist kein Spaß: Der Eintritt ist kostenfrei!

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