Hohe Erwartungen an ein Gesamtkonzept am Merschweg
Kreative Anwohner entwickeln Ideen

Lotte -

Als es in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses um den „Bebauungplan Mersch“ ging, war die Beteiligung der Zuschauer so hoch wie selten. Rund 20 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Diskussion der Ausschussmitglieder und meldeten sich in der Bürgerfragestunde zu Wort.

Dienstag, 19.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 16:32 Uhr
Zerschnitten: So wie sich die Anwohner auf diesem Bild positioniert haben, würde ein Wendehammer das Grundstück teilen. Das möchten sie gerne verhindern.
Zerschnitten: So wie sich die Anwohner auf diesem Bild positioniert haben, würde ein Wendehammer das Grundstück teilen. Das möchten sie gerne verhindern. Foto: Olaf Wienbrack

Margarete Lersch , Mitarbeiterin des Bauamtes in Lotte, beschrieb zunächst den Bereich, um den es sich handelt. Die Fläche grenzt im Süden an das ehemalige „Mußweiler-Gelände“ und wird im Westen vom Eichenweg, im Osten vom Pappelweg sowie im Süden vom Merschweg begrenzt.

Insbesondere die sehr großen Grundstücke des Merschweges sind laut Lersch grundsätzlich für eine weitere Wohnbebauung geeignet. Als Lersch eine mögliche Zufahrt in die künftige Baufläche vom Eichenweg aus mittig durch die rund 100 Meter tiefen und jeweils etwa 18 Meter breiten Grundstücke vorschlug, war eine gewisse Unruhe unter den Zuhörern zu bemerken.

Lena Telgmann trat als Sprecherin für die Anwohner des Merschweges auf und signalisierte, dass die Anwohner sich mit der neu Planung wohl anfreunden. Als Zufahrt befürworten die Anwohner eine Straße zwischen dem ehemaligen Mußweiler-Gelände und den Gärten. Bei einem Termin vor Ort beschrieben die Anwohner die Situation sehr detailliert. Es geht ihnen darum, ihre bisherigen Gartenflächen nicht durch eine Straße zu zerteilen. Denn es gibt wohl auch Interessen, die neu zu schaffenden Bauflächen auch für Kinder oder nahe Verwandte nutzen zu wollen. Da wäre eine familiäre Bande trennende Straße im Wege.

In diesem Bereich, an das Mussweiler-Gelände angrenzend, wünschen die Anwohner Tijani Qach, Hanna Ruppert, Jens Pöling, Uwe Bulk, Angela Ruppert, Lena Telgmann und Christiane Telgmann die Zufahrt.

In diesem Bereich, an das Mussweiler-Gelände angrenzend, wünschen die Anwohner Tijani Qach, Hanna Ruppert, Jens Pöling, Uwe Bulk, Angela Ruppert, Lena Telgmann und Christiane Telgmann die Zufahrt. Foto: Olaf Wienbrack

Anders wäre es, wenn man sich an den Verlauf des Grabens hält, der das „Mußweiler-Gelände“ begrenzt. Die Anwohner erkennen durchaus, dass diese Trassenführung für die Anliegerstraße jeweils auch zu höheren Erschließungskosten führen würde. Das würden sie aber in Kauf nehmen.

In dem Termin vor Ort am Merschweg äußerten sich die Anwohner auch zur bislang gewerblich genutzten Fläche von ehemals Mußweiler. Einhellig begrüßen sie, wenn hierfür auch eine Umwidmung zu Wohnbauflächen vorgenommen würde. „Das wäre das Beste“, hieß es von Lena und Christiane Telgmann, Uwe Bulk und Angela Ruppert wie aus einem Munde.

Allen Beteiligten ist auch bewusst, dass man bezüglich der Einbindung der Experten von Flächenpool NRW auch erst ganz am Anfang steht. Wie bereits Margarete Lersch in der Ausschusssitzung geäußert hatte, geht es beim Flächenpool NRW um ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot.

Man geht dabei in drei Phasen vor. In der ersten Phase werden die Ziele und Wünsche aller Beteiligten abgeklärt. Daraus wird in der zweiten Phase ein Grobkonzept entwickelt, um dann in der dritten, der sogenannten Bindungsphase in die Umsetzung zu gelangen. Diesen Prozess wollen die Betroffenen auch gerne abwarten und erhoffen sich am Ende eine für alle erträgliche Lösung, bei der alle Seiten sicherlich Kompromisse eingehen müssen.

Zumindest haben die Merschweg-Anwohner durch ihr frühzeitiges Auftreten in der Sitzung im Rathaus offensichtlich positive Resonanz bei den Lokalpolitikern erreicht. Der Ausschussvorsitzende Georg Holtgrewe hatte sich über die rege Beteiligung gefreut und lud die Bürger dazu ein, auch bei künftigen Sitzungen Präsenz zu zeigen. „Das sind Ihre Sitzungen“, äußerte Holtgrewe. „Als Ausschuss tagen wir hier für die Bürger.“

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