Kreisjugendamt berichtet über Bedarfsplanung
Platz für alle Kinder in Lotte

Lotte -

„Wir konnten allen, die einen Platz benötigen, ein Angebot machen.“ Mit dieser Nachricht begannen die Ausführungen der Vertreter des Jugendamtes des Kreises Steinfurt beim Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) der Gemeinde Lotte. Dabei ging es um die Kinderbetreuungsplätze in Lotte.

Mittwoch, 20.03.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 17:52 Uhr
Zum aktuellen Kita-Jahr 2018/19 musste in Wersen noch eine provisorische Kita errichtet werden, um den Betreuungsbedarf zu decken.
Zum aktuellen Kita-Jahr 2018/19 musste in Wersen noch eine provisorische Kita errichtet werden, um den Betreuungsbedarf zu decken. Foto: Angelika Hitzke

Zunächst wurde von den Mitarbeitern des Kreisjugendamtes Kevin Simon und Mike Hüsing die Anmeldesituation für einen Betreuungsplatz beleuchtet. Lediglich für die Betreuung der unter Zweijährigen, mussten neun Kinder auf die Kindertagespflege ausweichen, berichteten sie. Somit seien alle 55 Anfragen bedient worden, was einem Anteil von 18,8 Prozent dieser Altersgruppe entspreche.

Falls die Nachfrage für die Betreuung der unter Zweijährigen weiter steige, erhoffe sich das Jugendamt einen Ausbau der derzeit 49 Plätze auch durch die Mitwirkung der evangelischen Kitas, die derzeit aus baulichen Gründen noch kein Angebot für unter zweijährige Kinder vorhalten konnten.

Bei den zweijährigen Kindern gab es 116 Anmeldungen. Hier mussten sechs Familien auf die Kindertagespflege ausweichen, deren Angebot gesetzlich gleichrangig sei. Bei den Drei- bis Sechsjährigen würden durch die Kitas 413 Kinder betreut, was einem Anteil von 94 Prozent entspreche.

Vor allem zum Thema Arbeitskräftemangel in den Kitas, und der zukünftigen Ausbildung von Erzieherinnen gab es Neuigkeiten.So wird es an den drei Schulen im Kreis Steinfurt, an denen Erzieherinnen ausgebildet werden, schon bald ein praxisintegriertes Konzept geben. Das bedeutet, dass die Auszubildenden vom ersten Tag an, mehr Zeit in den Einrichtungen vor Ort verbringen. Dann sind die Kindertagesstätten auch die Anstellungsträger und zahlen vom ersten Tag an eine Vergütung für die künftigen Erzieherinnen. Die alte Ausbildungsform, nach der die Schüler die ersten zwei Ausbildungsjahre in den Schulen verbrachten und keine Vergütung erhielten, wird damit zum Auslaufmodell. Durch die vermehrte Anwesenheit der Auszubildenden in den Einrichtungen wird sich, so hofft das Kreisjugendamt, auch die Personalsituation in den Kitas entspannen.

Eine weitere Veränderung betrifft das Anmeldeverfahren für einen Platz in einer Kita. Ab dem Herbst wird es den Familien - wie schon jetzt in Osnabrück - möglich sein, ihre Kinder online bei einer Kita anzumelden.

Auch am Kinderland-Familienzentrum in Alt-Lotte wird angebaut (kleines Bild), um dem Bedarf an Betreuungsplätzen in der Gemeinde gerecht zu werden.

Auch am Kinderland-Familienzentrum in Alt-Lotte wird angebaut (kleines Bild), um dem Bedarf an Betreuungsplätzen in der Gemeinde gerecht zu werden. Foto: Angelika Hitzke

Auf die besorgten Anfragen aus dem Ausschuss, ob das die einzige Anmeldeform werden sei, und wie diejenigen verfahren sollten, die sprachlich und technisch dieses System nicht beherrschten, antwortete Kevin Simon, dass die Anmeldung über das Internet in mehreren Sprachen möglich sei. Diese rein technische Anmeldung ersetze natürlich auch nicht das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Erziehern in den Einrichtungen. Somit bliebe auch künftig das bekannte Anmeldeverfahren erhalten.

1,3 Milliarden jährlich an zusätzlichen Mitteln in NRW

Zuletzt gab es noch ein besonderes Bonbon der Landesregierung, von dem Simon und Hüsing berichteten. Es nennt sich „Pakt für Kinder und Familien“ und ist von der Landesregierung gedacht als Zeichen für eine auskömmliche Versorgung der Kindertagesbetreuung.

Laut dieses Paktes sollen ab dem Kita-Jahr 2020/21 jährlich 1,3 Milliarden Euro mehr in die Betreuung fließen. Vor allem erhoffen sich die Mitarbeiter des Jugendamtes davon ein einfacheres Verfahren zur Beschaffung von Spielgeräten, Betreuungsmaterialien und Einrichtungsgegenstände, bei dem auch die Wege von der Planung bis zur Umsetzung verkürzt werden könnten. Genaueres könne man allerdings erst sagen, wenn die Ausführungsbestimmungen dazu vorliegen würden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6484954?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Radfahrerin übersieht Vorfahrt eines Pkw
Unfall auf der Hafenstraße: Radfahrerin übersieht Vorfahrt eines Pkw
Nachrichten-Ticker