Patient berichtet über Polyneuropathie
„Es war, als ob die Füße platzen“

Lotte -

Unheil- aber nicht unbehandelbar ist die Polyneuropathie. Über die Nervenerkrankung berichtete Felice la Forza, Oberarzt der Chirurgie an der Helios Klinik Lengerich, bei der Abendvisite in Haus Hehwerth.

Mittwoch, 20.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 15:38 Uhr
Felice La Forza (rechts) führte den Eingriff, bekannt unter dem englischen Namen „triple nerve decompression“, an Christian Fröhlich durch.
Felice La Forza (rechts) führte den Eingriff, bekannt unter dem englischen Namen „triple nerve decompression“, an Christian Fröhlich durch. Foto: Viktoria Savtchouk Torres

Anschließend erzählte sein Patient Christian Fröhlich über eigene Erfahrungen. Die Volkshochschule (VHS) Lengerich, der Verein „Für Lotte “ und die Helios Klinik organisieren die Abendvisite.

Bei Polyneuropathie handelt es sich um Erkrankungen der peripheren Nerven. „Heilen kann man die Erkrankung nicht, aber die Symptome verbessern,“ so la Forza. Die Symptome beginnen mit einem leichten Kribbeln und entwickeln sich dann, so beschreibt es la Forza, in ein Gefühl, als ob man Handschuhe oder Socken tragen würde, obwohl die Hände beziehungsweise Füße nackt sind.

Die Ursachen für die Erkrankung sind sehr vielfältig. Am häufigsten treten die Symptome als Folgeerscheinung von Diabetes mellitus oder Alkoholkonsum auf. Aber auch Stoffwechselstörungen oder Vererbung so wie Vitaminmangel können unter anderem dem Krankheitsbild als Entstehungsursache dienen.

Kribbeln, Taubheit, Brennen in den Fußsohlen sind typische Anzeichen der Polyneuropathie. Fröhlich empfand es, als ob seine Füße dabei wären, zu platzen.

Um die richtige Therapie anzusetzen, muss notwendigerweise die Ursache geklärt werden. So ist im Falle einer Diabetes mellitus für einen stabilen Blutzuckerspiegel zu sorgen. Falls Alkoholismus der Auslöser ist, soll auf Alkoholkonsum verzichtet werden. La Forza führt als eine Linderungsmaßnahme einen operativen Eingriff durch, vergleichbar mit der operativen Therapie im Falle eines Karpaltunnelsyndroms. Der Eingriff geht auf Dr. Lee Dellon aus den USA zurück und heißt „triple nerve decompression“, weil es drei Nerven freilegt: Nervus peroneus communis, Nervus peroneus superficialis und Nervus tibialis posterior.

La Forza verfolgte bei 15 Patienten die postoperative Entwicklung und stellte 40 Prozent Verbesserung fest. Dennoch ist nicht jeder Eingriff auch ein Erfolg. „Nichts bringt es bei den Menschen, die es schon lange haben“, sagte La Forza. „Was kaputt ist, ist kaputt.“ Daher sei es so wichtig, dass auch Hausärzte frühzeitig reagieren und den Patienten leiten. Auch im Falle der vererbten Variante kann der Eingriff erfolglos sein.

Bei Fröhlich dauerte es nach der ersten Operation im linken Fuß zwei Wochen, bis die Symptome nachließen. Wenig später ließ er sich auch am rechten Fuß operieren. „Es ist unglaublich, wie die Lebensqualität zunimmt. Man kann endlich durchschlafen und entlastet die nahestehenden Personen“, berichtete er.

La Forza führt diesen Eingriff im Durchschnitt 20 bis 30 Mal im Jahr durch. Nach solchen Informationsveranstaltungen steigt die Anzahl seiner Patienten. Die VHS organisiert vier bis fünf solcher Vorträge im Halbjahr in Kooperation mit „Für Lotte“ und der Helios Klinik, die stets einen Referenten stellt.

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