Wersener Mühlenteam baut Hotels
Ein neues Zuhause für Insekten

Lotte-Wersen -

Sägen, leimen, hämmern – ein großes Mühlenteam werkelt derzeit daran, rund 60 Insektenhotels herzustellen. „Himmlische“ Unterstützung gibt es diesmal von einem Lechtinger Mühlenfreund.

Freitag, 22.03.2019, 22:00 Uhr
Beim Wersener Mühlenverein liegt der Insektenhotelbau in den Händen zahlreicher Ehrenamtlicher.
Beim Wersener Mühlenverein liegt der Insektenhotelbau in den Händen zahlreicher Ehrenamtlicher. Foto: Ursula Holtgrewe

Mit geübten Blicken schiebt Wolfgang Himmel Bambusstücke, Äste mit gebohrten Löchern in die Fächer der Holzrahmen, die andere als Häuser gefertigt haben. Hier und da stopfte er fingerfertig eine Lücke zu. „Bei den Bambusstücken muss man darauf achten, dass die geschlossene Seite nach hinten zeigt“, erklärt er.

„Auch wir vom Lechtinger Mühlenverein versuchen, die Bevölkerung bei Aktionen einzubinden. Ich wollte mal sehen, wie es an der Mühle Bohle abläuft“, sagt er. Ihm gegenüber füllen Gisela Leinkuhle und Renate Schwentker geduldig die Häuser. Sie sind zufrieden, dass nun doch genügend Füllmaterial zusammengekommen ist. Eine Zeitlang sah es nicht danach aus.

Renate Schwentker hat gerade eine Menge Kaffee gekocht, damit die 13 engagierten Hobbyhandwerker in der historischen Ölmühle, in der auch das Getriebe für das unterschlächtige Wasserrad untergebracht ist, eine wohlverdiente Pause einlegen können.

Dieter Zehm , im Mühlenverein der Naturschutzbeauftragte, ist, wie die anderen, reichlich mit Sägespänen übersät. Er ist überaus zufrieden mit der Resonanz nach dem Aufruf, durch den Insektenhotelbau etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen. „Es ist wichtig, die Arten zu erhalten. Davon profitieren auch die Singvögel, die ihren Nachwuchs mit Insekten großziehen. Längst ist ja bekannt, dass wir die Insekten als Bestäuber für die Nahrungsprodukte brauchen“, betont Zehm.

Der Mühlenvereinsvorsitzende Werner Schwentker lässt seinen Blick zufrieden über das Geschehen schweifen. „Wir haben hier so etwas wie eine Produktionsstraße aufgebaut. Das läuft gut“, erklärt er. Jeder wisse, welche Handgriffe zur jeweiligen Tätigkeit gehöre, wie viele Hölzer in welchen Größen zugeschnitten, zusammengefügt und beim letzten Arbeitsgang gefüllt werden müssen.

„Wir bauen in der Stückzahl 20, 20, 20. Zudem stellen wir eine hohe Qualität her. Es sind quasi Villen für Insekten im Vergleich zu gelochten Baumscheiben“, berichtet er schmunzelnd. Gemeint sind je 20 große, mittlere und kleine Holzrahmen. Die kleinen können junge Besucher füllen und damit Insektenschutz zum Anfassen praktizieren. „Wir produzieren für den Stautag am 1. Mai gleich mit“, sagt Schwentker.

Der frühere Termin, bei dem junge Gäste die Rahmen eigenhändig füllen können, ist der zweite Lotter Gartenmarkt am 27. April in und um die Elly-Heuss-Begegnungsstätte beim Bürener Bürgerpark. Dort geben die Mühlenfreunde weiterhin fertige Hotels gegen eine Spende ab.

„Wir haben etwas schönes Neues, etwas ganz Unverwechselbares. Wir haben jetzt ein Label, das ins Holz eingebrannt wird. Dann weiß jeder, das Insektenhotel ist ein handgefertigtes Unikat vom Verein Mühle Bohle“, begeistert sich Sigrid Leimkuhle. Angeregtes Plaudern löst die Maschinengeräusche ab. Aber nur kurz. Dann setzen die Ehrenamtlichen die Mühlen-Produktionsstraße für Insektenhotels wieder in Gang mit hämmern, leimen und sägen.

Weitere Bau-Termine sind am Mittwoch, 27. März, und Donnerstag, 11. April, jeweils um 9 Uhr.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6489745?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Entwicklung spitzt sich zu: Steht UKM-Chef Nitsch vor dem Aus?
Weithin sichtbar: Die Türme des münsterischen Universitätsklinikums, deren Außenhaut in den zurückliegenden Jahren komplett saniert wurde. Im Innern gibt es Streit – über den Führungsstil des Ärztlichen Direktors und die mangelnde Finanzausstattung durch das Land.
Nachrichten-Ticker