Ausschuss berät über Neuanschaffung
Der alte Unimog tut’s nicht mehr

Lotte -

Zu alt, zu schmutzig, zu abgenutzt: Der Unimog des Lotter Servicebetriebes hat seine besten Zeiten hinter sich. Jetzt entscheidet die Verwaltung über die Anschaffung eines neuen Modells.

Mittwoch, 27.03.2019, 18:22 Uhr
Dieser vielseitig einsetzbare Kraftprotz des Lotter Servicebetriebs ist in die Jahre gekommen. Im Ausschuss soll darüber beraten werden, ob der Unimog ersetzt wird.
Dieser vielseitig einsetzbare Kraftprotz des Lotter Servicebetriebs ist in die Jahre gekommen. Im Ausschuss soll darüber beraten werden, ob der Unimog ersetzt wird. Foto: Ursula Holtgrewe

Über das Für und Wider eines neuen Fahrzeuges wird der Betriebs- und Beteiligungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 2. April, ab 18 Uhr im Ratssaal entscheiden. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach Verlässlichkeit und einer zeitgemäßen Ausstattung, auf der anderen Kosten von 230 000 Euro.

Stolze 18 Jahre und mehr als 12 000 Betriebsstunden hat der jetzige Unimog U-300 auf dem Buckel, zwei Jahre mehr als ursprünglich vorgesehen, wie Hans-Georg Kunkemöller, Leiter des Servicebetriebs, auf Nachfrage erklärte. Und immer noch wird das Fahrzeug rund 650 Stunden im Jahr als Geräteträger für die Schlegelmäher, im Winterdienst, bei Asphaltarbeiten und als Transportfahrzeug genutzt.

Das Alter aber fordert seinen Tribut von dem Fahrzeug: Die Reparaturanfälligkeit steigt. „Erfahrungsgemäß ist mit dem Ausfall des Getriebes und anderen Teilen aufgrund der hohen Anzahl an Betriebsstunden zu rechnen. Ein Motorschaden ist nicht ausgeschlossen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Allein in den vergangenen drei Jahren hätten sich die Reparaturkosten auf 21 500 Euro summiert – besonders die Erneuerungen von Kupplung und Bremsanlage führten zu hohen Rechnungen.

Die Reparaturkosten sind laut Kunkemöller aber nicht das einzige Problem, sondern der daraus erwachsene Mangel an Verlässlichkeit. Ein Ausfall des unter anderem für den Winterdienst vorgesehenen Fahrzeuges in Zeiten von Schnee und Eis würde die Servicebetrieb-Mitarbeiter zur Improvisation zwingen. Immerhin sind die Menschen in Lotte, von denen viele zu ihrer Arbeitsstätte pendeln, auf geräumte Straßen angewiesen.

Und auch umwelttechnisch entspreche das Fahrzeug mit seinem Dieselmotor mit Euro-III-Norm nicht mehr dem Standard. In Umweltzonen etwa dürfte der Unimog nicht fahren.

Doch rechtfertigen diese Einschränkungen eine Neuanschaffung für 230 000 Euro? Ja, sagt Kunkemöller und rechnet in der Beschlussvorlage vor, dass der jetzige Unimog mit jährlichen Reparaturkosten, Wartung und Inspektion sowie dem Restwertverlust bei einer längeren Betriebsdauer knapp mehr als 12 000 Euro jährliche Kosten verursacht. Aktuell könne man durch den Verkauf des jetzigen Fahrzeugs auf dem Portal der Zollauktion noch schätzungsweise 20 000 Euro erzielen, so Kunkemöller. Die durch Wartung und Abschreibungen (bei 16-jähriger Nutzungsdauer) zu erwartenden Kosten für ein Neufahrzeug lägen mit jährlich 16 000 Euro etwas höher. Aber: Sollte eine schwerwiegende Reparatur den Alt-Unimog ausknocken, etwa ein 15 000 Euro teurer Getriebeschaden, würde „aus der Ersparnis eine Kostensteigerung“, heißt es in der Vorlage.

Dem Servicebetrieb stehen aktuell zwei Unimogs – eine Abkürzung für Universal-Motor-Gerät – zur Verfügung. Zuletzt wurde 2015 ein solches Fahrzeug neu angeschafft.

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