Einziges Lotteraner Clown Varieté
Abend mit Klamauk und Gesang

Lotte-Wersen -

Kurti M Punkt eilt in Kochklamotten mit einer Lage weißer Eier und mit französischem Akzent sprechend durch die Zuschauerreihen, klettert mit viel Mühe und riesigem Kochlöffel auf die Bühne, wirft ein bisschen „dies und das“ in einen großen Kochtopf, fertig ist das „Pott-Püree für einen wunderschönen Abend“.

Montag, 01.04.2019, 17:34 Uhr
Mit Magie, Musik und Spaß: Clown Tonto (sitzend), Kurti M Punkt (links), Monsieur Momo (rechts) und Clown Tic (daneben) geben eine Zugabe.
Mit Magie, Musik und Spaß: Clown Tonto (sitzend), Kurti M Punkt (links), Monsieur Momo (rechts) und Clown Tic (daneben) geben eine Zugabe. Foto: David Ebener

Doch Ratsstubenchef Thomas Engel ruft laut aus der Küche, er will die 30 Eier zurück haben. Kurti M Punkt rennt los, stolpert natürlich, und ein paar Eier fallen einem erstarrten Gast auf den Kopf. Nix passiert, waren nicht echt.

Clown Tonto, alias Thomas Wolf, der den Abend mit organisiert hat, schleicht ganz schwarz gekleidet mit dunkler Sonnenbrille auf die Bühne, stellt ausdrucksstark zwei Stühle auf, verschwindet und kommt als strahlender Clown zurück mit Blume am Hut, genießt sitzend die Ruhe. Die ist vorbei, als Kurti M Punkt, langhaarig, vollbusig im Kittel, neben ihm Platz nimmt, seine Fingernägel mit einer riesigen Schere stutzt, niest und einen großen Popel im Taschentuch bewundert. Tontos Gesicht zeigt Ekel, aber er muss durchhalten - bis Thomas Engel ihn erlöst: „Tonto, die Frikadellen sind fertig“, ruft er aus der Küche.

Gitarrist Oliver und Sängerin Nina von der Human´s-Band aus Osnabrück unterhalten die Gäste auf flotte Weise mit „Nobody´s Man“, „Shake it off“ und „Best of you“. Als Oliver Casper „Kompliment“ pfeift, singt und spielt, rockt seine kleine Fangemeinde begeistert mit den anderen Zuschauern im Saal. Großen Applaus bekommt auch Human“Band-Sänger und Gitarrist Sören für seine emotionalen Lieder, die er singt und auf Gitarre begleitet: „Schwarz und Weiß“, ist ein Song, der von Aufstehen und Weitermachen erzählt.

Clown Tic kommt begleitet von Walzerklängen aus „Gelb zwo drei“ mit Alphorn, Koffer und rotem Luftballon kaum durch die Saaltür, aber er wird sofort mit einem Küsschen für sein bezauberndes Lächeln belohnt. Das beflügelt ihn dermaßen, dass er heftig mit vielen Damen flirtet, vor ihnen niederkniet und Konfetti über ihre Frisuren regnen lässt. Nicht nur die Kinder in der ersten Reihe verzückt er mit seinen unbeholfenen Versuchen einen simplen Notenständer für ein Notenblatt aufzubauen. Endlich ist alles vorbereitet, Clown Tic legt sich vor das Alphorn und bläst - einen Ton - für die ganze Mühe, aber viel Applaus.

Wochenend und Sonnenschein mit dem Acapella-Chor „Two Generations“: Mit Klassikern der Acapella-Musik und einem neuen Medley der 20er unterhält die Truppe den Saal.

Wochenend und Sonnenschein mit dem Acapella-Chor „Two Generations“: Mit Klassikern der Acapella-Musik und einem neuen Medley der 20er unterhält die Truppe den Saal. Foto: David Ebener

Nun dürfen die „Two Generations“, ein Laien-Acapella-Chor aus der Gemeinde, den Ton angeben. Die Vier erfreuen an anderen Tagen gerne die Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. An diesem Abend singen sie aus ihrem großen Repertoire: „Wochenend und Sonnenschein“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Lilli Marlen“. Premiere hat ihr neues Medley aus den 20er Jahren mit „Oh, Donna Clara“, „Berliner Luft“ oder dem Schunkelwalzer „Eins und Eins macht zwei“. Sie brauchen „keine Millionen“, sondern Musik, Musik, Musik, auch wenn sie mit „Mein Opa, das bin ich“ das Publikum ziemlich verwirren, aber witzig unterhallten.

Clown Tonto stellt fest, dass er große Probleme mit einer verrutschten Socke hat. Er versucht sich auf einen Stuhl zu setzen, um sie hoch zu ziehen, doch jedes Mal setzt flotte Musik ein, und er muss tanzen, die Zuschauer leiden lachend mit ihm. Dann ist auch noch sein Hut verschwunden, aber der vierjährige Adrian hat genau aufgepasst und ruft Tonto zu: „Ich glaube, der wurde weggezaubert“. Dann widmet der Knirps sich schnell wieder seinen Pommes und Nuggets, die auf Engels Speisekarte „Dummer August“ heißen.

Imposant: Mit einem riesigen Alphorn zieht Clown Tic beim zweiten „Einzigen Lotteraner Clown-Varieté in den Saal der Ratsstuben Wersen ein.

Imposant: Mit einem riesigen Alphorn zieht Clown Tic beim zweiten „Einzigen Lotteraner Clown-Varieté in den Saal der Ratsstuben Wersen ein. Foto: David Ebener

Hin und her gerissen ist Doro Müller vor Begeisterung: „Ich habe einen riesigen Respekt vor allen Künstlern, die hier auftreten. Jeder gibt alles, jeder hat seinen Applaus verdient. Der Abend ist eine tolle Mischung aus Clownerie, Sketchen und Musik, und das Publikum wird mit einbezogen. Ich lasse alles auf mich einwirken und fühle mich vom Alltag total entschleunigt.“

Ein Clown fehlt noch, aber dann ist Monsieur Momo da mit seinem Auftritt „Magic“. Er hat eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Darsteller für Clown und Komik abgeschlossen und gewann 2015 den Bochumer Kleinkunstpreis. Die Zuschauer sind sofort verzaubert von diesem charmanten Clown mit seinem verträumten Blick und klatschen und schreien schon vor Begeisterung, als er die Kleinigkeit schafft, ein kleines Kästchen zu öffnen, dann einen großen Koffer. Momo ist selber überrascht und lobt sich selbst nach jedem Erfolgserlebnis mit „Magic!“. Klappt ein Trick nicht, schaut er einfach mal ins Zauberbuch oder kündigt den nächsten Slapstick an: „Jetzt kommt der Hammer!“ Dabei holt er holt er nur einen echten Hammer aus dem Koffer.Spiel mit der Gefahr

Dramatisch wird der Abend, als Momo den Gemeindejugendring-Vorsitzenden Hans-Jürgen Fiedler auf die Bühne lockt. Dieser soll einen kleinen roten Luftballon halten, den Momo mit langen Messern treffen möchte. Das Lied „Spiel mir das Lied vom Tod“ läuft vom Band, Fiedler bricht der Schweiß aus, den Momo tröstend und gelassen abwischt. Jugendpfleger Robert Budde hält es kaum mehr auf seinem Stuhl aus, er hat Tränen in den Augen. Erlösend für Fiedler wandelt Momo die Messer in Pfeil und Bogen aus Luftballons um und tauscht sogar die Rollen. Momos roter Luftballon explodiert und setzt bunten Konfettiregen frei. „Magic“, haucht Monsieur Momo ins Mikrofon. „Magic“ ist das laute Echo aus dem Publikum.

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