Lotter Ausschuss will Alternativkonzept für Torfkuhlenweg
Entwurfsplanung überzeugt nicht

Lotte -

„Wir sind uns einig, dass wir mit dieser Entwurfsplanung nicht ganz einverstanden sind“, fasste Anja de Haan, Vorsitzende im Umwelt- und Verkehrsausschuss, die Diskussion zusammen. Es ging um Konzept für den Ausbau des Torfkuhlenweges zwischen Boyersweg und Ringstraße, das Daniel Kloth, Mitarbeiter des Ingenieurbüros Flick (Ibbenbüren) vorgestellt hatte.

Freitag, 12.04.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 18:22 Uhr
Der Torfkuhlenweg (rechts) soll zwischen Boyersweg und Ringstraße in Zusammenhang mit der geplanten Bebauung der Fläche links endausgebaut werden. Die Entwurfsplanung dafür stieß im Ausschuss aber nicht auf Begeisterung.
Der Torfkuhlenweg (rechts) soll zwischen Boyersweg und Ringstraße in Zusammenhang mit der geplanten Bebauung der Fläche links endausgebaut werden. Die Entwurfsplanung dafür stieß im Ausschuss aber nicht auf Begeisterung. Foto: Angelika Hitzke

Wie Jörg Stork vom Bauamt zuvor erklärt hatte, soll die frühzeitige Ausbauplanung im Zusammenhang mit dem geplanten kleinen Neubaugebiet auf der jetzt noch landwirtschaftlichen Fläche östliche der Torfkuhlenwegs es ermöglichen, dem Erschließungsträger einen Kostenvoranschlag für die auf seine Grundstücke entfallenden Anliegerbeiträge zu machen, damit dieser die Kaufpreise kalkulieren kann.

Noch offen ist dabei die Frage, ob ein im Norden angrenzendes Grundstück in die Planung einbezogen werden kann oder nicht. Gespräche mit dem Eigentümer liefen aber zurzeit. Die Ausführungsplanung sollte deshalb möglichst noch dieses Jahr erfolgen; geplant sei zudem eine Anliegerversammlung.

Ausgangspunkt für die von Kloth erläuterte Planung ist eine Wohnstraße mit Tempo-30-Zone und Sammelfunktion für die einmündenden Stichstraßen. Die Ausbaubreite des Verkehrsraumes wechsele zwischen 8,35 und 9,25 Meter. Die 4,10 Meter breite Fahrbahn soll asphaltiert werden. Um das Tempo auf dem geradlinigen Straßenstück zu reduzieren, seht der Entwurf sechs Zentimeter hohe Pflasterplateaus an den Straßeneinmündungen und Baumbeete vor, die in die Fahrbahn hineinragen, sodass an diesen Stellen kein Begegnungsverkehr zweier Pkw möglich ist. Die Gesamtkosten einschließlich LED-Straßenbeleuchtung beziffert der Entwurf auf 330 000 Euro brutto.

CDU-Ausschussmitglied Georg Holtgrewe monierte, dass die rund 20 Plätze auf dem Parkstreifen im Entwurfsplan dazu dienen sollten, möglichst wenig Pkw-Stellplätze im neuen Baugebiet ausweisen zu müssen, was nicht im Sinne der Alt-Anwohner sei. „Ich hätte mir eine Alternativplanung mit Gehweg auf beiden Seiten gewünscht“, sagte er.

„Schön, dass wir so nahe beieinander liegen“, stimmte ihm Hermann Brandebusemeyer von der SPD zu. Für den Begegnungsverkehr heutiger Pkw sei eine Fahrbahnbreite von 4,10 Meter „sehr knapp“. Zur Anliegerversammlung meinte er, dass auch die künftigen, zu Erschließungsbeiträgen heranzuziehenden Anwohner Mitspracherecht haben sollten.

Auch Werner Schwentker ( CDU ) fand zwar den Ansatz „löblich“, früher zu planen als die Häuser gebaut werden, nicht aber die frühzeitige Anliegerversammlung: „So lange wir nicht wissen, wer dort wohnen wird, macht eine Anliegerversammlung keinen Sinn.“ Bei den Grünen stieß die Planung ebenso auf wenig Begeisterung: Friedel Glüder störten beitragsrechtliche Ungerechtigkeiten für Eckgrundstücke.

Konsens war, das bis zur nächsten Sitzung einer alternative Entwurfsplanung vorgelegt werden soll mit einer groben Kostenschätzung, „was welche Lösung“ die Anlieger an Erschließungsbeiträgen kosten wird. „Ob es 5000 oder 20 000 Euro sind, sollten sie schon wissen“, so Holtgrewe.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6539094?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Klimanotstand ausgerufen: Stadt Münster setzt ein deutliches Zeichen
Zahlreiche Aktivisten des „Fridays For Future“-Protestes demonstrierten zu Beginn der Sitzung im Rathaus.
Nachrichten-Ticker