Osterfeuer: Außerplanmäßiger Brand in Halen
Funke springt ungewollt über

Lotte -

So wie es der Brauch will, wurden in Alt-Lotte, Halen, Wersen und Büren Bierwagen aufgestellt und Osterfeuer angezündet. Aber nicht nur symbolisch war der Winter überwunden: Die Besucher kamen dieses Jahr in T-Shirts; manche sonnten sich sogar auf den Wiesen, bevor es mit dem Entzünden der Flammen losging. In Halen sorgte ein ungeplantes zweites Feuer für Aufregung, das aber schnell gelöscht werden konnte.

Montag, 22.04.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 15:36 Uhr
Für einen Moment außer Kontrolle geriet das Osterfeuer auf dem Sportplatz in Halen. Funkenflug hatte das Nachlegeholz in der Nähe dreier Bäume in Brand gesetzt. Das ungeplante Feuer konnte dank zahlreicher Helfer und mit Hilfe eines Wasserschlauchs aber erfolgreich gelöscht werden.
Für einen Moment außer Kontrolle geriet das Osterfeuer auf dem Sportplatz in Halen. Funkenflug hatte das Nachlegeholz in der Nähe dreier Bäume in Brand gesetzt. Das ungeplante Feuer konnte dank zahlreicher Helfer und mit Hilfe eines Wasserschlauchs aber erfolgreich gelöscht werden. Foto: Viktoria Savtchouk Torre

Auf dem Sportplatz in Büren gab es das dritte Jahr in Folge vor dem großen Feuerevent ein Chaosspiel für die Kleinen. Dafür sorgte der Jugendvorstand vom SV Büren. „Wie möchten, dass die Kinder sich bewegen“, sagte Jascha Reichelt, die das Spiel mitgeplant hatte und zusammen mit ihrer Schwester Tia Reichelt und Timo Steffan die Kinder und Eltern beim Spiel betreute. Vorher habe es nur Osterfeuer und nichts für die Kinder gegeben, sagte Tia.

Frida (10) und Maro (8) waren die ersten auf dem Sportplatz, um mitzuspielen. Das Spiel bestand darin, dass die Kinder einzeln, in Gruppen oder von Erwachsenen begleitet, auf dem Hauptfeld des Sportplatzes Eier mit der Zahl suchen sollten, die sie vorhin gewürfelt haben. Zu jeder Zahl gehörte ein Wort, und hinter dem Wort verstecke sich eine Aufgabe für die Kinder, die sie erfüllen mussten, um weiter würfeln und suchen zu dürfen.

Während die Kinder mit der Eiersuche beschäftigt waren, sonnten sich bereits Eltern und andere Besucher auf der Wiese vor dem Getränkewagen. Diesmal bekam das Bürener Osterfeuer von der alten Herrenmannschaft kräftige Unterstützung. Die Rund 30 Helfer teilten sich in Schichten auf: sie grillten, versorgten die Besucher mit Getränken oder warfen Brennmaterial in das Feuer nach.

Die Zweige hatten die „alten Herren“ mitgebracht. Außerdem wurden Holzpaletten von einer Firma gespendet – für das Gerüst und zum Nachlegen. Bastian ten Brink sorgte mit anderen Helfern dafür, dass das Feuer immer wieder mit Brennmaterial versorgt wurde, und achtete besonders darauf, dass sich Kinder den Flammen nicht zu sehr näherten. Für ihn und für die Organisatoren des Festausschusses war es wichtig, die Flammen flach zu halten. Schließlich erfüllten sie damit eine der Auflagen der Gemeinde, um für die Sicherheit Sorge zu tragen. „Wäre das Feuer höher, hätte ich die Kinder dahinter nicht mehr sehen können“, sagte ten Brink. Vor dem Anzünden wurden die Flächen um die Feuerstelle besprengt. Während der ganzen Veranstaltung lagen Wasserschläuche mit Brunnenwasser griffbereit, und auch private Feuerlöscher wurden von den Mitgliedern des Vereines zur Verfügung gestellt, erzählte Marko Finke aus dem Festausschuss.

Anders ging es in Wersen vonstatten, wo der Ortsteil-Löschzug der Feuerwehr ebenso wie in Alt-Lotte das Osterfeuer organisierte und durchführte. Aufgrund von Umbauarbeiten am Feuerwehrgebäude fand dieses Jahr das Wersener Osterfeuer oder besser gesagt, die Osterflammen, neben dem Jugendtreff „Sit In“ statt. „Es findet nur dieses Jahr hier statt“, betonte Thorsten Brinkmann vom Wersener Löschzug. Das Feuer wurde wie in Alt-Lotte kontrolliert in einer Schale angezündet.

In einer sicheren Entfernung von den größeren Flammen hatte die Jugendfeuerwehr eine kleinere Schale für das Stockbrotbacken aufgestellt und wickelte später für die Kinder den Teig um die Alufolie. Da das Event jedes Jahr stattfindet, hatte der Löschzug bereits das ganze Equipment wie Stühle und Bänke parat und benötigte nicht so viel Zeit für die Organisation, so Brinkmann. Einen Getränkewagen, Grillwürstchen und Pommes gab es natürlich auch in Wersen.

In Halen am Sportplatz Hasenkamp warteten die Organisatoren mit dem Anzünden bis zur leichten Dämmerung. Auch dort gab es eine Extrafeuerschale für das Stockbrot. Achim Zahn, einer der Organisatoren, schätzte gerade die Zahl der Besucher auf 250, als das Feuer angezündet wurde. Kurze Zeit später sprangen Funken auf die Zweige zum Nachlegen herüber und entflammten ein zweites, ungesichertes Feuer um drei Bäume herum.

Viele männliche Besucher eilten zur Hilfe und entfernten mit vereinten Kräften die Zweige und Äste aus der Nähe der zwei Feuerstellen, während Rainer Brune vom SC Halen das ungeplante Feuer mit einem Wasserschlauch bekämpfte – letztendlich erfolgreich. Die Zweige um die Bäume waren zwar verkohlt, aber die Bäume hätten die Feuerbrunst unbeschadet überstanden, so Brune.

Niels Gather, einer der Besucher hatte mitgeholten, die Flammen einzudämmen. „Wenn wir das Feuer nicht ausmachen, kommt die Feuerwehr und macht alles aus. Dann ist der Abend vorbei“, erklärte Gather fröhlich seine Motivation zu helfen, als die Gefahr bereits überstanden war. Das viele Brennmaterial für das große Osterfeuer, aber auch zum Nachfüllen stammte auch in Halen von den Vereinsmitgliedern.

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