Kommunalpolitik denkt „sportlich“
Politik denkt in die (Sport-)Zukunft

Lotte -

Wie sieht die Hallensituation in Lotte aus? Seit einigen Jahren ist dieses Thema in der Kommunalpolitik immer mal wieder relevant – ein Überblick

Donnerstag, 25.04.2019, 06:00 Uhr
In der Spielgemeinschaft mit dem TuS Bersenbrück spielen die Halenerinnen -- meistens in Bersenbrück.
In der Spielgemeinschaft mit dem TuS Bersenbrück spielen die Halenerinnen -- meistens in Bersenbrück. Foto: Ursula Holtgrewe

Jüngst erreichte die weibliche U16-Spielgemeinschaft SC Halen / TuS Bersenbrück einen überraschenden dritten Platz bei den Nordwestdeutschen Meisterschaften im Volleyball. Austragungsort war Bersenbrück – auch weil es in Lotte keine geeignet große Sporthalle gibt.

Dabei befasst sich die Politik in Lotte seit geraumer Zeit mit dem Sporthallenbedarf. befasst sich die Lotter Politik Im Sitzungsprotokoll des ASSK (Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur) vom Juni 2018 ist zu lesen, in Wersen eine Zweifachhalle mit den Maßen 30 mal 27 Meter in südwestlicher Richtung an die Sporthalle anzubauen und einen Dreifachhalle neu in Alt-Lotte zu bauen.

Mit dem Anbau in Wersen würde die Gemeinde den Bedürfnissen des Schulsports, damit auch dem größeren Hallenbedarf der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, besser gerecht werden, wurde unter anderem in der Sitzung deutlich. Die Zweifachhalle in Wersen soll im Dachgeschoss einen zusätzlichen Tanz- und Bewegungsraum erhalten. Im Februar 2019 erging das ASSK-Votum dafür, einen Architektenwettbewerb für den Wersener Sporthallenanbau auszuschreiben.

Eine Einfachturnhalle wird mit 15 mal 27 Meter angegeben, eine Zweifachturnhalle mit 30 mal 27 Meter. Von einer Dreifachsporthalle spricht man, wenn sie über eine nutzbare Hallenfläche von 45 mal 27 Meter verfügt.

Dass für die Turnhalle in Alt-Lotte erheblicher Sanierungsbedarf besteht, ist auch den Kommunalpolitikern seit einigen Jahren bekannt. Das Sanierungskonzept beinhaltet sämtliche Nebenräume, den Hallenboden, die Fassade und den Brandschutz.

Zur Finanzierung könnte die Gemeinde Lotte auf NRW-Förderungen aus dem Programm „Gute Schule 2020“ zurückgreifen.

Bereits bei der Präsentation des „Masterplans Sportzentrum 2030“ im vergangenen Jahr, bei der zahlreiche Wünsche der Anliegervereine an der Jahnstraße eingeflossen sind, betonte Margarete Lersch vom Bauamt, dass die Präsentation vorerst Grundlage sei. Mithilfe der Vorschläge könne das Sportzentrum gestaltet werden.

Als einer der „kurzfristig umzusetzenden Bausteine“ wurde der Neubau einer wettkampftauglichen Dreifachhalle definiert. Die Finanzierung würde die Gemeinde Lotte übernehmen, verdeutlichte die Verwaltung. Dieses Vorhaben im Alt-Lotter Sportpark stieß bei den Grünen auf heftige Kritik. Gleichfalls im Juni 2018 entschied das ASSK-Gremium für einen Neubau der Alt-Lotter Sporthalle im Sportpark an der Jahnstraße.

Von einer zweiten Dreifachhalle in der Gemeinde würden alle Lotter Vereine profitieren: Sie könnten mehr Wettbewerbe austragen und attraktivere Trainingsmöglichkeiten anbieten, was wiederum mehr sportbegeisterte Kinder und Jugendliche anzöge.

Mit einer weiteren Dreifachsporthalle in Alt-Lotte hätten alle Sportgruppen mehr Möglichkeiten, in der Gemeinde Lotte mit größeren Turnieren parallel zu anderen Wettbewerben für ihren Sport zu werben.

„Für so ein großes Turnier wie die Niedersächsischen Volleyballmeisterschaften ist die Wersener Halle zu klein, auch wenn sie gut ausgestattet und derzeit die größte aller Lotter Sporthallen ist“, berichtet Volleyballtrainerin und Wersener Grundschulsportlehrerin Edda Zahn . Mit 12,5 mal 13,5 Metern (laut SC Halen-Homepage) steht die kleinste Halle in Halen. Die Bürener und die Alt-Lotter liegen vom Platzangebot her zwischen dieser und der Wersener.

Für den Volleyball-Trainingsbetrieb sei die Halle in Wersen ausreichend. Indes gebe es ab den U16-Wettbewerben einzuhaltende Vorschriften, hebt Edda Zahn heraus. Ein turniertaugliches Volleyballspielfeld sei zwar neun mal 18 Meter groß. „Wir brauchen bei mannschaftsstarken Wettbewerben mindestens drei Felder. Sie müssen an den Längsseiten zusätzliche drei bis fünf Meter Platz haben“, erklärt die Trainerin.

Einen gesonderten Cafeteria-Bereich gibt es in keiner Lotter Turnhalle, also auch in Wersen nicht. Dort werden seit jeher Getränke und Co im unattraktiven Foyer der Halle angeboten. Wenig einladend bei Regen ist der kleine mobile Pavillon vorm mittlerweile überdachten Eingang.

Das könnte sich in Wersen ändern mit dem Anbau an die Sporthalle. Pläne dafür liegen noch nicht vor, jedenfalls nicht öffentlich. Edda Zahn hält es für sinnvoll, eine Art Cafeteria und einen Nebenraum für Treffen zu berücksichtigen. Als Sportlehrerin fände sie zudem eine Indoor-Kletterwand „prima“.

Bis dahin trainieren die Halener Volleyballer mit den bekannten Gegebenheiten – und freuen sich, wie die U16-Mädels mit der Halener Betreuerin Silke Sender, über ihre Erfolge. „Es wäre schön gewesen, wenn wir in Lotte hochklassigen Volleyball hätten zeigen können“, wünscht sich Edda Zahn.

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