Stautag an der Mühle Bohle
Es klappert, rattert und sägt in Wersen

Lotte-Wersen -

„Raus ins Grüne“, hieß es für viele Menschen am sonnigen 1. Mai. Zahlreiche Interessierte zog es auch zum Stautag an der Wersener Mühle Bohle. Unter zartem Grün legte so manch ein früher Sommerfrischler auf dem sonnigen Mühlenhof eine Rast ein.

Donnerstag, 02.05.2019, 16:33 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 16:40 Uhr
Mit einer Action-Cam machten (von links) Aaron, David und Julius Unterwasseraufnahmen in der Düte. Ein Fisch verirrte sich diesmal nicht vor die Linse.
Mit einer Action-Cam machten (von links) Aaron, David und Julius Unterwasseraufnahmen in der Düte. Ein Fisch verirrte sich diesmal nicht vor die Linse. Foto: Ursula Holtgrewe

Bereits vor dem offiziellen Beginn um 11 Uhr waren Tische und Bänke bevölkert. Zum zweiten Frühstück gab es für einige Besucher Torte aus Wersens „Kuchenwerkstatt“. Wer die Rauchzeichen richtig deutete, wusste, dass die Flüchtlingshilfe frisch zubereitete Spezialitäten anbot.

Stündlich lud Wilhelm Schröder zu gut angenommenen Mühlenführungen ein. Er informierte über den Schrotgang, der erstmals in Betrieb war, und über die ausgefeilte Technik, mit der die Horizontalsäge sich in den Eichenstamm frisst. Angetrieben wurden alle Maschinen durch das unterschlächtige Wasserrad, das wiederum Transmissionen in Bewegung setzte. Es klapperte, ratterte und sägte – analoge Technik, die bis heute funktioniert.

Besonders fasziniert waren die Besucher, als sie hörten, dass bereits vor vielen Jahrzehnten eine stufenlose Automatik für den Vorschub eingebaut wurde, damit der Schlitten Holzstämme unterschiedlich schnell durch die Säge schieben konnte.

Alle Generationen genossen die Frühlingssonne auf dem Mühlenhof.

Alle Generationen genossen die Frühlingssonne auf dem Mühlenhof. Foto: Ursula Holtgrewe

Derweil hatte Dieter Zehm, Naturschutzbeauftragter des Vereins, Besuch von Jan, Eliana und Martin. Die Kinder schauten ihm auf die Finger, wie er Insektenhotels bestückte.

Auf der Treppe hinunter zur Düte standen Julius, sein Freund David und dessen jüngerer Bruder Aaron. Sie hatten eine Action-Cam dabei und betrachteten den Teilstau des Fließgewässers. Damit das unterschlächtige Wasserrad überhaupt Energie erzeugen kann, müssen dessen Schaufeln von der Düte angetrieben werden. Das gelingt nur, wenn der Fluss eine gewisse Höhe hat. Daher wurde die Düte derart aufgestaut, dass sich das Wasserrad drehen konnte, die Fischtreppe indes vom Nass überflossen wurde.

Die drei Jungen waren gespannt, ob bei den Unterwasseraufnahmen ein Fisch ins Objektiv schwimmen wird. Die Kamera steckte in einem wasserdichten Gehäuse. Daran hatte Julius ein Seil befestigt, damit er die Kamera wieder herausziehen konnte, und einen gläsernen Schlüsselanhänger als Senkgewicht, damit die Strömung die Kamera nicht zu schnell mitnahm. Der Clou aber waren Fischköder an der Kamera. „Damit habe ich schon Fische angelockt und gefilmt“, erklärte er. Diesmal leider nicht.

Sehr gern hätte er seine Dokumentation über die Mühle den Besuchern präsentiert. „Erst habe ich Fischaufnahmen gemacht. Dann habe ich überlegt: Warum nicht eine Doku über die Mühle anfertigen mit einem Interview mit dem Mühlenvereinsvorsitzenden Werner Schwentker ?“, beschrieb Julius, wie er mit seinem Freund Enrico die Mühlendokumentation zusammengestellt hat.

Zu Julius’ großem Bedauern haperte es an der Technik. „Vielleicht klappt es ja am Mühlentag, am Pfingstmontag“, setzte der ehrgeizige junge Mann darauf, dass dann alle Kabel bereitliegen, um den Film zu zeigen.

Auf dem Mühlenhof wurde es zusehends voller. Mit der Sonne um die Wette strahlten auch Werner Schwentker und dessen Frau Renate, Tochter des letzten Müllers Heinrich Bohle. „Ich bin begeistert über den Besucherandrang von Beginn an. Das schöne Wetter macht eine Menge aus, und wir hoffen, dass sich das beim Mühlentag wiederholt“, sagte Werner Schwentker, erfreut auch über die positiven Rückmeldungen zu den Neuerungen in der Mühle – und darüber, dass er bereits etliche Karten fürs Picknickkonzert am 17. August im Mühlenhof abgegeben habe.

In diesem Jahr gibt es am Deutschen Mühlentag, Pfingstmontag, 10. Juni, erneut ein buntes Programm an der Mühle Bohle.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6581601?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Nachrichten-Ticker