Verein „Bürgerradweg Hollage–Halen“
„Die Strecke ist gefährlich“

Lotte-Halen -

Wer auf der L 109 zwischen Lotte Halen und Hollage auf dem Fahrradsattel unterwegs ist, muss die enge Straße mit Pkw und großen Lastern teilen. Der Verein „Bürgerradweg Hollage–Halen“ ergriff die Initiative für einen interkommunalen Radweg zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Es gibt ein positives Zwischenergebnis.

Freitag, 10.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 12.05.2019, 15:54 Uhr
Ein Radweg nördlich der Hollager Straße würde nahtlos an den bereits fertiggestellten am Halener Bahnübergang (rechts) anschließen, favorisieren auch Dirk Havermeyer, Anja de Haan, Jörg Böer, Markus Pieper, Volker Michallik, Volker Holtmeyer und Christian Thies.
Ein Radweg nördlich der Hollager Straße würde nahtlos an den bereits fertiggestellten am Halener Bahnübergang (rechts) anschließen, favorisieren auch Dirk Havermeyer, Anja de Haan, Jörg Böer, Markus Pieper, Volker Michallik, Volker Holtmeyer und Christian Thies. Foto: Ursula Holtgrewe

Eine kleine Gruppe Vereinsmitglieder und Unterstützer traf sich vorm Bahnübergang in Halen . „Es ist nicht ohne“, fasste die Halenerin Anja de Haan ihre Erlebnisse auf der L109, der Hollager Straße, zusammen. Seit fünf Jahren fährt sie die Strecke aus dem Nordrhein-Westfälischen ins niedersächsische Hollage zweimal am Tag.

„Als Radfahrer bekommt man Angst, wenn ein großer Lkw entgegenkommt, hinter dem ein Pkw mal eben zum Überholen ansetzt. Das wird sehr eng auf der Straße“, beschrieb sie wiederholt erlebte Stresssituationen. Vereins-Beisitzer Volker Michallik nickte vehement. Er fährt gleichfalls täglich rund drei Kilometer von Halen nach Hollage und betonte: „Die Strecke ist gefährlich.“ Ein Radweg sei aus seiner Sicht längst überfällig.

Dazugesellt hatten sich mittlerweile der erste Bürgerradweg-Vorsitzende Dirk Havermeyer, der zweite Vorsitzende Volker Holtmeyer , Beisitzer Jürgen Böwer, der Halener Christian Thies und der Europaabgeordnete und Halener Markus Pieper. „Der Vertreter des Kreises Steinfurt hat bedauerlicherweise abgesagt“, berichtete Holtmeyer.

Die ersten 700 Meter der Strecke zwischen der Kreuzung Hollager Straße/Dörnter Weg in Hollage und dem Halener Bahnübergang wurden beidseitig bereits vermessen. „Planungen dafür hat ein Mitarbeiter des Büros Pbh angefertigt“, sagte Dirk Havermeyer. Holtmeyer ergänzte, dass die Pläne bei einem Scoping-Termin präsentiert worden seien. Es sei unter anderem untersucht worden, inwieweit Fauna und Flora betroffen seien – mit positivem Ergebnis.

Per Definitionen im Internet ist in der EU seit 1997 mithilfe von Scoping bei bestimmten Vorhaben die Untersuchung von Auswirkungen auf die Umwelt gesetzlich vorgeschrieben.

Rüdiger Mittmann, allgemeiner Vertreter von Wallenhorsts Verwaltungschef Otto Steinkamp, erklärte: „Der Landkreis Osnabrück hat es ,Projektkonferenz‘ genannt, zu der er 18 Personen ins Kreishaus eingeladen hatte.“ Unter anderem seien der Landkreis als Fachbehörde, Wasser- und Schifffahrtsamt, Polizei, Landwirtschaftskammer und Umweltabteilung vertreten gewesen.

Die geplante neue Trasse müsse den Stichkanal, die Hase und zwei Flutbrücken überqueren. Eine Vorplanung habe das Planungsbüro Hahm vorgestellt, die von der Niedersächsischen Landesbehörde als Baulastträger erörtert worden sei, berichtete Rüdiger Mittmann.

„Aus Umweltschutzgründen sind ein nördlicher und ein südlicher Radweg entlang der Hollager Straße geplant worden. Die aktuelle Präferenz, die meine persönliche ist, liegt auf der nördlichen Seite“, beschrieb er den momentanen Stand. Um den Radweg möglichst sicher zu gestalten, werde es keinen Lückenschluss zwischen den Mündungen Hermannstraße und Dörnter Weg geben. „Es ist sicherer, diese beiden Straße entlangzufahren als direkt an der Hollager Straße“, erklärte Mittmann.

Dass Bewegung in die Radwegplanungen gekommen ist, gefiel auch Markus Pieper: „Ich finde das Projekt klasse.“ Er halte für den Radwegebau Kontakt mit Behördenvertretern, beispielsweise dem Steinfurter Landrat Klaus Effing, dem niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann sowie dem NRW-Bahnchef Werner Lübberink, erklärte er. „Ziel ist es, zeitlich den Radwegebau so zu gestalten, dass wir nicht warten müssen, bis die Bahn die erforderlichen Halbschranken über den Radweg installiert“, so Pieper.

Aus dem Wirtschaftsministerium sei im Jahr 2016 die Empfehlung gekommen, dass, wenn Wallenhorst die Planungen übernehme und Kosten reduziere, das Projekt Radweg in Hollage im Ranking Plätze gutmachen könne, erklärte Mittmann. Deshalb habe die Kommune Planungen in Eigenregie übernommen und dafür 100000 Euro Haushaltsmittel bereitgestellt.

Weitere Ergebnisse und Details der Projektkonferenz werden im Wallenhorster Fachausschuss Bauen, Planen, Straße und Verkehr am Donnerstag, 13. Juni, 17.30 Uhr, im Rathaus präsentiert. Mehr übers Vereinsgeschehen steht auf der Tagesordnung der Bürgerradweg-Mitgliederversammlung am Dienstag, 18. Juni, 19.30 Uhr, im Heimathaus Hollager Hof. Eingeladen ist auch ein Vertreter des Kreises Steinfurt.

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