„Toussinis“ Zirkuspädagogik begeistert Alt-Lotter Grundschüler
Zauberer, Clowns und Akrobaten

Lotte -

Die Grundschüler in Alt-Lotte machen jede Menge Zirkus – mit riesengroßer Freude. Der theaterpädagogische Projektzirkus „Toussini“ vermittelt 200 Schülern seit Montag das Zirkus-Abc. Eifrig trainieren die Kinder auf Fluren und in Klassenräumen. Nicht überall sind Zaungäste willkommen.

Mittwoch, 22.05.2019, 17:31 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 15:58 Uhr
Jonglieren mit Tellern, Luna-Sticks, Pois und Tüchern präsentieren die Alt-Lotter Zirkuskinder am kommenden Freitag in der Turnhalle der Grundschule Alt-Lotte.
Jonglieren mit Tellern, Luna-Sticks, Pois und Tüchern präsentieren die Alt-Lotter Zirkuskinder am kommenden Freitag in der Turnhalle der Grundschule Alt-Lotte. Foto: Ursula Holtgrewe

Lebhaft geht es auf den Fluren zu. Dort ist Platz für Teller- und Tücher-Jonglagen; auch für das Schwingen von Schweif-Pois. Das sind kleine Bälle mit Tüchern dran an Schnüren, die bizarr-schöne Formen ergeben, wenn sie geschwungen werden. Lisa ist ganz fasziniert. Daneben ist Platz für die Partner-Jonglage mit Luna-Sticks. Alle üben konzentriert, denn am Freitag heißt es in der Sporthalle für ein großes Publikum: „Manege frei.“

Die Partner stehen sich gegenüber, halten je zwei an den Enden dekorierte Stöcke in den Händen, jonglieren damit einen dritten Stick und werfen sich diesen abwechselnd zu. Diese nicht ganz leichte Übung verlangt den Schülern eine Menge ab.

Claude Toussaint , der die Wurzeln des von ihm gegründeten Zirkus „Toussini“ in die 1990er datiert, erklärt: „Es passiert ganz viel im Gehirn.“ Beispielsweise müssten beim Werfen des einen Sticks mit den beiden anderen beide Hände parallel und mit gleicher Kraft agieren. „Wichtig ist die Auge-Hand-Koordination. Und zugleich die Zusammenarbeit mit dem Partner, weil der Stock nicht zu hoch und zu weit geworfen werden darf, damit das Gegenüber ihn auch fangen kann.“

„Unser Anliegen ist es, die Kinder motorisch und künstlerisch zu schulen. Das Motorische ist Voraussetzung fürs Lernen von Sprachen und liegt dem Kognitiven zugrunde“, erklärt der Artist und Waldorfpädagoge. Im Projekt könnten die Kinder einfach machen, was ihnen Spaß bereitet. Sie lernten Mut und Selbstvertrauen zu entwickeln, weil sich schnell Erfolge einstellten. Das Projekt fördere zudem Zusammenarbeit in der Gruppe.

Toussaint betreut mit drei Zirkuspädagogen je zwei Gruppen, sodass die Kinder in acht relativ kleinen Einheiten das artistische Handwerk lernen. Wer unangemeldet in die Klasse mit den Zauberlehrlingen geht, erntet ablehnende Blicke. Tricks dürfen keinesfalls verraten werden! Was der Harry-Potter-Nachwuchs kann, zeigt er am Freitag bei den Vorstellungen, zu denen alle Zirkusfans der Gemeinde eingeladen sind.

Die Utensilien für 200 Kinder hat „Toussini“ ausgeliehen. Henry steht auf dem Flur und jongliert einen Teller auf einem Stock. „Ich bin mit Freunden in die Clown-Gruppe gegangen, weil es dort am lustigsten ist“, berichtet der junge Mann, der sich auch für Akrobatik und Zauberei interessiert. Das Zirkuslehrerteam habe gezeigt, was man alles machen könne mit den Tellern, Luna-Sticks, den Pois und anderen Geräten, erklärt er.

Die Lehrer der Grundschule ließen sich am Montag in einem Workshop von dem Konzept begeistern. Claude Toussaint lobte anschließend ein „hochbegabtes Kollegium“, das nun nicht nur lesen, schreiben und rechnen, sondern auch mit Tüchern jonglieren kann.

„Wir planen schon seit längerer Zeit ein Zirkusprojekt, das auch der Förderverein unterstützen wollte. Die Wahl fiel dann auf ,Toussini‘. Gefallen haben uns der gute Betreuungsschlüssel und die Livemusik“, blickt die kommissarische Schulleiterin Magdalena Dassau Monate zurück. Jedem Kind würden Konzentration, Körperbeherrschung, Teamfähigkeit und mehr vermittelt. „Alle Schüler, auch die, die sonst nicht im Mittelpunkt stehen, gehen am Freitag nach dem Applaus mit dem schönen Gefühl nach Hause: Ich habe etwas Tolles gelernt und vor vielen Menschen aufgeführt“, sagt sie mit Vorfreude auf die beiden Aufführungen.

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Zirkus „Toussini“ gastiert am Freitag, 24. Mai, 14 und 16 Uhr, in der Sporthalle an der Jahnstraße. Jeweils im Anschluss bietet der Grundschulförderverein Stärkungen an. Tickets kosten im Vorverkauf in der Schule je 5 Euro, an der Tageskasse je 6 Euro.

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