Lotter Politik einig: Dialog soll weitergehen
Jugend darf kein Randthema sein

Lotte -

Die weiteren Handlungsschritte in der Jugendarbeit und die Ergebnisse des Dialogforums „Jugend trifft Politik“ im April standen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) auf der Tagesordnung. Doch jugendliche Zuhörer waren nicht da.

Donnerstag, 06.06.2019, 19:00 Uhr
Einen Bambusschössling als Symbol für das langsam wachsende und sorgfältig zu hegende Pflänzchen Demokratie gab es für jeden Teilnehmer des Dialogforums „Jugend trifft Politik“ in Wersen.
Einen Bambusschössling als Symbol für das langsam wachsende und sorgfältig zu hegende Pflänzchen Demokratie gab es für jeden Teilnehmer des Dialogforums „Jugend trifft Politik“ in Wersen. Foto: Angelika Hitzke

Die weiteren Handlungsschritte in der Jugendarbeit und die Ergebnisse des Dialogforums „Jugend trifft Politik“ im April standen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport, Soziales und Kultur (ASSSK) auf der Tagesordnung. Doch jugendliche Zuhörer waren nicht da. Und selbst der Wersener Jugendpfleger Robert Budde, der kurz über den wiederbelebten Austausch mit jungen Leute aus der französischen Partnergemeinde Lys-lez-Lannoy berichtete, war anschließend gleich wieder weg.

„Das war ein guter Abend“, resümierte Ludger Vorndieck , Leiter des Bereichs Kinder- und Jugendförderung beim Kreis Steinfurt, die Dialogveranstaltung im April. Leider seien die Moderatoren heute auch nicht dabei, ebenso wie Vertreter der Jugendverbände und der Jugendzentren oder die „Provinzhelden“. „Es dauert lange, bis das Pflänzchen wächst“, erinnerte er an den Bambusschössling, den es für alle Teilnehmer zum Abschluss der Veranstaltung als Sinnbild für den schwierigen Anfang gab: „Aber wir geben nicht auf!“

Er verwies darauf, dass mit der Gemeinde Lotte 2017 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen wurde mit dem Ziel, die Beteiligung von Jugendlichen an kommunalpolitischen Planungs- und Gestaltungsprozessen zu fördern und die Anliegen von Kindern und Jugendlichen in den Blick von Politik und Verwaltung zu bringen: „Kinder und Jugendliche dürfen kein Randthema sein in den politischen Ausschüssen.“ Das, so wurde schnell deutlich, ist in Lottes Ratsgremien wie in der Verwaltung längst Konsens. Vorndieck erinnerte an die im Dialogforum genannten Themen Müllverschmutzung/Umwelt, Orte im öffentlichen Raum/angstfreie Räume, Mobilität, „eine Menge los in Lotte – aber keiner weiß es“ sowie „Einmischen, mitmischen, aufmischen“. Jetzt gehe es darum, ganz konkrete Projekte weiterzuverfolgen.

Da die Kooperationsvereinbarung ausläuft, lautete seine Empfehlung, diese zu erneuern und gleichzeitig konkrete Ziele festzulegen. Um beispielsweise die von Jugendlichen als „ungenügend“ eingestufte Beteiligung zu verbessern, gebe es in Bayern und Baden-Württemberg in jeder Gemeinde einen Jugendbeauftragten als Ansprechpartner. Möglich wären auch gewählte Jugendvertreter, die es in Lotte bisher nicht gibt.

„Es wäre schön, einmal im Jahr ausschließlich Kinder- und Jugendthemen in politischen Ausschüssen zu behandeln“, so Vorndieck. Weitere Ideen und Vorschläge: ein Sozialraumforum beispielsweise zur Mobbing-Prävention, mindestens einmal im Jahr ein lockeres Dialogforum „Jugend trifft Politik“ etwa in Verbindung mit einem Kickerturnier oder gemeinsamem Kochen, Müllprojekte in den Jugendzentren und und und.

„Die Jugendzentren müssen das nicht selbst machen, aber die Jugendlichen dazu anleiten“, meinte er. Über die Form, wie man das alles macht und wie man die Jugendlichen ansprechen könne, müsse man noch nachdenken. „Da sind wir uns einig“, fasste Maria Brockhaus (SPD) die Stimmung im Ausschuss zusammen. Dank und Beifall für Vorndieck unterstrichen dies noch.

Werner Schwentker und Friedhelm Lange (CDU) sowie Friedel Glüder und Ursula Schmidt-Neubauer (Grüne) regten an, als Vorarbeit die konkreten Zielvereinbarungen in einem fraktionsübergreifenden Brainstorming-Workshop und ganz wörtlich genommen in einem Kreis mit den Jugendzentren zu formulieren. Dafür, so der Auftrag an die Verwaltung, soll noch vor den Sommerferien ein Termin gefunden werden, damit es gleich nach den Ferien weitergehen kann.

„Wir haben schon Zeit versäumt und hätten schon was vorbereiten können“, bedauerte Schwentker, dass der Schwung der „hochinteressanten Veranstaltung“ im April schon etwas verpufft ist. „Wir müssen konkret etwas tun und vielleicht auch Instagram nutzen“, betonte er.

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