Superintendent André Ost wiedergewählt
„Hier passe ich hin!“

Tecklenburger Land -

78 Jastimmen und zwei Enthaltungen – mit diesem Votum ist André Ost von der Kreissynode des Kirchenkreises Tecklenburg als Superintendent bestätigt worden. Bei seiner Wahl für acht Jahren als Nachfolger von Hans Werner Schneider hatten 91 Prozent der Synodalen für den heute 54-Jährigen gestimmt.

Dienstag, 02.07.2019, 15:31 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 10:58 Uhr
Der obligatorische Blumenstrauß fehlt nicht, als Synodalassessor Jörg Oberbeckmann Superintendent André Ost (rechts) zur Wiederwahl gratuliert. Zuvor gab es minutenlange stehende Ovationen der Synodalen im Ladberger Gemeindehaus.
Der obligatorische Blumenstrauß fehlt nicht, als Synodalassessor Jörg Oberbeckmann Superintendent André Ost (rechts) zur Wiederwahl gratuliert. Zuvor gab es minutenlange stehende Ovationen der Synodalen im Ladberger Gemeindehaus. Foto: Michael Baar

Mit stehenden Ovationen applaudieren die Synodalen André Ost . Gerade ist das Ergebnis der Superintendenten-Wahl verkündet worden: 78 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Minutenlang hält der Beifall an. Erst dann gelingt es Synodalassessor Jörg Oberbeckmann, die entscheidende Frage an den 54-Jährigen zu richten: „Nimmst Du die Wahl an?“ Der Wiedergewählte belässt es nicht bei einem einfachen „Ja“. André Ost bedankt sich „für diesen tollen Vertrauensbeweis“ und wertet das Votum als „Beleg für die gute Zusammenarbeit im Kirchenkreis“.

Am 4. Juli 2011 war der damalige Pfarrer in Tecklenburg zum Nachfolger von Hans Werner Schneider als Superintendent gewählt worden. Damals mit 71 Ja-, vier Neinstimmen und drei Enthaltungen. Acht Jahre später läuft seine zweite Amtszeit nur ein knappes Jahr. In 2020 steht erneut die Wahl eines Superintendenten auf der Tagesordnung der Kreissynode. Grund für dieses kurze Zwischenspiel: Die Kirchenordnung sieht die Angleichung der Wahlperioden von Kreissynodalvorstand und Superintendent vor. Presbyteriumswahlen in den evangelischen Kirchengemeinden stehen im nächsten Jahr an, daran schließt sich die Wahl der Mitglieder der Kreissynode und des Kreissynodalvorstands an. Nach Konstituierung dieser Gremien wird der Superintendent – dann wieder für acht Jahre – gewählt.

Das wird, nach der gestrigen Synode in Ladbergen, André Ost sein. Zwar weist er in seiner „Bewerbungsrede“ darauf hin, dass die Synodalen sich im nächsten Jahr nicht an den Beschluss gebunden fühlen müssen. Doch die setzen – wie das Wahlergebnis dann zeigt – auf den Amtsinhaber. Vielleicht auch deshalb, weil der 54-Jährige selbstironisch feststellt, „Sie kaufen ja nicht die Katze im Sack. Die ist ihnen bekannt, weil sie schon seit acht Jahren um die Häuser streicht“.

Jutta Kiquio, Vorsitzende des Nominierungsausschusses, hat zuvor erläutert, warum sich das Gremium auf diesen Wahlrhythmus verständigt hat: „Die Zeit der Unsicherheit für alle sollte möglichst gering gehalten werden.“ Und mit der Wiederwahl ist André Ost automatisch Bewerber für das Amt des Superintendent im nächsten Jahr.

Die Entscheidung zu diesem Schritt hat er sich nicht leicht gemacht, verrät er den Synodalen. Schließlich werde in den nächsten Jahren die Kunst darin liegen, mit weniger Mitteln – dazu zählt er die rückläufige Zahl der Kirchenmitglieder ebenso wie die Finanzen – weiter die Aufgaben der Kirche zu erfüllen. Der Umzug des Kreiskirchenamts nach Münster und die Kooperation mit den Nachbar-Kirchenkreisen Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster sei eine Reaktion darauf.

Der 54-Jährige rät, einen realistischen Blick für die Möglichkeiten zu haben und sich auf das zu konzentrieren, „was gut und wichtig ist“. Wichtig ist ihm zudem die Zusammenarbeit auch unter den 17 Kirchengemeinden im Kirchenkreis. „Da gibt es eine gewisse Unwilligkeit, aber auch Beispiele, wo Kooperationen gute Ergebnisse zeigen.“

Kommentar

Keine Überraschung

...

Seine kommunikative Art kommt an bei den Gemeinden im evangelischen Kirchenkreis. Dabei hat André Ost nie verschwiegen, dass es eine ganze Reihe von Aufgaben zu erledigen gibt. Ob Zusammenlegung der Verwaltung mit den Nachbar-Kirchenkreisen, der Umgang mit rückläufigen Zahlen bei Gemeindegliedern und Finanzen – der Superintendent hat immer den Dialog gesucht, sich andere Meinungen angehört und dann auf gemeinsame Lösungen hingearbeitet. Von daher ist seine einstimmige Wiederwahl keine Überraschung.

Auf dem Weg, die Verkündigungsmöglichkeiten in die nächste Generation zu bringen, sieht er keinen Groß-Kirchenkreis Münsterland. „Es geht jetzt nur um die Zusammenarbeit der Verwaltung“, betont André Ost. Ob es noch mehr Zusammenarbeit geben solle, „muss eine andere Generation entscheiden“.

Seine Bitte an die Synodalen um ein klares Zeichen, ob er weitermachen soll, wird mehr als erfüllt. Ein ansprechendes Arbeitsfeld im Kirchenkreis, Dialoge suchen und fördern, bodenständig – so beschreibt er sich und sein Amt und stellt trocken fest: „Hier passe ich hin!“  

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