Schutzkonzept nimmt Formen an
Kirchenkreis Tecklenburg gegen sexuelle Gewalt

Tecklenburger Land -

Das „Schutzkonzept sexualisierte Gewalt“ ist im Kirchenkreis Tecklenburg einen Schritt weiter gekommen. Eine Selbstverpflichtung soll Bestandteil aller Arbeitsverträge werden.

Mittwoch, 03.07.2019, 06:03 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 06:10 Uhr
Ausschnitt aus dem Notfallplan des Kirchenkreises bei sexuellen Übergriffen Minderjährigen gegenüber.
Ausschnitt aus dem Notfallplan des Kirchenkreises bei sexuellen Übergriffen Minderjährigen gegenüber. Foto: Michael Baar

Das weitere Vorgehen skizziert Pfarrerin Dr. Britta Jüngst bei der Kreissynode anhand von Bausteinen. Ein Präventionskonzept soll alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sensibilisieren. „Schulungen nur auf ehrenamtlicher Basis geht nicht“, stellt sie fest. Deshalb sollte eine entsprechende Planstelle für einen Multiplikator geschaffen werden. Abgeschlossen ist ein Beratungsvertrag mit dem Kinderschutzbund Rheine. Angestoßen worden ist eine Risikoanalyse für Kindertages- und Jugendeinrichtungen.

Aufhorchen lassen die Synodalen zwei Aussagen: Bisher liegen Missbrauchszahlen nur aus dem diakonischen Bereich vor. „Für Kirchengemeinden gibt es keine Zahlen“, so Britta Jüngst. Fachleute würden schätzen, dass die Fallzahlen sich auf dem Niveau der katholischen Kirche bewegen würden.

„Es ist schwer, sich jemanden anzuvertrauen“, beschreibt sie, dass ein Opfer sexualisierter Gewalt im Durchschnitt erst bei der siebten Person, die sie anspreche, Gehör finde. „Was für eine Erlösung wäre es für Kinder und Jugendliche, wenn sie schon beim ersten oder zweiten Ansprechpartner Gehör finden würden.“

Entwickelt worden ist in der Arbeitsgemeinschaft Schutzkonzept unter anderem ein Notfallplan zur Vorgehensweise im Verdachtsfall, eine Mindmap (Gedächtnislandkarte) für den Krisenstab, eine Liste der Unterstützungsangebote sowie ein Dokumentationsbogen zur schriftlichen Erfassung.

Die nächsten Schritte fasst Superintendent André Ost zusammen: Entwicklung eines Präventionskonzepts sowie Suche nach einer Person, die sich als hauptamtlicher Multiplikator um Schulung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden kümmert.

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