Gefahren für Radfahrer
Sicher von Lotte nach Osnabrück

Lotte -

Karl-Oswald Bauer wohnt in der Gohfeld-Siedlung an der Osnabrücker Straße und fährt mindestens drei-. viermal die Woche mit dem Fahrrad von Alt-Lotte nach Osnabrück. Dabei sind ihm drei neuralgische und gefährliche Punkte aufgefallen. Die ließen sich seiner Meinung nach mit relativ wenig Aufwand entschärfen.

Donnerstag, 04.07.2019, 17:46 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 17:40 Uhr
Karl-Oswald Bauer wohnt in der Gohfeld-Siedlung an der Osnabrücker Straße und fährt mindestens drei-. viermal die Woche mit dem Fahrrad von Alt-Lotte nach Osnabrück. Dabei sind ihm drei neuralgische Punkte aufgefallen, die sich seiner Meinung nach mit relativ wenig Aufwand entschärfen ließen.
Karl-Oswald Bauer wohnt in der Gohfeld-Siedlung an der Osnabrücker Straße und fährt mindestens drei-. viermal die Woche mit dem Fahrrad von Alt-Lotte nach Osnabrück. Dabei sind ihm drei neuralgische Punkte aufgefallen, die sich seiner Meinung nach mit relativ wenig Aufwand entschärfen ließen. Foto: Angelika Hitzke

Mit Überquerungshilfen auf der Osnabrücker Straße zur Straße Feldmark nämlich, auf der Birkenallee vom Wacholderweg zum vorhandenen einseitigen Radweg und hinter der Gaststätte Thies auf der Rheiner Landstraße, um von dort über Nebenwege in die Stadt zu gelangen.

Seit 2016 ist der frühere Professor für Empirische Bildungswissenschaft, der an der Universität in Bochum und später in Osnabrück und Vechta geforscht hat, im Ruhestand. „Dann habe ich das Radfahren erst so richtig für mich entdeckt“, erzählt er. Mit seinem Mountainbike sucht er nicht nur regelmäßig die Osnabrücker Innenstadt auf, sondern vor allem im Sommer auch den Rubbenbruchsee, wo er gern zum Essen einkehrt, und den Niedringhaussee in Westerkappeln-Wersen.

Richtung Osterberg und Tecklenburg fährt er ebenfalls gern. „Das Radwegenetz im Tecklenburger Land und in Lotte ist ausgezeichnet und für grüne Touristen verlockend, auch für Osnabrücker, die Erholung in der Region suchen“, meint er. Vor allem für Mountain-Biker und sportliche Radler, die Steigungen suchen, sei die Landschaft im Süden der Gemeinde besonders reizvoll.

Karl-Oswald Bauer nutzt auf seinen Touren die Radfahrer-Navigations-App Naviki. Die mache tolle Streckenvorschläge, wie man zum Beispiel von der Sunderstraße hinter dem Gasthaus Thies auf schönen Nebenwegen zunächst an der Düte entlang und dann über Heringer Weg, Heidehügel und Lotter Kirchweg zur Katharinenstraße und bis in die Altstadt kommt. „Mit dem Auto brauche ich 20 Minuten und muss dann noch einen Parkplatz suchen. Mit dem Rad bin ich in 40 Minuten in der Innenstadt, und das im Grunde stressfrei“, sagt er beim Ortstermin.

Das Problem sei, dass man bis zur Sunderstraße gleich dreimal unter großen Gefahren stark und schnell befahrene Straßen überqueren müsse. Von seinem Wohnhaus aus müsse er an der Osnabrücker Straße auf dem rechten Seitenstreifen fahren und vor der Bushaltestelle Gohfeld die Landesstraße, auf der Tempo 80 gilt, ohne Überweg überqueren, um nach links in die Straße Feldmark abzubiegen. Von dort geht es rechts in den Wacholderweg, an dessen Ende die Kreisstraße Birkenallee (Tempo 70) überquert werden muss, um auf den nur an der Nordseite vorhandenen Radweg zu gelangen.

Im Kreisverkehr wird der Radfahrer dann von der linken auf die rechte Seite der Rheiner Landstraße geführt, die als unmittelbarer Autobahnzubringer noch stärker befahren ist. Um auf den Sunderstraßenabschnitt hinter Thies und damit den Zugang zu den beschriebenen Wegen zu kommen, ist er gezwungen, die dort sehr breite Straße zu überqueren. Auch hier gibt es keinen Überweg.

„Ich frage mich, warum das ansonsten ja ausgezeichnete Radwegenetz im Tecklenburger Land und in Osnabrück solche Lücken und neuralgischen Punkte aufweist“, schrieb Bauer an die Redaktion. Seine Vorschläge für in seinen Augen schnell umzusetzende, „nicht besonders teure“ Lösungen: „Übergänge für Radfahrer und Fußgänger am Gohfeld und auf der Rheiner Landstraße, dort zweispuriger Radweg (würde Übergang ersparen), Reduzierung der Höchstgeschwindigkeiten auf 50 km/h zumindest an den Übergängen. Auch viele Osnabrücker würden davon profitieren und könnten sich die herrlichen Touren im Tecklenburger Land mit seinen Burgen, Schlössern, Seen erschließen“, so Bauer.

Darin betont er, dass dies letztlich auch mehr Klarheit und Sicherheit für die motorisierten Verkehrsteilnehmer mit sich brächte: „Als ebenfalls leidenschaftlicher Autofahrer wäre es mir lieber, Übergänge für Radfahrer zu haben, als damit rechnen zu müssen, dass diese in ihrer Verzweiflung in der Mitte der Fahrbahn warten, bis sie nach links abbiegen können.“

Nur ist das alles nicht so einfach und auch nicht so kostengünstig, wie wohl die meisten Bürger denken: Jörg Stork vom Bauamt der Gemeinde Lotte weist darauf hin, dass für Radwege und Überquerungshilfen an der Landesstraße der Landesbetrieb Straßen.NRW zuständig ist. Für die Birkenallee als Kreisstraße auf Osnabrücker Stadtgebiet ist der Landkreis Osnabrück Ansprechpartner. Auch die Rheiner Landstraße in Gaste als Fortsetzung der Osnabrücker Straße liegt jenseits der Gemeinde- und der Landesgrenze in Niedersachsen, sodass hier die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Osnabrück, zuständig ist.

„Er kann sich gerne bei uns melden und einen formlosen Antrag hereinreichen. Wir geben es gern weiter an den Landesbetrieb“, so Storks vorläufige Antwort auf das Anliegen des Lotter Radfahrers. Diesen Rat hat Karl-Oswald Bauer jetzt befolgt und ein entsprechendes Schreiben per E-Mail an die Bauabteilung geschickt, um für den Anfang zumindest im Gohfeld einen Übergang zu bekommen, „wo ja ohnehin eine Bushaltestelle besteht“. Er ist überzeugt, dass weit mehr Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel auch Besucher des Landcafés am Goldbach, mit dem Rad kommen und gehen würden, wenn die beschriebenen Gefahrenpunkte entschärft würden.

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