Benefiztour für Kampf gegen Prostatakrebs: Lotter fährt mit
Biker im feinen Zwirn

Lotte -

Den Impuls gaben Australier vor sieben Jahren. Rasch wurde der „Distin­guished Gentleman“s Ride“ (DGR), was übersetzt so viel heißt wie „Ausfahrt vornehmer Herren“, zur weltweiten Benefizaktion für den Kampf gegen Prostatakrebs. Teilnehmerzahl steigend. Zum dritten Mal koordiniert Martin Wermeier aus Alt-Lotte die Aktion für die Region Osnabrück am letzten Septembersonntag.

Dienstag, 13.08.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 18:42 Uhr
Martin Wermeier aus Lotte richtet den Distinguished Gentleman‘s Ride in der Region Osnabrück aus.
Martin Wermeier aus Lotte richtet den Distinguished Gentleman‘s Ride in der Region Osnabrück aus. Foto: Ursula Holtgrewe

Der Biker ließ sich bei einem Ride in Hamburg infizieren und koordinierte im Jahr 2017 das erste Benefiz-Biken vor Ort. „Mich wundert ein bisschen, dass sich der DGR in der Region noch nicht so sehr herumgesprochen hat“, sagt er. Zudem ist es ihm wichtig, herauszustellen: „Selbstverständlich sind auch Gentlewomen an diesem 29. September willkommen.“ Es sei eine weltweite Unterstützungsaktion für an Prostatakrebs Erkrankte und diejenigen, die wegen dieser Krankheit selbstmordgefährdet sind.

Mitmachen ist ganz einfach: Auf der Homepage www.gentlemansride.com kann man sich anmelden, um gegen eine Spende mithilfe der Kreditkarte mitzufahren. Oder wenn man einen Biker oder eine Bikerin finanziell unterstützen möchte. „Jeder Mitfahrer kann in seinem Bekanntenkreis Sponsoren gewinnen. Die Homepage ist seit dem 1. August freigeschaltet. Und noch am 29. September können sich Kurzentschlossene entscheiden mitzufahren“, betont Wermeier. Erst bei der Anmeldung werden Start und Ziel bekannt gegeben.

Manche tragen – angeklebte – Schnurrbärte, um optisch auf die Unterstützung der Movember Foundation, die sich für mehr Männergesundheit und Aufklärung stark macht, hinzuweisen. Andere lassen sich extra für die Solidaritätsaktion einen Bart wachsen – wie Martin Wermeier.

Einen Dresscode gibt es auch: Gern gesehen sind schnieke Kleidung und feine Stoffe. „Sakko, Hemd, Krawatte oder Fliege und Kopfbedeckung sollten die Teilnehmer schon tragen. Ich habe meine Bikerkleidung drunter“, berichtet der Koordinator über persönliche Sicherheitsvorkehrungen auf dem Motorrad.

Mitmachen kann folglich jeder, der mit der Teilnahme an dem weltweiten Ride ein Zeichen für Männergesundheit setzten möchte.

Gern gesehen sind ältere Maschinen, Vintage Bikes, Caff Racer, Scrambler, Brat und Rat Bikes, klassische Commuter und Chopper. Über die und vielleicht sogar liebevoll restaurierte Oldtimer lässt sich dann am Ziel vortrefflich bei Benzingesprächen fachsimpeln.

Wer sich der Aktion aktiv anschließt, wird Teil einer Bewegung mit diesmal global erwarteten mehr als 125 000 Fahrern, die ein Zeichen setzen für die Forschung gegen Prostata- und Hodenkrebs sowie daraus entstehende psychische Probleme. Sicherheitshalber fährt Wermeiers Schwager Hendrik Behrmann hinterher mit Zugmaschine, Anhänger, Pflaster und Co.

Ob die im vergangenen Jahr weltweit von der Community eingefahrenen 6 Millionen Dollar (rund 5,2 Millionen Euro) getoppt werden können, bleibt abzuwarten; sei aber durchaus realistisch.

Zuversichtlich ist Martin Wermeier, dass er den Vorjahresbetrag von rund 3500 Euro der Osnabrücker Benefiz-Biker überschreiten wird. Und, dass sich dem Tross wieder Fahrer aus Bad Salzuflen, Bielefeld, Hannover, Essen und Herford anschließen werden. Weil bekanntlich die Mundpropaganda die beste Werbung ist, geht er zudem davon aus, dass die Zahl von 100 Teilnehmern in diesem Jahr deutlich übertroffen werden kann. In der Planung ist Wermeier noch für eine ansprechende Kulisse fürs Gruppenfoto.

Wermeier selbst sitzt dann am Lenker einer BMW air 100 RS, Baujahr 1980. „Wir werden uns im Raum Osnabrück und Osnabrücker Land bewegen“, verrät er; und, dass es eine Ausfahrt über rund 50 Kilometer geben wird. Für die gelten Regeln wie gesittetes Fahren in der Kolonne und keine Überholmanöver. Außerdem komme die Kommunikation keinesfalls zu kurz, denn: „Es geht beim Biken auch darum, Leute zu treffen und zu quatschen, weniger darum, Kilometer zu kloppen.“

Wer also am 29. September gemütlich rollende Motorradfahrer in feinem Zwirn sowie mit echten oder aufgeklebten Schnurr- und anderen Bärten sieht, weiß: sie gehören zur weltweiten „Distinguished Gentleman„s Ride“-Bewegung.

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