Erhöhte Waldbrandgefahr
Brenzlige Situation in der Wersener Heide

Lotte/Westerkappeln -

Die aktuell hohen Temperaturen und die starke Sonneneinstrahlung führen auf DBU-Naturerbeflächen zu einer erhöhten Waldbrandgefahr. In der Wersener Heide dürfte aber eigentlich nichts anbrennen. „Das ist aufgrund der Kampfmittelsituation Sperrgebiet. Da hat keiner etwas zu suchen“, erklärt Bundesförster Rainer Schmidt. Trotzdem: Die Lage sei hochbrisant.

Freitag, 23.08.2019, 17:16 Uhr
Für die Naturerbefläche Wersener Heide gilt ein absolutes Betretungsverbot. Das minimiert grundsätzlich die Gefahr eines Waldbrandes, es sei denn, die Warnschilder werden missachtet.
Für die Naturerbefläche Wersener Heide gilt ein absolutes Betretungsverbot. Das minimiert grundsätzlich die Gefahr eines Waldbrandes, es sei denn, die Warnschilder werden missachtet. Foto: Erna Berg

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat am Freitag auf die gefährliche Situation auf ihren Naturerbeflächen hingewiesen. Für die Wersener Heide – das rund 1000 Hektar große Gebiet war früher ein Truppenübungsplatz – gilt das Gleiche. „Wir haben bislang Glück gehabt, das nichts passiert ist“, meint Bundesförster Schmidt .

Insbesondere der hohe Kiefernanteil, das viele Totholz, das ökologisch sehr große Bedeutung habe, und die noch im Boden liegenden Kampfmittel bildeten eine explosive Mischung. Bei mehr als zwei Dritteln des Naturschutzgebietes handele es sich um Waldflächen, die größtenteils auf dem Gebiet der Gemeinde Lotte liegen. „Wenn es dort richtig brennt, müsste man über eine Evakuierung von Halen nachdenken.“

Vergangenes Wochenende und zu Wochenbeginn hat es zwar geregnet, „das war aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, gibt Schmidt zu bedenken. „Das waren gerade mal 30 Millimeter auf den Quadratmeter.“ Eine Folge der wochenlange Dürre: alle Teiche in der Wersener Heide sind leer. Sollte es ein Feuer geben, müsste die Feuerwehr mithilfe langer Schlauchleitungen zu Hydranten oder zum Mittellandkanal und im Pendelverkehr durch unwegsames Gelände Wasser zum Löschen herbeischaffen.

Der brenzligen Lage sind sich Schmidt und der DBU nicht erst seit Kurzem bewusst. Nach dem Dürrejahr 2018 und vor dem Hintergrund des Klimawandels solle für die Wersener Heide gemeinsam mit den Gemeinden Westerkappeln und Lotte und insbesondere der Lotter Feuerwehr ein Waldbrandschutzkonzept erstellt werden, berichtet der Bundesförster. „Wir hatten auch schon einige Arbeitsbesprechungen zu dem Thema.“

Schmidt appelliert an die Vernunft der Menschen, die Sperrgebietsvorgaben zu beachten. „Wir haben genügend Schilder aufgestellt“, betont er.

Sollte sich jemand doch ins Gelände verirren, so gelte ein striktes Verbot zum Rauchen und für offene Feuer sowie. Auch das Abstellen von Fahrzeugen mit heißem Auspuff auf Grasflächen sei zu unterlassen. „Wenn es da brennt, dann nur aus menschlichem Vorsatz“, mahnt Rainer Schmidt.

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