Umweltsünder kosten Gemeinde Lotte jedes Jahr viel Geld
Ärger mit wilden Müllkippen

Lotte -

Viele Kommunen klagen darüber, dass die illegale Müllentsorgung in Wald und Flur trotz geregelter Abfuhr von Papier-, Restmüll- und Biotonne, gelbem Sack und Sperrmüll sowie Sammlungen von Elektroschrott, Sondermüll und sperrigen Gartenabfällen zugenommen habe. Ist das in Lotte auch der Fall ? „Gefühlt ja“, sagen Lottes Umweltbeauftragte Ursula Wilm-Chemnitz und der Lotter Servicebetriebsleiter Hans-Georg Kunkemöller.

Freitag, 23.08.2019, 19:00 Uhr
Wilde Müllablagerung: Ein Kochtopf mit angebrannten Essensresten gehörte zu den Funden der diesjährigen Müllsammelaktion in Lotte-Osterberg.
Wilde Müllablagerung: Ein Kochtopf mit angebrannten Essensresten gehörte zu den Funden der diesjährigen Müllsammelaktion in Lotte-Osterberg. Foto: Ulrich Eckseler

Ein- bis zweimal im Monat, schätzt Wilm-Chemnitz , würden der Gemeinde von aufmerksamen Bürgern solche Umweltsünden gemeldet – und das seien nur die Meldungen, die im Rathaus ankommen. Die Palette reiche von Altreifen über Bauschutt bis zu alten Röhrenfernsehern. Der Unrat werde häufig an ganz bestimmten Stellen abgelagert. „Wenn das im Wald liegt, ist der Förster zuständig“, so die Umweltbeaufragte.

Wilm-Chemnitz betont aber auch: „Die Aufmerksamkeit der Bürger hat zugenommen.“ Vielleicht würden auch deshalb Müllablagerungen einfach öfter gemeldet als früher. Das Problem sei jedenfalls nicht neu, wenn auch immer wieder aktuell.

Erst Anfang August sei ein Motorroller in die Düte geworfen worden. In Halen hätten in den vergangenen Jahren Kupferdiebe mehrfach „Kabelsalat“ hinterlassen. Und es komme immer wieder vor, dass Prospektverteiler Stapel von Flyern, Prospekten und Anzeigenblättern einfach ins Gebüsch werfen.

„Es gibt ein paar Hotspots, wo immer wieder was liegt“, berichtet Lottes Servicebetriebsleiter Hans-Georg Kunkemöller . Aus Osterberg hätten seine Mitarbeiter dieses Jahr schon 1,1 Tonnen Schrank- und Möbelteile aus der Landschaft entfernen müssen. Oft sei es Restmüll, der aus Gräben und Gehölzen geklaubt werde, aber auch Tapetenreste, Farbeimer und 50-Liter-Ölkanister. Erst kürzlich habe der Servicebetrieb 20 Autositze und ein Dutzend Autoreifen eingesammelt und abgefahren und vor ein paar Wochen einen ganzen Kipper mit blauen Säcken voller Müll, den die illegalen Badegäste am Niedringshaussee („Sundermannsee“) hinterlassen hätten.

Ob in Osterberg, am Wersener Damm oder Havermeyers Waldstück an der Halener Straße, an bestimmten Stellen laden nach seiner Auskunft immer wieder Schmutzfinken im Schutz der Dunkelheit Müll aus ihrem Auto und werfen ihn ins Gebüsch. Für Wilm-Chemnitz und Kunkemöller völlig unverständlich, denn billiger oder bequemer sei das für die Umweltsünder nicht: Sperrmüll zum Beispiel wird kostenlos abgeholt; man muss nur eine Abholkarte ausfüllen und ihn zum angegebenen Termin bereitstellen.

Altreifen könne man bei Tankstellen, Reifenhändlern und Werkstätten entsorgen, Grün- und Gartenabfälle über die Komposttonne oder bei Wienkämper. Für Sondermüll, Elektroschrott und Großgeräte fänden regelmäßige Sammlungen statt, und für Kleingeräte steht ein Container bei Getränke Eversmeyer in Wersen. „Wir haben eine kostengünstige und bürgerfreundliche Müllentsorgung“, schüttelt Wilm-Chemnitz den Kopf darüber, dass es trotzdem Leute gibt, die Müll erst umständlich in ihren Kofferraum laden, um dann in den Wald zu fahren und ihn da wieder auszuladen. Ärgerlich sind auch „Fehlwürfe“ neben die Müllbehälter an öffentlichen Plätzen, Wegen, Spielplätzen und in Grünanlagen.

So oder so – die Gemeinden kostet das nicht nur viel Arbeitszeit, sondern auch Geld. Auf 10- bis 15 000, im Schnitt also 12 000 Euro im Jahr schätzt Hans-Georg Kunkemöller die dadurch anfallenden zusätzlichen Entsorgungskosten. Kosten, die über die Steuern jeder mitbezahlen muss.

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