Standort bald nur noch SB-Filiale und Beratungsstelle
Volksbank schließt in Wersen den Schalter

Westerkappeln/Wersen/Saerbeck -

Die Volksbank-Filiale in Wersen stellt sich laut einer kurz gefassten Pressemitteilung zukunftsorientiert auf und setzt ab Herbst 2019 auf mehr Beratung. Die Kundschaft steht ab dem 1. Oktober allerdings vor geschlossenem Schalter.

Dienstag, 27.08.2019, 17:22 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 11:00 Uhr
Der Schalter in der Volksbank-Filiale in Wersen wird zum 1. Oktober geschlossen. Beratung vor Ort soll es aber weiter geben. Der SB-Bereich bleibt rund um die Uhr zugänglich.
Der Schalter in der Volksbank-Filiale in Wersen wird zum 1. Oktober geschlossen. Beratung vor Ort soll es aber weiter geben. Der SB-Bereich bleibt rund um die Uhr zugänglich. Foto: Frank Klausmeyer

Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer kompletten Schließung der Geschäftsstelle. Die vorhandenen Räumlichkeiten würden künftig verstärkt für Beratungsgespräche genutzt, teilt das genossenschaftliche Geldinstitut mit. Der Selbstbedienungsbereich stehe weiterhin rund um die Uhr zur Verfügung.

Dass die Volksbank Westerkappeln-Wersen nach der erst im Juni von den Mitgliedern beschlossenen und rückwirkend zum 1. Januar 2019 geltenden Fusion mit der Volksbank Saerbeck Änderungen vornimmt, war vielleicht zu erwarten. Angesichts andauernder Niedrig-, Null- und Negativzinsen sind wohl alle Geldhäuser auf Sparkurs unterwegs. Der Zeitpunkt so früh nach dem Mitgliederbeschluss kommt dann aber doch ein wenig überraschend. Noch bei der Generalversammlung hatte Vorstandsfrau Anita Kipp versichert, dass die persönliche und räumliche Nähe zu den Kunden auch nach der Verschmelzung erhalten bleibe, ein Rückzug aus der Region sei nicht vorgesehen. Und wörtlich: „In der äußeren Wahrnehmung ändert sich für die Kunden gar nichts.“

Ob die kleine Filiale in Wersen damit auf Dauer erhalten bleibt, wollte Kipp vor knapp drei Monaten allerdings nicht versprechen: „Wie die zukünftige strategische Ausrichtung sein wird, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten. Das hängt auch vom Kundenverhalten ab.“

Dieses scheint sich in Wersen rasant gewandelt zu haben: „Die Anforderungen unserer Mitglieder und Kunden an eine leistungsstarke Genossenschaftsbank haben sich verändert“, wird Bankvorstand Ansgar Heilker zitiert. Onlinebanking und elektronische Servicegeräte hätten die Schalter abgelöst. „Gleichzeitig erleben wir, dass der Bedarf an persönlichen Beratungsgesprächen an Bedeutung gewinnt“, erklärt Heilker.

Diese werden ab Herbst in Wersen allerdings nur noch nach Terminvereinbarung angeboten. Reguläre Öffnungszeiten, die heute analog zur denen in der Hauptstelle in Westerkappeln gestaltet sind, gibt es dann nicht mehr. „Wir sind aber nicht aus Welt“, versichert Kipp auf WN-Nachfrage. Die beiden Mitarbeiter vor Ort würden zwar abgezogen, stünden künftig jedoch auf Abruf bereit. „Und wir wollen dafür Sorge tragen, dass dann Spezialisten vor Ort sind. Die Kunden können dabei entscheiden, ob sie in Wersen und Westerkappeln beraten werden möchten.“

Auch wenn das Schaltergeschäft offensichtlich an Bedeutung verliert, steht eine Schließung in Westerkappeln laut Anita Kipp nicht auf der Agenda. Der Bereich sei erst im vergangenen Jahr umfangreich umgebaut worden. „Das war auch ein Statement“, erklärt die Vorstandsfrau. „So etwas macht man nicht, wenn wir den Schalter nicht für zukunftsfähig hielten.“ Auch eine Aufgabe des Schalterplatzes in Saerbeck sei kein Thema.

In einem Fusionsprozess sei es „ganz normal, dass alles auf den Prüfstand gestellt wird“, betont Kipp zur Schalterschließung in Wersen. Daraus, dass auch sonst im Bankengeschäft Einiges im Fluss sei, macht die Vorstandsfrau keinen Hehl: Die größte Geschäftsstelle der Volksbank Westerkappeln-Saerbeck sei mittlerweile die Online-Filiale.

Die Mitwerber von der Kreissparkasse (KSK) Steinfurt werden sich ob der neuen Volksbank-Ausrichtung sicher nicht die Hände reiben. Die KSK hatte ihre Niederlassung in Wersen bereits im vergangenen Jahr zu einer reinen SB-Filiale umgebaut. Seither müssen die KSK-Kunden das Beratungscenter in Westerkappeln ansteuern. Die Sparkassen-Geschäftsstelle in Büren war bereits 2013 geschlossen worden. So gesehen sind die Volksbank-Kunden mit Beratungsbedarf in Wersen noch gut bedient.

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