22 Einsätze für die Feuerwehr
Gewitter tobt sich über Alt-Lotte aus

Lotte/Westerkappeln -

Eine Schneise der Verwüstung, aber keinen Personenschaden, hinterließ am Donnerstagmorgen eine Gewitterzelle mit orkanartigen Böen und rund 28 Litern Regen pro Quadratmeter in nur 20 Minuten in Alt-Lotte. Ab kurz vor 3 Uhr rückte die Freiwillige Feuerwehr Lotte zu 22 Einsätzen aus.

Donnerstag, 29.08.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 29.08.2019, 17:18 Uhr
Kurz nach 9 Uhr beseitigten am Donnerstag Mitarbeiter des Lotter Servicebetriebs einen Baum, den der Tornado im Bereich Hellweg auf die Tecklenburger Straße gekippt hatte.
Kurz nach 9 Uhr beseitigten am Donnerstag Mitarbeiter des Lotter Servicebetriebs einen Baum, den der Tornado im Bereich Hellweg auf die Tecklenburger Straße gekippt hatte. Foto: Ursula Holtgrewe

„Um 2.48 Uhr gingen unsere Melder. Es hieß ,Baum auf Straße‘. Dann kam auch ,Wasser in Keller‘ hinzu. Insgesamt sind wir mit 18 Mann und allen Fahrzeugen zu gut 22 Einsatzstellen ausgerückt“, berichtete Einsatzleiter Marco Kramer am Donnerstagmorgen. Zudem seien in der ehemaligen Natosiedlung Teile eines Flachdachs herab geweht worden.

Für eine abgeknickte Baumkrone an der Krümpelstraße musste extra die Feuerwehr aus Lengerich nachalarmiert werden. Die zu sichernde Stelle lag zu hoch im Baum, sodass ein Gelenkmastwagen mit Korb her musste.

„Ganz schlimm ist es im Bereich Braumkamp gewesen. Dort zieht sich ein etwa 50 Meter breiter Korridor der Verwüstung hindurch bis zur Osnabrücker Straße“, beschrieb Kramer das Ausmaß der Zerstörung.

„Dort steht ein Haus, an dem der Sturm vorbeizog, meines Wissens, ohne Schaden zu hinterlassen“, sagte Kramer. Verwundert sei er, dass die Naturgewalten derart gewütet hatten, dass Am Braumkamp vitale Eichen inklusive Wurzelteller mit bis zu 2,5 Meter Durchmesser umgeworfen wurden.

Erkennbar an einige Stellen im Außenbereich ist, dass die kräftigen Böen hohe Kronen abgeknickt haben. Quer über der Tecklenburger Straße im Bereich Hellweg lag ein Baum. Den beseitigte der Lotter Servicebetrieb am Donnerstagmorgen kurz nach 9 Uhr, um die Straße wieder passierbar zu machen.

An der gesperrten Straße Am Braumkamp dauerten die Aufräumarbeiten erheblich länger. Die Anwohner Karin und Lothar Westerkamp standen auf ihrem Hof und betrachteten sorgenvoll ein Loch im Schuppendach, das der herabstürzende Ast einer Eiche hinterlassen hatte. Mit dem Auto konnten sie erst nach dem Wegräumen wegfahren.

Ewa 2,5 Meter Durchmesser hat der Wurzelteller, der beim Umkippen des vitalen Eichenbaumes mit herausgebrochen wurde.

Ewa 2,5 Meter Durchmesser hat der Wurzelteller, der beim Umkippen des vitalen Eichenbaumes mit herausgebrochen wurde. Foto: Ursula Holtgrewe

Im Ort trafen sich die Nachbarn beim großen Aufräumen. Anwohner fegten Äste und Blätter von Fußwegen und teils auch von Straßen. Kurz vor 10 Uhr kehrte Renate Müller am Saerbecker Damm die letzten Hinterlassenschaften des Sturms zusammen. Sie war nach 2 Uhr vom Gewitter wach geworden. „Das hatten wir noch nie, dass bei einem Unwetter der Keller an der Westseite vollgelaufen ist“, berichtete sie über die Auswirkungen der Kombination von Regenmassen und starken Böen aus Westen. „Mein Sohn und ich haben geschippt und gewischt und hatten bald alles im Griff“, beschrieb die Seniorin die frühmorgendliche Reinigungsaktion.

Einige Satellitenanlagen versagten nach der Sturmeinwirkung. In machen Haushalten funktionierten die Glasfaseranschlüsse nicht mehr.

Was viele Bürger verblüffte: Die Gewitterzelle tobte sich offenbar nur im Bereich von Alt-Lotte zwischen Tecklenburger Straße am Botterbusch bis hin zu Am Braumkamp aus. Auch aus Atter kam die Information, dass der Sturm dort gewütet hatte. „In Wersen war gar nichts. Der Wersener Löschzug musste nicht ausrücken“, sagte Marco Kramer.

In Westerkappeln musste die Freiwillige Feuerwehr lediglich zwei Bäume von der Straße ziehen. Größere Schäden wurden nicht bekannt. Einigen Bürgern lief allerdings Wasser in den Keller. Ute Finsterwalder, Inhaberin des Spielwarenladens „Pfiffikus“ klagte über Schlamm im Durchgang zum Laden, der offensichtlich mit dem Regenwasser hineingespült worden war.

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