Zweite Biotonnen-Kontrolle
Rote Karte für Wiederholungstäter

Lotte -

Zweimal hat die Gemeinde Lotte bereits jeweils rund 400 Biotonnen in den Ortsteilen Alt-Lotte und Wersen kontrollieren und für falsche Befüllungen gelbe und rote Karten verteilen lassen. Damit soll die hohe Zahl der teuren Fehlwürfe im Biomüll verringert werden. Eine Zwischenbilanz.

Freitag, 18.10.2019, 17:32 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 17:34 Uhr
Seit Juni 2018 sind die Grenzwerte für Störstoffe im Bioabfall wesentlich verschärft worden. Plastiktüten, Verpackungen und Restabfall gefährden die Verwertung des Bioabfalls. In vielen Kommunen, so auch in Lotte, werden deshalb Biotonnen-Kontrollen durchgeführt und die Bürger mit gelben oder roten Aufklebern auf Fehlwürfe hingewiesen.
Seit Juni 2018 sind die Grenzwerte für Störstoffe im Bioabfall wesentlich verschärft worden. Plastiktüten, Verpackungen und Restabfall gefährden die Verwertung des Bioabfalls. In vielen Kommunen, so auch in Lotte, werden deshalb Biotonnen-Kontrollen durchgeführt und die Bürger mit gelben oder roten Aufklebern auf Fehlwürfe hingewiesen. Foto: dpa

Hintergrund der Aktion ist, dass die Gemeinde seit Jahren für die mühsame Aussortierung der Fehlwürfe im Kompostierwerk und ihre Entsorgung über den Restmüll doppelt so viel bezahlen muss, wie für die Entsorgung von Biomüll. Diese Mehrkosten müssten eigentlich über eine entsprechende Erhöhung der Müllgebühren auf die Bürger umgelegt werden, was aber auch diejenigen treffen würde, die ihre Abfälle korrekt trennen.

Deshalb setzt die Verwaltung auf Verwarnung mittels gelber und roter Karten – und natürlich auf Aufklärung. In diesem Jahr hat die Gemeinde nicht selbst Kon­trolleure beauftragt, sondern über die Entsorgungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (EGST) deren geschulte Fachleute kontrollieren lassen.

Die Umweltbeauftragte Ursula Wim-Chemnitz und ihre Verwaltungskollegin Birgit Hagenau legten jetzt auf Nachfrage eine erste Zwischenbilanz vor und kündigten für den 28. Oktober die Durchführung der dritten Kontrolle an.

Wer die Biotonne nicht ordnungsgemäß befüllt hatte, bekam einen gelben Aufkleber, „Wiederholungstäter“ einen roten. Zwar seien die Kontrollen vorher angekündigt worden, man habe aber bewusst vorher nicht genannt, in welchen Ortsteilen kontrolliert wird. Mit Alt-Lotte und Wersen seien erst einmal nur zwei Ortsteile ins Visier genommen worden.

Die dritte Kontrolle am 1. Oktober fiel wegen strömenden Regens buchstäblich ins Wasser und wird nun am Montag, 28. Oktober, nachgeholt.

Nach Auswertung der beiden ersten Kontrollen könne man sagen, dass rund zwei Drittel der Biotonnen ordnungsgemäß befüllt waren und jeweils ein Drittel beanstandet wurde, berichten die beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen. Auffallend sei, dass bei den beanstandeten Tonnen im ersten Durchgang die gelben und bei der zweiten Kontrolle die „Roten Karten“ überwogen. Mit 72 gegenüber 67 habe es da eine leichte Steigerung gegeben.

Woran das liegt, dafür hat die Umweltbeauftragte zwei mögliche Erklärungen: Eventuell hätten die Kon­trolleure beim zweiten Mal schärfer hingeguckt. Insbesondere, wenn viele Plastiktüten in der Biotonne waren, seien rote Aufkleber vergeben worden. Für Verwirrung bei den Leuten sorge, dass es kompostierbare Mülltüten und normale Plastikmülleimerbeutel gebe: Die Unterscheidung zwischen „gutem Plastik“, also biologisch abbaubaren Tüten, und „bösem“ Plastik falle vielen Bürgern schwer.

Bestätigt haben die beiden ersten Kontrollen laut Hagenau und Wilm-Chemnitz auch einen weiteren, schon in den Vorjahren beobachteten Trend: Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit vielen Mülltonnen nehmen es mit der Mülltrennung oft nicht so genau. Vielleicht, weil „Müllferkel“ hier leichter anonym bleiben?

Eins ist klar: Die Zeche für solches Fehlverhalten, das schon aus Umwelt- und Klimaschutzgründen nicht hinnehmbar ist, zahlen letztlich alle. Jährlich rund 5000 Tonnen Müll – das sind immerhin fast zehn Prozent des eingesammelten Bioabfalls – müssen am Kompostwerk Saerbeck als Restabfall aussortiert werden, wie EGST-Pressesprecherin Beatrice Daal im Zusammenhang mit den auch in der Nachbargemeinde Westerkappeln durchgeführten Biotonnenkontrollen berichtet hatte: „Das kostet Zeit, Energie und sehr viel Geld. Am Ende bleibt auch immer ein Risiko, dass ein Teil nicht erfasst wird und im Kompost auf unserem Gemüseacker landet. Das kann niemand wollen.“

Damit es in Lotte bei der dritten Kontrolle möglichst wenig Beanstandungen gibt, weist die Gemeindeverwaltung noch einmal auf den Flyer und die auch im Rats­informationssystem hinterlegten Informationen über die richtige Müllsortierung hin.

Bleibt abzuwarten, wie die diesjährige Gesamtbilanz der Kontrollen auch im Vergleich mir anderen Gemeinden ausfällt.

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