Warum sich das Bemühen um bessere Radwegverbindungen schwierig gestaltet
Vier Meter sind Minimum

Lotte -

Nicht so einfach gestaltet sich das Bemühen der Gemeinde Lotte um bessere Radwegverbindungen von Alt-Lotte und von Wersen nach Osnabrück sowie um einen in beide Richtungen nutzbaren Radweg an der Niederseester Straße in Halen. Wie Bauamtsleiterin Astrid Hickmann auf Nachfrage mitteilte, hat sich gegenüber dem Sachstand zum Zeitpunkt der Fachausschusssitzung im Oktober noch nichts Neues getan.

Dienstag, 22.10.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 16:52 Uhr
Radschnellwege, hier der erste Abschnitt des Radschnellwegs Osnabrück–Belm, müssen eine Mindestbreite von vier Metern haben, um gefördert zu werden. Foto: Archiv/Swaantje Hehmann
Radschnellwege, hier der erste Abschnitt des Radschnellwegs Osnabrück–Belm, müssen eine Mindestbreite von vier Metern haben, um gefördert zu werden. Foto: Archiv/Swaantje Hehmann Foto: Swaantje Hehmann

Eine Stellungnahme des Kreises Steinfurt zur von der CDU-Fraktion beantragten Neuplanung des Radwegs Niederseester Weg liege noch nicht vor. Im Verkehrs- und Umweltausschuss war einstimmig beschlossen worden, dass der Radweg entlang der Kreisstraße von der Abzweigung Achmer Straße bis zum Hasenkamp als eine in beide Fahrtrichtungen nutzbare Radweganlage ertüchtigt werden soll.

In der öffentlich einsehbaren Niederschrift der Sitzung ist vermerkt, dass Hickmann auf Nachfrage von Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer erklärt hatte, dass man den Begriff „Ertüchtigung“ statt „Ausbau“ bewusst gewählt habe: Zunächst müsse man mit dem Kreis abklären, ob dieser eine Möglichkeit zur Erweiterung sehe.

Schwierig und teuer dürfte die bereits im Masterplan als Ziel enthaltene, jetzt erneut von der SPD-Fraktion beantragte Schaffung von schnellen und sicheren Radwegverbindungen zwischen Alt-Lotte sowie Wersen und dem Oberzentrum Osnabrück sein. Laut Protokoll beauftragte der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, entsprechende Verhandlungen mit der Stadt Osnabrück sowie dem Landesbetrieb Straßen.NRW, der für die L 501 von Lotte nach Osnabrück zuständig ist, aufzunehmen. Diese Gespräche stehen nach Auskunft der Bauamtsleiterin noch aus.

Sie hatte aber in der Sitzung bereits mitteilen können, dass sie vom Landesbetrieb Straßenbau.NRW kontaktiert worden sei, da dieser jetzt die kurzfristige Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen plane. Erfreulicherweise werde dabei die Bushaltestelle Botterbusch auf Kosten des Landesbetriebs auf das Niederflurbussystem umgestellt. Die Gemeinde müsse in diesem Zuge die Wartehalle versetzen beziehungsweise erneuern.

Allerdings habe der Landesbetrieb die Verbreiterung des 2,70 Meter breiten Radweges an der L 501 auf drei Meter Breite aus eigenen Mitteln wegen der Präzedenzfallwirkung abgelehnt. „Das kann der Landesbetrieb aus seinem Etat nicht leisten“, erklärte sie jetzt auf Nachfrage, „das sind ja nicht einfach nur 30 Zentimeter mehr, sondern das muss ja samt Unterbau richtig ausgebaut werden.“

Die drei Meter seien aber erforderlich, um den etwas niedrigeren Kreisstandard für einen in beide Richtungen zu benutzenden Premium-Radweg zu erreichen. Deren Umsetzung, so erklärte sie jetzt auf Nachfrage, sei immerhin noch realistischer als die vier Meter Mindestbreite für einen Radschnellweg.

Die Vier-Meter-Breite, so geht aus dem Protokoll der Ausschusssitzung hervor, ist laut Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay zusammen mit anderen Kriterien wie Beleuchtung Voraussetzung für einen 80-Prozent-Zuschuss aus dem NRW-Landesprogramm zur Förderung von Radschnellwegen. Insbesondere die geforderte Wegebreite sei sowohl auf Lotter als auch auf Osnabrücker Seite nicht oder nicht einfach generierbar. Denn, so erläuterte Astrid Hickmann jetzt, dafür müsste an vielen Stellen erst einmal Grund und Boden erworben werden.

Bei der Radwegverbindung von Wersen über Büren nach Osnabrück sind mehrere Routenführungen denkbar, unter anderem entlang des Strotheweges an der Nordbahntrasse. In ersten Vorgesprächen mit dem Fachdienst Verkehrsplanung der Stadt Osnabrück sei grundsätzliche Umsetzungsbereitschaft signalisiert worden, hatte SPD-Ratsherr Hermann Brandebusemeyer seinerzeit im Ausschuss berichtet.

Dazu hatte die Bauamtsleiterin auf die Weiterführung der konzeptionellen Verkehrsplanung auch für den Strotheweg im Zusammenhang mit einer möglichen Verlegung der Autobahn-Umleitungsstrecke U 1 verwiesen. Dieser Verlegung stünden Kreisstraßenverkehrsamt und Kreisstraßenbauamt „grundsätzlich positiv“ gegenüber. Das Thema sei allerdings verknüpft mit dem Themenbereich Tecklenburger Nordbahn.

Die Verkehrskonzeption für diesen Bereich soll in der nächsten Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses diskutiert werden, die am Donnerstag, 14. November, um 18 Uhr im Rathaus stattfindet.

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