Sparkasse und Volksbank wollen auch in der Fläche nah am Kunden bleiben
Gemeinsame Filialen als Lösung?

Lotte/westerkappeln -

Im Umland der Mainmetropole Frankfurt werden Sparkasse und Volksbank künftig an 50 Standorten Geschäftsstellen zusammenlegen, um Kosten zu sparen und dennoch in der Fläche präsent zu sein. Ist so etwas auch im Tecklenburger Land geplant?

Montag, 28.10.2019, 17:32 Uhr
In der gemeinsamen Selbstbedienungsfiliale Lotte-Büren steht blau für die Volksbank und rot für die Sparkasse.
In der gemeinsamen Selbstbedienungsfiliale Lotte-Büren steht blau für die Volksbank und rot für die Sparkasse. Foto: Angelika Hitzke

Die Volksbank Westerkappeln-Wersen mit der Hauptgeschäftsstelle Westerkappeln und der kürzlich in ein SB-Terminal, allerdings mit Beratung vor Ort nach vorheriger Terminvereinbarung, umgewandelten Filiale in Lotte-Wersen strebt keine „Filialkooperation“ ähnlich dem Modell im Frankfurter Raum an: „Wir haben unseren Standort beibehalten und keine gemeinsame Filiale mit der Sparkasse gemacht“, betont Vorstand Anita Kipp. Seit zum 1.Oktober der Schalterdienst in dem Lotter Ortsteil eingestellt wurde, werde von der Möglichkeit der individuellen Beratung auf Abruf „rege“ Gebrauch gemacht.

Dennoch ist die Situation im Tecklenburger Land und im Kreis Steinfurt ein wenig kompliziert. Hier gibt es nämlich außer der Volksbank Westerkappeln-Wersen auch noch die Volksbank Greven (Sieben Filialen, sechs davon SB-Standorte) und die VR-Bank Steinfurt (22 Geschäftsstellen, 24 SB-Filialen, davon eine auch im niedersächsischen Hasbergen) als mögliche Kooperationspartner für die Kreissparkasse Steinfurt.

Die ist im Gegensatz zu den Genossenschaftsbanken eine Anstalt öffentlichen Rechts. Träger ist der Sparkassenzweckverband, der vom Kreis Steinfurt und von den Städten und Gemeinden Altenberge, Greven, Hörstel, Hopsten, Horstmar, Ibbenbüren, Ladbergen, Laer, Lienen, Lotte, Metelen, Mettingen, Neuenkirchen, Nordwalde, Recke, Saerbeck, Steinfurt, Tecklenburg, Westerkappeln und Wettringen gebildet wird.

Die Kreissparkasse Steinfurt hat drei Hauptstellen in Ibbenbüren, Greven und Steinfurt sowie Beratungscenter und Filialen in allen 20 Städten und Gemeinden ihrer Träger. An 14 Standorten gibt es laut Kreissparkassen-Pressereferent Markus Bischoff-Wittrock gemeinsame SB-Filialen mit Genossenschaftsbanken. Zwei davon werden gemeinsam mit der Volksbank Greven betrieben, zwölf, darunter die in Lotte-Büren, mit der VR-Bank Steinfurt, die ihrerseits erst 2013 aus einer Fusion der Volksbanken Nordmünsterland und Tecklenburger Land hervorgegangen ist.

Um Kosten zu sparen, aber in der Fläche präsent zu bleiben, gebe es in diesen rund um die Uhr zugänglichen SB-Terminals sowohl für Sparkassen-, als auch für Volksbankkunden die Möglichkeit, mit ihren Bankkarten nicht nur Bargeld aus dem Automaten abzuheben oder einzuzahlen und Kontoauszüge auszudrucken, sondern auch Überweisungen vorzunehmen. Für die Geschäftsstellen, die noch mit Personal besetzt seien, gebe es aber keine Überlegungen für eine Kooperation, so Bischoff-Wittrock.

Im Frankfurter Umland ist nach Informationen der Welt am Sonntag geplant, die gemeinsamen Filialen von Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse „Finanzpunkte“ zu nennen. Sie sollen an vier Wochentagen geöffnet sein und unterschiedlich beleuchtet werden: An den zwei Tagen, an denen Sparkassen-Kunden betreut werden rot, an den beiden Tagen für die Volksbankkunden blau.

In der gemeinsamen SB-Filiale Büren ist alles viel einfacher: Dort gibt es ein blaues Selbstbedienungsterminal für Volksbankkunden und ein rotes für Bürger mit der Sparkassenkarte.

Die Selbstbedienungsautomaten sind die Antwort auf eine Entwicklung, die vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik schien: Immer mehr Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte zu Hause am Computer oder per App auf dem Smartphone. Nur noch bei großen Finanzen­tscheidungen wünschen sie sich den Kontakt mit einem Berater vor Ort. Und Filialen mit Schalterbetrieb für nur wenige Kunden am Tag sind angesichts des hohen Wettbewerbs und der niedrigen Zinsen einfach zu teuer. Neben den SB-Standorten könnten da auch Kooperationen ein Ausweg sein.

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