Lotter Kreuz-Kicker Mitglied im „Energieland 2050“
Sportfreunde sind Klimabotschafter

Lotte -

Fußball verbindet nicht nur glühende Fanherzen, Fußball kann auch elektrisieren, engmaschige Netzwerke aufzubauen. Ein Ergebnis für die Sportfreunde Lotte: Die Regionalligamannschaft wirbt nicht nur für den Trikotsponsor „Energieland 2050“, der Sportverein trat dem Verein des Kreises Steinfurt bei.

Sonntag, 03.11.2019, 17:52 Uhr
Sonnige Zeiten für eine gedeihliche Kooperation in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sehen Klaus Effing (von links), Claudia Franca Machado, Florian Heinrich und Marco Ostendorf für die Zukunft.
Sonnige Zeiten für eine gedeihliche Kooperation in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sehen Klaus Effing (von links), Claudia Franca Machado, Florian Heinrich und Marco Ostendorf für die Zukunft. Foto: Ursula Holtgrewe

Prädestiniert für diese Kooperation sind die Sportfreunde Lotte (SFL) seit sieben Jahren. Auf rund 6000 Quadratmetern mit Photovoltaikmodulen im Stadionbereich, größtenteils über den Parkplätzen, erzeugen die Sportfreunde Strom.

Für den gemeinnützigen Verein Energieland 2050 engagieren sich Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bürgerschaft und die 24 Städte und Gemeinden des Landkreises. Sie unterstützen den Kreis beim Klimaschutzplan sowie die regionale Wertschöpfung, zum Beispiel mit Engagement für erneuerbare Energien und klimaverträgliche Mobilität. Mitglieder profitieren von Netzwerken und Wissenstransfer.

Kleine Aktionen garnierten im Stadion die locker moderierte Pressekonferenz, über der die Herbstsonne die Regie am wolkenlosem blauen Himmel übernommen hatte. Zur Unterzeichnung des Mitgliedsantrags, einem symbolischen Anpfiff quasi, waren der Landrat des Kreises Steinfurt, Klaus Effing , und Claudia França Morena, stellvertretende Energieland-2050-Geschäftsführerin, ans Lotter Kreuz gekommen.

Dass sich der Sportverein der gesellschaftlichen Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit annehme, hob der stellvertretende Vorsitzende Florian Heinrich heraus: „Es ist ganz wichtig, dass wir als Verein vorangehen und uns um Kinder und Jugendliche kümmern. Es geht um Werte, die wir mit Teamgeist allen gemeinsam mit dem Energieland vermitteln können.“

„Wir möchten den Inhalt der Worte auf den Trikots als Verein auch leben und sehen uns in der Verantwortung, das umzusetzen“, warf SFL-Marketingleiter Marco Ostendorf ein.

Klaus Effing blickte in eine Halbzeitpause einer Heimpartie zurück, in der sich konkretisiert habe, dass die Sportfreunde in der aktuellen Saison als Trikotsponsor das Energieland bewerben würden. „Dahinter steht ein stiller Gönner, der das Sponsoring möglich macht“, flocht Heinrich ein.

„Sportler sind Vorbilder. Die Werbung der Sportfreunde hat gesellschaftliche Relevanz“, lobte Effing die Unterstützung, das Ziel eines energieautarken Kreises Steinfurt bis zum Jahr 2050 zu erreichen. Das bedeutet, dass die Energie, die kreisweit verbraucht wird, auch im Kreis produziert wird. Der Landrat meinte dann auch energiegeladen: „Mir ist 2050 zu weit weg. Wir sind Vorreiter auch im Bund und sollten das Ziel vorher erreichen.“

Claudia França Machado betonte mit Blick darauf, dass die Sportfreunde das 125. Mitglied im Energieland 2050 sind: „Es ist eine außergewöhnliche Kooperation. Einen Sportverein haben wir bislang nicht dabei. Die 125 ist für uns eine schöne Zahl, denn gestartet sind wir vor zwei Jahren mit 80 Mitgliedern.“ Es werde in Lotte gemeinsame Aktionen und Projekte der Vereine geben, auch mit Kindern und Jugendlichen.

Im Kreis Steinfurt gibt es rund 450 000 Menschen. 140 000 von ihnen sind in Sportvereinen organisiert. „Sport ist mehr als Bewegung und das Streben nach Höchstleistungen“, hob Effing heraus. Für beide Vereine gelte: Sie sind in der Region verwurzelt und übernehmen Verantwortung auch bei den Themen Klimaschutz und achtsamen Umgang mit den Ressourcen. „Wir waren vor der Zeit“, resümierte Effing zufrieden, dass sich der Kreis bereits vor vier Jahren auf die Fahnen geschrieben habe, plastikfrei zu werden. „Alle 24 Städte und Gemeinden machen auch dabei mit“.

Das soll sich nach Auffassung von Vereinsvorstand und Energieland 2050 bei den Sportfreunden tun:

►  Mehrwegbecher: Der Stadioncaterer hat bereits grünes Licht gegeben, dass geprüft werde, Mehrweggetränkebecher in Umlauf zu bringen. „Es gibt diesbezüglich bereits einen Austausch mit den Ledder Werkstätten in Leeden, die die Becher reinigen könnten“, berichtete Florian Heinrich.

Müllsammeln/Plogging: Denkbar ist, dass Teilnehmer des Lauftreffs unterwegs Müll einsammeln. Plogging setzt sich zusammen aus „plocka“ (schwedisch für aufheben, pflücken) und Jogging. Marco Ostendorf ergänzte, dass es weitere Überlegungen für ähnliche Aktionen gebe.

Mobilität/Anreise: Der SFL-Vorstand plant, möglicherweise mit Paten, E-Ladesäulen und Stellplätze am Stadion einzurichten. Mit dem Kreis sind die Verantwortlichen in Gesprächen zu CO2-vermeidender klimafreundlicher Mobilität.

Fairtrade: Fair gehandelten Kaffee im Stadion anzubieten und damit lokale Verantwortung für die gesamte Welt darzustellen, könnte Realität werden. Klaus Effing sagte zu, das Know-how des Kreises beratend bereitzustellen.

Begrünung/Artenschutz: Im Stadion sollen im nächsten Jahr für Insektenschutz Blühwiesen sprießen. Claudia França Machado bot Unterstützung bei einer Baumpflanzaktion an - und überreichte einen Säulenapfel namens Star Cats.

Umweltbildung: Bildung gilt als Schlüsselfaktor in Sachen Klimaschutz und weiterführender Themen. In Kooperation mit Energieland 2050 möchten die Sportfreunde Angebote ins Leben rufen, Klimabewusstsein beim Nachwuchs zu schaffen und zu vertiefen. „Wir sind bestrebt, eine Schulkooperation aufzubauen und Räume zur Verfügung zu stellen“, sagte Heinrich.

Und dann öffnete Marco Ostendorf das Ideen-Nähkästchen ein wenig: „Wir überlegen, eine Fahrrad-Stadion-Route aufzulegen. Es kommen immer wieder mal Gruppen hierher, legen eine Pause ein und schauen sich um und machen Fotos, bevor sie weiterfahren.“ Das wäre nicht nur etwas für Fußballbegeisterte. Ostendorf zeigte sich überzeugt, dass die Sportfreunde zu dem Thema wesentlich mehr als drei Punkte einfahren werden.

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