24-Stunden-Übung der Feuerwehr-Jugend
„Wir haben richtig guten Nachwuchs“

Lotte -

Gemeindebrandinspektor Marcus Prinz ließ es sich nehmen, beim Nachwuchs vorbeizuschauen und das Können der Jugendlichen zu loben: „Ich halte es für wichtig, dass Wehrleiter Präsenz zeigen. Das gilt für mich bei der Kreisjugendfeuerwehralarmübung genauso wie heute hier. Die Jugend gehört zu meiner Feuerwehr wie die Ehrenabteilung.“

Montag, 04.11.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 16:58 Uhr
Zielsicher und engagiert löschen Jan-Luca und Connor in Atemschutzmontur das Feuer.
Zielsicher und engagiert löschen Jan-Luca und Connor in Atemschutzmontur das Feuer. Foto: Holtgrewe

Äußerst gespannt erwarten 13 Lotter Nachwuchsfeuerwehrleute die geheime Einsatzregie ihres 24-Stunden-Dienstes. Mit Adrenalin im Blut fahren sie zur Wersener Benzstraße. Eine Brandmeldeanlage (BMA) hat ausgelöst. Fehlalarm. Enttäuschung, dass nur das nervige Auf- und Abschwellen des Melders abgestellt werden muss. Kurz darauf: gleicher Einsatzort, wieder BMA. Diesmal ist der Keller stark verqualmt. Christian und Kevin machen sich mit Atemschutzmasken vorm Gesicht und Sauerstoffflaschen auf dem Rücken als Atemschutztrupp auf die Suche nach einem „Verletzten“. Gefunden. Sie tragen eine schwere Spezialpuppe hoch.

Die Jugendlichen waren an diesem Wochenende erstmals bei Übungen mit festsitzende Masken und Sauerstoffflaschen ausgestattet. „Wir haben die Masken verändert, so dass sie normal atmen können“, erklärt Jugendwart Julian Brüggemann . Er ergänzt, dass es toll sei, dass die Gruppe es vorziehe, sich für die Feuerwehr zu engagieren anstelle vor PC oder Handy zu sitzen.

Das Feuer ist aus

Das Feuer breitet sich im gesamten Gebäude aus, so das Szenario. Schläuche werden am Verteiler angeschlossen. Rieke und Sverre richten den Wasserstrahl aufs Dach. Nick hält, als Gruppenführer in blauer Weste erkennbar, Funkkontakt zur Leitstelle Janec Hofer. Die Meldekette muss eingehalten werden. „Das Feuer ist aus“, gibt Nick an Hofer weiter. Lottes Feuerwehrjugendwart Julian Brüggemann dokumentiert das Geschehen mit Fotos. „Eigentlich gibt es den 24-Stunden-Einsatz alle zwei Jahre. Weil wir aber in diesem Jahr nicht im Zeltlager waren, haben wir etwas Besonderes organisiert. Das macht allen immer viel Spaß“, berichtet Brüggemann.

Die Einsatzszenarien haben sich Jana Duhme und Janec Hofer ausgedacht. Mithilfe einer BMA – löst sie aus, ist von einem bestätigten Feuer auszugehen – können unterschiedliche Einsätze vorbereitet werden. Um den eigentlichen Funkverkehr nicht zu stören, senden alle auf der Frequenz der Lotter Gruppe. Wie die Aktiven müssen auch die jungen Feuerwehrleute Einätze dokumentieren und Funkdisziplin einhalten.

Gemeindebrandinspektor Marcus Prinz ist eingetroffen und betrachtet zufrieden die Fertigkeiten des Nachwuchses. „Ich halte es für wichtig, dass Wehrleiter Präsenz zeigen. Das gilt für mich bei der Kreisjugendfeuerwehralarmübung genauso wie heute hier. Die Jugend gehört zu meiner Feuerwehr wie die Ehrenabteilung“, betont Prinz.

Ein Verletzter muss versorgt werden

Beim nächsten Einsatz müssen die Jugendlichen einen Verletzten versorgen. Anschließend geht es zu einem Feuer auf dem Hof des Alt-Lotter Gerätehauses. Schläuche kuppeln, löschen. Die Handgriffe sitzen auch bei Connor und Jan-Luca. Zur 24-Stunden-Übung gehört auch die Übernachtung im Gerätehaus. Aber: Nachtruhe gibt es wenig, dafür am frühen Abend etwas ganz Neues: Die Feuerwehrjugend lernt GAMS kennen. „Nach dem GAMS-Schema werden Gefahrguteinsätze abgearbeitet: Gefahr erkennen, Absichern der Einsatzstelle, Menschenrettung unter Beachten des Eigenschutzes, Spezialkräfte nachfordern“, erklärt Hofer.

Mittendrin engagierte sich auch diesmal Nick. Bereits mittags resümierte er: „Diese Samstagübung ist für mich ein Muss. Es ist toll, dass wir hier Übungen so dicht an der Realität machen. Wir haben gutes Rüstzeug gelernt. Nick möchte Berufsfeuerwehrmann werden.

Die Organisatoren sind überaus zufrieden: „Wir haben richtig guten Nachwuchs.“

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