Stadtwerke Tecklenburger Land stellen im Rat Entwicklung im Energiebereich vor
13 Prozent mehr Strom verkauft

Lotte/Tecklenburger Land -

Beim Verkauf von Strom und Gas konnte die Vertriebsgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) den Absatz in den vergangenen zwei Jahren erheblich steigern. Wie die aktuelle Entwicklung aussieht und wie die Gemeinde Lotte davon profitiert, berichtete der Geschäftsführer der SWTE Energie GmbH jetzt dem Rat.

Montag, 11.11.2019, 17:46 Uhr
Die Stadtwerke Tecklenburger Land haben nach eigenen Angaben alle Stromerzeuger, die beispielsweise ein Blockheizkraftwerk oder Photovoltaik-Anlagen betreiben, zur Beteiligung aufgerufen.
Die Stadtwerke Tecklenburger Land haben nach eigenen Angaben alle Stromerzeuger, die beispielsweise ein Blockheizkraftwerk oder Photovoltaik-Anlagen betreiben, zur Beteiligung aufgerufen. Foto: dpa

Nachdem im Mai bereits sein Kollege von der SWTE Netz GmbH den Aufbau seiner Gesellschaft und der Zentrale in Ibbenbüren skizziert hatte, führte nun Peter Vahrenkamp den Kommunalpolitikern die Struktur der Stadtwerke-Gruppe vor Augen. Im Mittelpunkt stehe die Holding, also die Dachgesellschaft, mit den Töchtern Vertrieb und Netz. Auf die sieben Kommunen (Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln) entfallen 52 Prozent der Anteile. Die Stadtwerke Osnabrück und Innogy (vormals RWE ) halten als Partner jeweils 33 beziehungsweise 15 Prozent an der Vertriebsgesellschaft, bei der Netzgesellschaft sind die Beteiligungen umgekehrt.

Für den Vertrieb mit aktuell sechs Mitarbeitern hatte Vahrenkamp die Kennzahlen von 2018 mitgebracht: fünf Millionen Euro Bilanzsumme, 3,7 Millionen Euro Eigenkapital, acht Millionen Euro Umsatzerlöse. Das Defizit von 322 000 Euro sei dem Aufbau geschuldet. Auf der Absatzseite habe man den Stromverkauf von 2017 auf 2018 um 13 Prozent steigern können; für 2019 stellte der Geschäftsführer eine Steigerung von 15 Prozent in Aussicht. Beim Gas sei die Situation wegen des Wettbewerbs etwas anders. „Wichtig ist, dass wir Grundversorger werden“, betonte Vahrenkamp.

Die Gemeinde Lotte habe 2018 aus Zinsertrag und Gewinn der Netzgesellschaft einen Mehrwert von 156 000 Euro erzielt. Die Hauptzuwachsraten sieht Vahrenkamp beim Stromabsatz, wobei er den Ökostrom aus der Region und den Ausbau des Ladenetzes für E-Mobilität mit Flat-Tarif und Wallboxen besonders hervorhob.

Seit 1. September könne man in Kooperation mit Energieland 2050 des Kreises Steinfurt zu 100 Prozent zertifizierten regional produzierten Ökostrom aus dem Bürgerwindpark Hollich in Steinfurt anbieten, betonte er. Das sei ein Super-Unterscheidungsmerkmal zu anderen Versorgern. „Das ist wirklich ein Produkt, was rund ist und den Nerv der Zeit trifft.“

Auf Nachfragen erläuterte er, dass die SWTE Ladeboxen und Photovoltaik-(PV-)Anlagen sowohl zum Kauf als auch zur Pacht anbiete. Versorgungssicherheit bestehe auch dann, wenn die Räder im Windpark still stehen: „Das ist kein Problem, wir greifen dann auf Strom regionaler Herkunft aus anderen Anlagen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zurück.“

Die SWTE habe alle Stromerzeuger, die beispielsweise ein Blockheizkraftwerk oder PV-Anlagen haben, zur Beteiligung aufgerufen und führe mit einigen schon Gespräche. Auf Fragen von Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer und seinem Fraktionskollegen Thomas Schmitt räumte Vahrenkamp allerdings ein, dass beim Ökostrom-Tarif nicht wie beim Naturstrom ein Cent je Kilowattstunde für den Ausbau neuer Anlagen verwendet werde. „Dafür fördern wir den Ausbau weiterer Anlagen für Direktvermarkter“, sagte der Geschäftsführer.

Grundsätzlich versuche man, die Kunden langfristig an sich zu binden. Er verwies auf Kundenbindungsaktivitäten wie Bürgerpreis, Nikolausexpress, die Förderprogramme „Fit für die Zukunft“ und für den Umstieg von Kohle auf Gas als Heizenergie, Schlüsselservice, Spenden und Sponsoring. In Lotte seien unter anderem der Gartenmarkt, die Energiesparbeleuchtung beim Vereinsheim des SV Büren oder die Energielernkoffer für die drei Grundschulen und die Gesamtschule mit jeweils 2000 Euro gesponsert worden.

Bei der Frage nach den Gesamtergebnissen der SWTE musste Vahrenkamp jedoch passen. „Ich habe immer noch nicht das Gefühl, dass ich einen Überblick über die Stadtwerke habe“, meinte CDU-Fraktionschef Werner Schwentker. Sein Kollege Thomas Giebel von der SPD fand es immerhin „gut zu erfahren, dass wir finanziell, aber auch ideell was von den Stadtwerken haben“. Einig war man sich am Ende, dass noch viele Fragen offen seien und im nächsten Jahr ein Termin auch mit dem Holding-Geschäftsführer gemacht werden solle.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7059411?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker