Nahverkehr, Nordbahn und Autobahn-Umleitung
Reaktivierung im Fokus

Lotte -

Klimaschutz, Radwege, ÖPNV, die insbesondere in Büren skeptisch betrachtete Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn und eine für die künftige Entwicklung von Wersen und Büren notwendige Verlegung der Autobahn-Umleitung werden Lotte auch in den nächsten Jahren noch umtreiben. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates deutlich.

Dienstag, 12.11.2019, 18:46 Uhr
Für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn muss der enge Verkehrsraum am Bürener Strotheweg über eine geänderte Verkehrsführung sicherer gemacht werden für Fußgänger und Radfahrer.
Für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn muss der enge Verkehrsraum am Bürener Strotheweg über eine geänderte Verkehrsführung sicherer gemacht werden für Fußgänger und Radfahrer. Foto: Volker Poerschke

Wohin die Reise auf lange Sicht gehen soll, darauf hatten sich die Kommunalpolitiker im bereits 2016 verabschiedeten Masterplan geeinigt. Dieser Plan solle und müsse natürlich überarbeitet und fortgeschrieben werden, erklärte Bürgermeister Rainer Lammers und kündigte für den 21. Januar um 18 Uhr eine Sitzung zur Diskussion des Masterplans an.

Spätbus nach Lotte: Eine gute Nachricht in Sachen Nahverkehr hatte seine Vertreterin Petra Tepe. Die jahrelangen Bemühungen um eine späte Busverbindung zwischen Alt-Lotte und Osnabrück haben zumindest für die Zeit des diesjährigen Osnabrücker Weihnachtsmarktes schon Früchte getragen: An allen Adventssamstagen gibt es abends drei zusätzliche Fahrten der Linie 31 von Osnabrück nach Lotte (Endstation Kindergarten), und zwar um 19.52 Uhr, 21.52 Uhr und 23.52 Uhr.

Wanderausstellung zur Tecklenburger Nordbahn: Da mehrere Ratsmitglieder monierten, dass zur Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn statt der Ende Oktober im Westerkappelner „Kuckucksnest“ präsentierten Wanderausstellung mit 20 Stelltafeln nur ein Ordner mit Din-A-3-Blättern, ein paar Karten mit Stift und ein Briefkasten den Weg ins Foyer des Rathauses in Wersen gefunden hätten, berichtete Lammers, dass die Verwaltung beschlossen habe, auf die Ausstellung zu verzichten, weil sie dafür über 1300 Euro hätte zahlen sollen.

Darauf reagierten die Kommunalpolitiker überrascht bis empört: „Ich bin dafür, dass wir die hier hinholen und alle Informationen öffentlich machen“, forderte FDP-Fraktionschef Friedhelm Pösse. Sein CDU-Kollege Werner Schwentker unterstrich, dass man deren „hohe Qualität“ der Lotter Bevölkerung nicht vorenthalten sollte, die Kosten aber die RVM übernehmen müsse, da sie ja damit auch Werbung für die Reaktivierung mache. Dem stimmten auch Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer und SPD-Fraktionschef Thomas Giebel zu.

Überdies sei auch die Frist für die Einsammlung der Kärtchen für Anregungen und Bedenken, die Bürger ausfüllen und in den Briefkasten werfen können, zu kurz. Der Bürgermeister, so der Tenor, solle versuchen, die Ausstellung nach Lotte zu bekommen – ohne Geld dafür zu bezahlen.

Klimaschutz braucht Nahverkehr: Nicht nur ums Geld, sondern um Zukunftsperspektiven ging es in der Haushaltsrede des Bürgermeisters. Klimaschutz sei eine ganz wichtige Aufgabe, bei der die Gemeinde zwar schon auf dem richtigen Weg sei. Aber ohne die Großmächte und ohne den Einsatz jedes Einzelnen „werden wir niemals den Stopp der Erderwärmung erreichen“, sagte er. Das bedeute beispielsweise, weniger Auto zu fahren, auf Flugreisen zu verzichten, Strom zu sparen, bewusster einzukaufen: „Wir brauchen einen guten Nahverkehr, damit das Auto stehen bleiben kann,“ betonte Lammers.

Strotheweg-Umbau: Wenn man durch die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn im Klimaschutz vorankommen wolle, setze das voraus, dass die Bürger sie auch annehmen und das Auto stehen lassen, sagte Lammers. Zum Antrag der CDU-Fraktion, die Situation für Radfahrer und Fußgänger auf dem Strotheweg zu verbessern, berichtete Lammers: „Es herrscht Einvernehmen mit RVM und ZVM, dass wir hier unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen können. In den nächsten Tagen finden diesbezüglich Gespräche mit den verantwortlichen Vertretern dieser Behörden statt, in denen wir uns noch einmal über die mögliche Schließung von Bahnübergängen und die Einrichtung von Haltepunkten verständigen werden.“

Autobahn-Umleitung verlegen: Im engen Kontext damit stehe die seit Jahren diskutierte Verlegung der Autobahn-Umleitung aus dem Ortskern von Wersen. Die Erarbeitung eines entsprechenden Konzeptes mit den zuständigen Behörden habe jetzt Fahrt aufgenommen. In diesem Zusammenhang stehe auch die vor langer Zeit andiskutierte Umgestaltung des Rathausplatzes: „Das Eine hängt mit dem Anderen unmittelbar zusammen, sodass wir uns hier auch noch in Geduld üben müssen“, sagte Lammers.

Radwege-Lückenschluss: Im Zuge der Umgestaltung solle auch der notwendige Lückenschluss des Radweges vollzogen werden, kündigte Lammers an. An der Achmerstraße (Dütebrücke) wolle der Kreis Steinfurt die Lücke im kommenden Jahr schließen. Für den Radweg Halen-Hollage stehe er in ständigem Kontakt mir seinen Wallenhorster Kollegen Otto Steinkamp. Hier müsse noch der Grundstückserwerb vollzogen werden.

Sozialwohnungen für Geringverdiener und altengerechte Wohnungen: Hierzu verwies der Bürgermeister auf zwei von der Gemeinde für diesen Zweck veräußerte Grundstücke, „auf denen zumindest der Rohbau“ schon hätte stehen können. „Ich bin sehr ungeduldig, habe immer wieder die Verantwortlichen der bauausführenden Firma angesprochen und mich beim Kreisbauamt für eine zügige Baugenehmigung ausgesprochen – aber auf interne Probleme der Gewerbetreibenden habe ich keinen Einfluss“, sagte Lammers.

Wohnbauflächen: Zudem kündigte der Bürgermeister an, dass demnächst eine weitere Wohnbaufläche zwischen Wersen und Büren entwickelt werden solle. Mit der einstimmigen Verabschiedung der jüngsten Änderung des Bebauungsplans Boyersweg gab der Rat nun endgültig grünes Licht für ein kleines Wohnbaugebiet im Zuge der innerörtlichen Verdichtung in Alt-Lotte.

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