Planungsausschuss tagt am Dienstag
Weichen für zwei Baugebiete

Lotte -

Wohnbauflächen sind knapp in der Gemeinde Lotte. Nach längerer Vorarbeit freut sich Margarete Lersch vom Bauamt, jetzt mit zwei neuen Baugebieten an den Start gehen zu können: Der Bau- und Planungsausschuss wird am Dienstag unter anderem über die Aufstellung der Bebauungspläne „Schafwinkel“ in Büren und „Im Buschhaus“ in Wersen beraten.

Donnerstag, 14.11.2019, 16:48 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 16:32 Uhr
Für diese Fläche am Schmalkenweg in Büren soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Hier wird unter anderem der Fünf-Gruppen-Kindergarten des CJD seine endgültige Heimat finden. Die VR-Bank Kreis Steinfurt will ihr Gebäude an der Bahnhofstraße wegen erheblicher baulicher Mängel abreißen und an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus mit Senioren-Wohngruppe und Tiefgarage errichten.
Für diese Fläche am Schmalkenweg in Büren soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Hier wird unter anderem der Fünf-Gruppen-Kindergarten des CJD seine endgültige Heimat finden. Die VR-Bank Kreis Steinfurt will ihr Gebäude an der Bahnhofstraße wegen erheblicher baulicher Mängel abreißen und an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus mit Senioren-Wohngruppe und Tiefgarage errichten. Foto: Angelika Hitzke

Das 2,5 Hektar große, im Osten von einem Wäldchen begrenzte Plangebiet „Schafwinkel“ zwischen Schoppenbusch, Schmalkenweg und Bergstraße soll im vereinfachten Planverfahren über die Landesgesellschaft NRW.Urban entwickelt werden. Dort ist auch der Neubau des Fünf-Gruppen-CJD-Kindergartens vorgesehen, der derzeit noch in Containern am Hohen Esch provisorisch untergebracht ist.

30 Prozent der Fläche sind für sozialen Wohnungsbau gedacht. Der dort verdichtete Geschosswohnungsbau soll Lesch zufolge auch Durchschnittsverdienern wie der Krankenschwester, dem Bäcker, dem Polizisten, dem Postboten der alleinerziehenden Mutter oder dem weniger betuchten Rentner möglichst barrierefreien, bezahlbaren Wohnraum bieten. Auf den übrigen 30 bis 35 Grundstücken könnten überwiegend Reihen-, aber auch einige Einfamilienhäuser entstehen: „Wir wollen eine Mischung von Bauformen, keine monotone Einfamilienhaussiedlung“, betont die Bauamtsmitarbeiterin. Auch die Altersstruktur der künftigen Bewohner, so die Zielvorstellung, soll gemischt sein: von Singles und jungen Paaren über Familien und Alleinerziehende bis hin zu älteren Menschen.

Auch für das kleine, maximal 20 Grundstücke umfassende Wohnbaugebiet „Im Buschhaus“, das in Wersen oberhalb der vorhandenen Häuser an der Einmündung der Straße Im Mühlengrund in die Bergstraße liegt, soll laut Vorlage aufgrund „des hohen Baudrucks“ das beschleunigte Verfahren gewählt werden. Hier übernimmt die gemeindeeigene Erschließungsgesellschaft die Entwicklung und Vermarktung, wie Lersch erläutert.

Wegen der Nähe zur Autobahn 1 seien Aufforstungen mit Wald- und Obstbäumen als Puffer und Auflagen wie Lärmschutzfenster erforderlich. Das Areal könne zudem nur teilweise bebaut werden. Im zur Düte hin gelegenen Bereich westlich des Mühlengrunds soll Wald den Ausgleich für die Verdichtung der Wohnbebauung darstellen. „Wir müssen gucken, wie wir hier verdichten. Wir parzellieren erstmal noch nicht“, sagt Lersch.

Für beide Wohnbaugebiete gebe es auch noch keine Vergabekriterien und erst recht keine Warteliste. „Wir werden auch keine Vermarktungsliste anlegen“, betont die Verwaltungsfachfrau aus dem Bauamt. Sie berichtet aber auch, dass die Nachfrage groß sei und die Gemeinde jedes neue Grundstück mehrfach verkaufen könnte.

Auch der Sachstand zur Vorbereitung der Änderung des Bebauungsplans Mersch in Alt-Lotte, wo eine Neuordnung des im Norden als Gewerbegebiet und im Süden als Wohngebiet ausgewiesenen Areals mit dem Ziel Innenverdichtung angestrebt wird, steht auf der Agenda; ebenso der städtebauliche Entwurf zur Neubebauung des jetzigen Volksbank-Grundstücks an der Bahnhofstraße. „Das Gebäude ist nicht mehr standsicher und hat erhebliche bauliche Mängel. Die müssen also eh was machen“, erklärt Lersch den Hintergrund zu den Plänen der VR-Bank Kreis Steinfurt, die eine Anpassung des Bebauungsplans erfordern.

Das vorhandene Gebäude soll abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus mit Geschäftsanteil und barrierefreien Wohnungen samt Tiefgarage ersetzt werden. Im Gebäude soll eine Wohngruppe für betreutes Wohnen im Alter eingerichtet werden. „An diesen Vorhaben kann man sehen, wie wir uns künftig entwickeln wollen“, sagt Lersch. So brauche die Gemeinde sowohl barrierefreie Komfortwohnungen als auch Wohnungen „für nicht so betuchte“ Bürger. Anders als Investoren habe die Gemeinde keine Gewinnerwartungen, sodass sie soziales Wohnen günstiger anbieten könne.

Im Ausschuss werden noch weitere Themen wie unter anderem die Haushaltssatzung 2020, der Wetterschutz an der Friedhofskapelle Büren und die Förderanträge „Halen bewegt sich“ und „Alter Friedhof Wersen“ behandelt.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, Westerkappelner Straße 19.

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