Alt-Lotter Bürgerinitiative erfolgreich
Zwölf Spätbusse als Adventsgeschenke

Lotte -

Damit hat wohl keiner in Alt-Lotte gerechnet: an jedem der kommenden Adventssamstage fahren drei zusätzliche Busse der Linie R31 von Osnabrück zur Alt-Lotter Haltestelle Kindergarten. Damit geht ein mehr als vier Jahre alter Bürgervorschlag in die Testphase.

Sonntag, 17.11.2019, 16:12 Uhr
Rückfahrten aus Osnabrück sind an den diesjährigen Adventssamstagen für Norbert Krause (links) und Rüdiger Warning aus Alt-Lotte gesichert. Dann rollt die R31 testweise von Osnabrück zur Endstation Kindergarten. Foto: Ursula HoltgreweRückfahrten aus Osnabrück sind an den diesjährigen Adventssamstagen für Norbert Krause (links) und Rüdiger Warning aus Alt-Lotte gesichert. Dann rollt die R31 testweise von Osnabrück zur Endstation Kindergarten.
Rückfahrten aus Osnabrück sind an den diesjährigen Adventssamstagen für Norbert Krause (links) und Rüdiger Warning aus Alt-Lotte gesichert. Dann rollt die R31 testweise von Osnabrück zur Endstation Kindergarten. Foto: Ursula HoltgreweRückfahrten aus Osnabrück sind an den diesjährigen Adventssamstagen für Norbert Krause (links) und Rüdiger Warning aus Alt-Lotte gesichert. Dann rollt die R31 testweise von Osnabrück zur Endstation Kindergarten. Foto: Ursula Holtgrewe

„Wahnsinn! Ist ja toll!“, begeistert sich Rüdiger Warning aus Alt-Lotte, als er von den Zusatzfahrten erfährt. „Wir hatten jüngst in der Clique wieder die Diskussion, dass wir einen Shuttledienst organisieren müssen, wenn wir samstagabends in Osnabrück unterwegs sein wollen.“

Warning und sein Schwager Norbert Krause hatten im August 2015 einen Antrag an den RVM (Regionalverkehr Münsterland) für einen Spätbus am Samstag gegen 22.30 Uhr gestellt, weil der erste Nachtbus erst um 1.01 Uhr vom Osnabrücker Nikolaizentrum nach Lotte fährt. Gleichlautende Schreiben erhielten Bürgermeister Rainer Lammers und die Kommunalpolitik.

Optimistisch, wie die Schwäger waren, wünschten sie sich und allen anderen Alt-Lotter Bürgern, dass bereits in der Weihnachtszeit 2015 ein Spätbus fährt. Daraus wurde nichts, wenngleich die Lotter und auch die Steinfurter Kreisverwaltung den Vorschlag befürworteten. Heute weiß das Bürgerinitiativen-Duo: es gibt einen behördlichen und einen politischen Instanzenweg, der eingehalten werden muss.

Die dritte Nahverkehrsplanung des Kreises war seinerzeit längst noch nicht abgeschlossen. Folglich lag auch noch kein befürwortender Kreistagsbeschluss vor. Der erfolgte erst im zweiten Halbjahr 2018.

„Ich bin immer wieder angesprochen worden, was denn nun aus ,unserem„ Spätbus geworden ist und ob sich was getan hat“, blickt Norbert Krause zurück. „Interessant ist so ein Bus am Samstagabend auch für Kinogänger und VfL-Osnabrück-Fans, die den Tag in der Stadt mit einem Essen oder überhaupt in Geselligkeit ausklingen lassen möchten“, ergänzt Rüdiger Warning.

Auch die Lotter Verwaltung und Kommunalpolitik stand der Idee positiv gegenüber. Der Verkehrsausschuss und der Rat begrüßten bereits in 2018 den Kreistagsbeschluss, einen Spätbus an Samstagabenden einzusetzen. Details lagen lange nicht vor, sodass Lotter Ratsherren, darunter der SPD-Ratsherr Hermann Brandebusemeyer und die CDU-Kollegen Werner Schwentker, Georg Holtgrewe und Horst Petersson verschiedentlich nachfragten. Petersson rief das Anliegen vor der jüngsten Ratssitzung bei Ordnungsamtsleiterin Petra Tepe in Erinnerung.

Sie bat Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay zu recherchieren und berichtete dem Gremium, dass an den vier Adventssamstagen je drei Spätbusse von Osnabrück nach Lotte fahren. Start am Hauptbahnhof ist jeweils um 19.52, 21.52 und 23.52 Uhr. Am Nikolaizentrum sind die Fahrzeuge acht Minuten später, zehn Minuten nach Start am Heger Tor. „Ein Bus wäre schon schön gewesen, aber dass gleich drei eingesetzt werden, damit hat wohl keiner gerechnet“, freut sich Petersson. Sinnvoll aus Sicht der beiden Alt-Lotter Ideengeber ist der Testlauf allemal. „Das passt doch in die gesellschaftliche Diskussion, Pkw aus den Städten herauszuhalten. Daher muss es von der Politik gewollt sein, dass mehr Busse fahren. Für unseren Freundeskreis kommen die Samstagsspätbusse in der Vorweihnachtszeit genau passend“, begeistert sich Warning mit Vorfreude auf abendliche Weihnachtsmarktbesuche der Clique in der Hasestadt.

„Nun hoffen wir, dass die Busse auch angenommen werden“, wünscht Krause Scharen von Passagieren zur Weihnachtszeit - und zahlreiche Bahnreisende, die zu später Stunde nach Osnabrück-City oder Umland und Lotte möchten.

Die Zusatztouren an den vier Samstagen seien Testläufe, betont Björn Lindner von der Pressestelle der RVM und erklärt: „Diese Fahrten enden in Lotte. Die Busse nehmen aber keine Passagiere auf, wenn sie weiterfahren.“ Es bleibe also dabei, dass der letzte Bus samstags aus Lotte um 19.30 Uhr von der Station Kindergarten abfahre. Dass an den vier Adventssamstagen mehr Busse nach Alt-Lotte zurückfahren werden, ergebe sich aus dem Bedarf, der zur Weihnachtsmarktzeit deutlich höher sei als an anderen Samstagabenden, erklärt Lindner.

Wie ist die Perspektive? Mithilfe von Fahrgastzählungen ermittelt der RVM, ob er den Service im kommenden Jahr in der Form beibehalten wird. Die Fahrpläne für Dezember aktualisiert das Unternehmen, sowohl in der RVM-App als auch durch Tausch der Aushangpläne in den Bushaltestellen. „Wir informieren auf allen verfügbaren Kanälen, denn es ist auch in unserem Interesse, das Angebot bekannt zu machen, sodass es vielfach genutzt wird“, versichert Lindner.

Und wer zahlt den Zusatzaufwand? „Die Kosten trägt der RVM“, berichtete Björn Lindner, aber über die Höhe gebe er keine Auskunft. Von Seiten des Verkehrsbetriebs hieß es weiter, dass Gespräche liefen über Samstags-Spätbusse im regulären Fahrbetrieb.

So oder so: In diesem Jahr werden sich alle Nachtschwärmer mit Ziel Alt-Lotte freuen, eine der früheren Alternativen zu nutzen, weil sie nicht bis ein Uhr warten wollen oder können.

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